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 Aktuelle Urteile und Rechtsprechung

Verbraucherschutz - neue IDD-Bestimmungen werden wirksam  ^
Zum 1.10.2018 sind einige Neuregelungen wirksam geworden, die das IDD-Umsetzungsgesetz nach der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD - Richtlinie (EU) 2016/97 vorschreibt. Das klingt kompliziert, ist vom Prinzip her aber ganz einfach. Dieses Gesetz soll strenger regeln, was im Versicherungsvertrieb künftig erlaubt sein wird und was nicht. In Deutschland ist das Gesetz bereits im Februar 2018 in Kraft getreten, einige Änderungen wurden aber erst zu Beginn des Monats wirksam.

Mehr Transparenz bei Lebensversicherungen: Standmitteilung muss besser informieren

Die jährliche Standmitteilung von Lebensversicherungen laut § 155 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) muss seit kurzem transparenter über die Überschussbeteiligung informieren. Neu ist zum Beispiel, dass der Versicherer nun auch den Rückkaufswert der Lebensversicherung ausweisen muss: also wie viel Geld dem Versicherten zusteht, wenn er den Vertrag aktuell kündigen würde. Ebenfalls muss die Mitteilung nun beinhalten, wie viel der Sparer bei Vertragsablauf erhalten würde, wenn er seine Police beitragsfrei stellt und fortan keinen Beitrag mehr zahlt. Auch stellt die Neufassung klar, dass der Versicherer bezüglich der Überschussbeteiligung mitteilen muss, "inwieweit diese … garantiert ist". Was es weiterhin bezüglich der dortigen Informationen zu beachten gibt, klärt ein Beratungsgespräch.

Mehr Transparenz bei Restschuldversicherungen

Verbesserte Informationspflichten gelten nun auch für Restschuldversicherungen, mit denen Kreditnehmer sich und ihre Angehörigen für die Rückzahlung eines Kredites absichern. Kreditgeber müssen darüber informieren, dass Kredite auch ohne Restschuldversicherung abgeschlossen werden können. Hier hatten einige Banken suggeriert, solche Zusatzversicherungen seien Pflicht, wenn ein Kunde einen Kredit abfragt. Die neuen Regeln sollen die Bankkunden auch dazu bringen, kritischer darüber zu reflektieren, ob sie sich einen Kredit überhaupt leisten können - oder ob sie damit auf Dauer finanziell überfordert sein werden.

Zudem stärkt das IDD-Umsetzungsgesetz die Rechtsstellung der versicherten Person bei solchen Restschuld-Policen. Heimtückisch: bisher war oft nicht der Kunde selbst Versicherungsnehmer des Vertrages, sondern eine Bank oder ein Kreditinstitut, die diese Policen oft als Gruppenverträge abgeschlossen haben. Das erschwerte es deutlich, Rechtsansprüche gegen den Versicherer durchzusetzen, etwa wenn Beratungs- und Informationspflichten mutmaßlich verletzt wurden. Der Kunde hatte dann schlicht keine Handhabe. Nun werden die Privatpersonen, die einen solchen Vertrag abschließen, als Vertragspartner definiert.

Doch das sind nur zwei Neuregelungen im Zuge des IDD-Umsetzungsgesetzes. Es sieht unter anderem auch erweiterte Beratungspflichten für sogenannte Versicherungsanlageprodukte vor - Policen also, die Versicherungsschutz mit Altersvorsorge und Geldanlage verbinden. Wer Fragen dazu hat, kann seinen Vermittler oder Berater hierauf ansprechen.
 
Autocrasher - Wenn fingierte Unfälle keine Ausnahme mehr sind  ^
Erneut wird in den Medien vor der sogenannten Autocrasher-Masche gewarnt. Dabei provozieren Kriminelle bewusst Unfälle, um dann Versicherungsleistungen abzuzocken. Das Vorgehen ist raffiniert - und oft ein Werk ganzer Banden. Dabei riskieren sie sogar Leben und Gesundheit der Betroffenen.

Ein freundlicher Mann winkt aus einer vorfahrtsberechtigten Seitenstraße heraus und verdeutlicht dem anderen Verkehrsteilnehmer, dass er auf sein Vorfahrtsrecht verzichtet. Dann fährt er trotzdem plötzlich los - und kracht mit voller Wucht in die Seite des Autos. Oder ein vorausfahrendes Auto legt an einer Ampel eine Vollbremsung hin, obwohl die Ampel eigentlich grün zeigt - und schon ist man hintendrauf gefahren.

Wem so etwas passiert, der ist wahrscheinlich Opfer eines "Autobumsers" oder "Autocrashers" geworden. Von Kriminellen also, die mit provozierten Unfällen Geld von der Versicherung erschleichen wollen. Aktuell warnen wieder mehrere Medien vor dieser Masche. Und das leider nicht unbegründet: Immer häufiger treten derartige Vorfälle in Deutschland auf, die Kriminellen agieren oft hochprofessionell. Und leider riskieren sie mit jeder Attacke auch Leben und Gesundheit der Opfer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet, dass mittlerweile fast jeder zehnte Autounfall Auffälligkeiten zeigt, die auf Autocrasher hindeuten.

Für die Betroffenen ist das doppelt bitter. Sie müssen nicht nur mit gesundheitlichen Schäden rechnen. Sie müssen auch höhere Versicherungsbeiträge zahlen und bleiben auf den Kosten für den eigenen PKW sitzen, wenn sie keine Vollkasko haben. Die Kriminellen nutzen dabei bewusst aus, dass sie für einen Unfallschaden von der Kfz-Haftpflicht oft mehr Geld bekommen, als das alte Auto wert gewesen ist. Mitunter kooperieren sie auch mit Werkstätten, die erhöhte Rechnungen stellen. Der Schaden für die Versicherungswirtschaft wird auf zwei Milliarden Euro geschätzt.

Oft werden die Opfer auch eingeschüchtert - und zwar noch am Tatort. Dann kommen plötzlich angebliche Zeugen hinzu, die den Unfallverlauf im Sinne des Autocrashers stützen. Oder es wird verlangt, dass keine Polizei eingeschaltet werden soll - mit der Begründung, dass dann zusätzlicher Ärger drohe, weil man die Verkehrsregeln verletzt habe.

Dennoch: Wenn Autofahrer den Verdacht haben, dass sie Opfer eines solchen Autocrashers wurden, sollten sie sich keineswegs einschüchtern lassen. Betroffenen wird geraten, bei Verdachtsfällen die Polizei zu rufen, um eventuelle Auffälligkeiten anzuzeigen. Helfen kann es, den Unfall von allen Seiten zu fotografieren und sich Kennzeichen, Name und Adresse geben zu lassen. Auch sei es wichtig, kein Schuldeingeständnis zu unterschreiben - das erschwert es deutlich, sein Recht doch noch durchzusetzen.

Es empfiehlt sich darüber hinaus, auch dem eigenen Kfz-Haftpflichtversicherer anzuzeigen, dass man den Verdacht auf einen Autocrasher habe. Dann kann der Versicherer zum Beispiel prüfen, ob die betroffene Person zeitnah in andere Unfälle verwickelt gewesen ist, was den Verdacht erhärten würde. Viele Versicherer haben auch gesondert geschulte Gutachter für solche Fälle. Hier sei daran erinnert, dass es sich oft um Serientäter handelt. Erst kürzlich stand in Kiel ein Mann vor Gericht, dem 33 derartige Fälle nachgewiesen werden konnten.
 
Bitte umbenennen - News vom 15.10.2018 12:12:47  ^
 
Kinder auf dem Schulweg - Wie sind sie versichert?  ^
Tagtäglich machen sich die kleinen und großen Schüler auf den Weg, um in der Schule das notwendige Wissen und Know-how für ihren künftigen Lebensweg zu lernen. Das ist leider nicht immer ganz ungefährlich. Mehr als 105.300 meldepflichtige Schulunfälle zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2017 bundesweit.

Gut zu wissen, dass die Kinder auf dem Schulweg geschützt sind. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt die Krankheits- und Behandlungskosten, wenn zwischen Elternhaus und Schule etwas passiert. Das gilt nicht nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern zum Beispiel auch, wenn die Schülerinnen und Schüler mit dem Nahverkehr oder dem Auto unterwegs waren.

Ärgerlich ist allerdings, dass dieser Schutz Lücken hat, und zwar gefährliche. Macht das Kind einen Umweg, besucht beispielsweise einen Freund oder will noch einen Spielplatz aufsuchen, kann die Unfallversicherung - abhängig vom jeweiligen Fall - eine Leistung verweigern. Denn sie muss tatsächlich nur für Unfälle auf dem Schulgelände und dem direkten Weg zur Schule zahlen. Wenn dann das Kind an der Tischtennisplatte wegrutscht und sich einen gefährlichen Bruch zuzieht, wird für die direkten Krankheitskosten zwar die Krankenversicherung aufkommen, nicht aber für etwaige Folgekosten wie etwa Nachhilfeunterricht, wenn das Kind lange in der Schule fehlt.

Aus diesem Grund kann es sich für Eltern lohnen, zusätzlich privat vorzusorgen. Hier bietet sich eine Unfall- oder Invaliditätsversicherung an. Sie ist für Kinder in der Regel erschwinglich. Dabei sollten Eltern bedenken, dass speziell bleibende Schäden bei Kindern oft nicht aus Unfällen resultieren, sondern aus schweren Krankheiten. Hier kann eine Invaliditätspolice die bessere Wahl sein: Laut Statistischem Bundesamt sind nur 0,45 Prozent aller schweren Behinderungen auf einen Unfall zurückzuführen, gehen diese doch oft glimpflich aus. Bei Unfallversicherungen empfiehlt es sich, auf zusätzliche Assistance-Leistungen zu achten. Denn tatsächlich zahlen zum Beispiel viele Versicherer für Nachhilfe, wenn das Kind Schulstoff aufholen muss.

Wichtig: Die Aufsichtspflicht der Eltern greift auch auf dem Schulweg. Zwar müssen Eltern ihr Kind nicht ständig begleiten, aber sie sollten dies mindestens einmal tun und dabei ihre Kleinen auf mögliche Gefahren hinweisen. Schließlich will niemand, dass seinen Liebsten etwas passiert - hier ist Aufklärung und Prävention oft der beste Schutz.
 
BGH-Urteil: Bitte um Kunden-Feedback kann unerlaubte Werbung sein  ^
Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) lässt aufhorchen. Demnach dürfen Händler und Dienstleister nicht einfach per Mail einen Kunden oder eine Kundin um positives Feedback bei einer Web- oder Social-Media-Plattform bitten. Das gilt selbst dann, wenn die Bitte mit einer Rechnung für ein gekauftes Produkt versendet wird.

Wer als Unternehmer oder Dienstleister online mit seinen Kundinnen und Kunden in Kontakt tritt, kann viel falsch machen. Selbst Dinge, die im Kundenkontakt als selbstverständlich erscheinen, entpuppen sich als Haftungsfalle, die ein hohes Ordnungsgeld nach sich ziehen können. Im Zweifel steht dann gerade für kleine Gewerbetreibende, Onlinehändler oder Start-ups die Existenz auf dem Spiel.

In eine solche Falle tappte aktuell auch ein Händler, der über Amazon seine Produkte verkaufte. Und dabei etwas tat, was für viele Verkäufer bei derartigen Online-Plattformen zur Routine gehört. Als er seinem Kunden per Mail eine Rechnung für das gekaufte Produkt schickte, bat er ihn um eine positive Fünf-Sterne-Bewertung bei Amazon. Ausdrücklich betonte der Händler dabei, dass er sich nur dann eine positive Bewertung erhoffe, wenn der Kunde mit Produkt und Service zufrieden gewesen sei.

Eigentlich keine große Sache - viele Onlinehändler bitten um positive Bewertungen bei Onlineplattformen und Social Media-Auftritten, wenn sie Rechnungen verschicken. Doch das dürfen sie eigentlich nicht, zumindest dann nicht, wenn sie nicht explizit das Einverständnis des Kunden eingeholt haben, ihm Werbung schicken zu dürfen. Denn selbst, wenn es keines großen Aufwandes bedarf, die Sterne anzuklicken - es handelt sich dabei um eine sogenannte Kundenzufriedenheitsbefragung, die als Werbung gewertet wird und nicht unerlaubt versendet werden darf.

So musste sich auch der Online-Händler wundern, dass ihn der Kunde vor Gericht zerrte. Und dort über alle Instanzen klagte, bis schließlich der Bundesgerichtshof ein Urteil fällte. Anders als die Vorinstanzen gaben die Richter des VI. Senats dem klagefreudigen Kunden recht. Die Bitte um positives Feedback wurde als unerlaubte Werbung gewertet - und damit als unerlaubten Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Verbrauchers. Da spielt es auch keine Rolle, dass das Feedback im Kontext einer Rechnung eingeholt wurde (Urteil vom 10. Juli 2018, VI ZR 225/17).

Wer also Kundinnen und Kunden per Mail anschreibt und um eine Bewertung bei Amazon und Co. bittet, muss wenigstens zuvor das Einverständnis eingeholt haben, dieser Person auch Werbung senden zu dürfen. Das muss nicht bei jeder Mail erfolgen, sondern beim Erstkontakt, wenn man die Adresse abfragt. Beziehungsweise muss dem Empfänger die Möglichkeit eingeräumt werden, der Werbung zu widersprechen.

Der Online-Händler musste eine Unterlassungserklärung abgeben. Verstößt er gegen die Auflagen, droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Eine Gewerbehaftpflicht sollten Online-Händler ohnehin haben. Ein Rechtsschutz für Firmen kann darüber hinaus helfen, die Kosten für Rechtsstreitigkeiten aufzufangen.
 
Deutsche werden immer älter  ^
Die Deutschen leben im Schnitt immer länger, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Eine Herausforderung auch für die Altersvorsorge!

Die Deutschen können sich über eine immer höhere Lebenserwartung freuen. Das zeigen die aktualisierten Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes. Ein Junge, der in der Zeitspanne von 2014 bis 2016 geboren wurde, erreicht demnach im Schnitt ein Alter von 78 Jahren und vier Monaten. Mädchen leben sogar satte fünf Jahre länger und werden 83,2 Monate alt. Damit ist die Lebenserwartung im Vergleich zur letzten Alterskohorte (2013-15) um circa zwei Monate gestiegen.

Dabei zeigen sich aber regional große Unterschiede. Die höchste Lebenserwartung besteht demnach in Baden-Württemberg und Bayern: Jungen werden hier im Schnitt 79 Jahre und sechs Monate alt, Mädchen 84 Jahre. Dem entgegen ist die Lebenserwartung der Jungen in Sachsen-Anhalt mehr als drei Jahre niedriger: sie werden im Schnitt 76 Jahre und vier Monate. Schlusslicht bei dem Lebensalter der Mädchen ist das Saarland mit 82 Jahren und drei Monaten.

Bei der Statistik handelt es sich um sogenannte Periodensterbetafeln, die eine Art Momentaufnahme der Lebenserwartung darstellen. Hierfür werden alle zwei Jahre Daten zu den Verstorbenen mit der jeweiligen Bevölkerung nach Einzelaltersjahren abgeglichen.

Wie stark die Lebenserwartung der Menschen angestiegen ist, zeigt sich im historischen Vergleich. Die erste Sterbetafel wurden demnach anhand der Jahrgänge von 1871 bis 1881 erhoben. Damals wurden Männer im Schnitt nur 35,6 Jahre alt und Frauen 38,5 Jahre: die Lebenserwartung hat sich also mehr als verdoppelt. Ursache für die steigende Langlebigkeit sind unter anderem eine bessere Gesundheitsversorgung, Ernährung und Wohnsituation.

Auch bei der Altersversorgung berücksichtigen!

Eine Herausforderung ist die steigende Lebenserwartung mit Blick auf die eigene Altersvorsorge. Die Bezugsdauer für die Altersrente steigt nämlich ebenfalls stark an. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer lag im Jahr 2016 bei 17,6 Jahren für Männer und sogar 21,6 Jahren für Frauen, so berichtet die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Neuere Zahlen liegen aktuell nicht vor. Eingerechnet sind hierbei neben der Altersrente auch Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Wer dann auf zusätzliches Einkommen angewiesen ist, um einen auskömmlichen Lebensabend zu haben, muss einen immer längeren Zeitraum abdecken. Hierbei geht es um hohe Summen, die viele Menschen mit dem Sparstrumpf nicht bewältigen können. Schnell summiert sich der Mehrbedarf über die Jahre gerechnet auf einen sechsstelligen Betrag. Doch man kann etwas tun, um Altersarmut vorzubeugen. Das Langlebigkeitsrisiko lässt sich zum Beispiel mit einer privaten und/oder betrieblichen Rentenversicherung auffangen: Je nach Vertrag gewähren diese eine monatliche Zusatzrente bis zum Lebensende.

Dabei lohnt es sich, möglichst zeitig mit der Geldanlage anzufangen. Dann nämlich muss im Monatsschnitt weniger zurückgelegt werden. Nicht nur hat man einen längeren Zeitraum, um Vermögen fürs Alter anzusparen. Es wirkt auch der Zinseszins-Effekt: Jährlich erzielte Zinsen werden zum Jahresende dazu addiert, so dass letztendlich ein höherer Betrag da ist, der dann wiederum verzinst werden kann. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!
 
Zusatzbeitrag der Krankenkassen bleibt wohl stabil  ^
Eine gute Nachricht für Kassenpatienten: Auch 2019 wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen voraussichtlich stabil bleiben - trotz Alterung der Gesellschaft und steigenden Gesundheitskosten. Das prognostiziert die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Grund ist die gute Konjunktur und die Entwicklung der Löhne, so dass mehr Menschen hohe Beiträge zahlen.

Im Jahr 2019 können gesetzlich Versicherte mit stabilen Beiträgen in der Krankenversicherung rechnen. Das prognostiziert die GKV-Chefin Doris Pfeiffer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Mitteldeutschland (RND). Seit dem Jahresanfang 2015 dürfen die Kassen einen individuellen Zusatzbeitrag erheben, wenn ihr Geld nicht ausreicht. Aktuell liegt er bei 1,0 Prozent des Bruttolohnes.

Dieser Zusatzbeitrag wird auf den Grundbeitrag von 14,6 Prozent des Einkommens aufgeschlagen, den die Mitglieder der Kassen grundsätzlich zahlen müssen, gemeinsam mit den Arbeitgebern. Und es gibt eine weitere gute Nachricht. Bisher mussten die Beschäftigten diese Extra-Kosten komplett selbst zahlen. Das wird sich im Jahr 2019 ändern. Die Bundesregierung will auch die Zusatzbeiträge künftig wieder paritätisch finanzieren, d. h. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Kosten.

Erhöht der Krankenversicherer den Zusatzbeitrag, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht und können sich eine neue Krankenkasse suchen. Aber Achtung: Der Beitrag ist nicht das einzig entscheidende Kriterium. Nahezu 90 Prozent der Kassenleistungen sind zwar vom Gesetzgeber vorgeschrieben und müssen von allen Krankenkassen angeboten werden. Bei den restlichen zehn Prozent gibt es aber große Unterschiede, etwa beim Anrecht auf Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitskurse und homöopathische Behandlungen. Hier lohnt ein Blick auf den Leistungskatalog der Krankenkasse. Auch beim Service unterscheiden sich die Anbieter.

Darüber hinaus wurden viele Leistungen aus dem Katalog gestrichen, um die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten. Für diese Kosten müssen die Versicherten nun selbst aufkommen oder zumindest etwas zuschießen, z. B. bei Brillen, Zahnersatz oder bei der Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Hier können private Krankenzusatzversicherungen helfen, Leistungslücken der gesetzlichen Anbieter auszugleichen.

Auch ein kompletter Wechsel zu einem privaten Anbieter sollte geprüft werden, wenn die Voraussetzungen hierfür bestehen. Er garantiert die im Vertrag vereinbarten Leistungen ein Leben lang - ohne kürzen zu dürfen.
 
Oldtimer: Fahrspaß schlägt Wertanlage  ^
Im Auftrag eines Spezialversicherers führte das Marktforschungsinstitut Kantar TNS eine Onlinebefragung von 200 Oldtimer-Besitzern durch. Ziel war es, das Kauf- und Nutzungsverhalten sowie den Versicherungsstatus von Oldtimer-Besitzern zu erfragen. Das Ergebnis: Die meisten wollen ihr Auto fahren, weil sie den Fahrspaß schätzen - nur wenige kaufen ihren Oldie als Wertanlage.

Oldtimer, das stellte die Befragung heraus, werden hauptsächlich als Liebhaberstück für den Fahrspaß gekauft. Für 79 Prozent der Befragten hat der Fahrspaß beim Kauf eines Oldtimers oberste Priorität. Weitere 69 Prozent stimmten zudem der Aussage zu, sie würden den Wagen als Liebhaberstück kaufen.

Das Auto als Statussymbol und Wertanlage hingegen steht als Motiv des Kaufs weniger im Vordergrund: Nur 14 Prozent kaufen den Wagen aufgrund des Statusgewinns, den Kauf als Wertanlage bestätigten sogar nur 13 Prozent.

Oldtimer-Freaks wollen fahren und basteln


Freude am Fahren zeigt sich auch in Aussagen zur Nutzung: 81 Prozent der Oldtimer-Besitzer bezeichneten sich als "Ausfahrer". Mehr als die Hälfte versteht sich überdies als Bastler und verfügt über entsprechende Fähigkeiten. Dennoch kauften die meisten ihr Liebhaberstück in einem guten (52 Prozent) oder sogar makellosen Zustand (20 Prozent).

Bei den Versicherungen dominiert noch die Standard-Kfz-Versicherung. Jedoch lässt sich gemäß der Umfrage ein Trend zu Spezialversicherungen erkennen: Während im Vorjahr nur 33 Prozent der befragten Oldtimer-Besitzer angaben, einen Spezialtarif für Classic Cars zu besitzen, waren es in diesem Jahr schon 40 Prozent. Neben dem Versicherungsbeitrag stehen hierbei Schnelligkeit und Service im Fokus der Auswahl: 73 Prozent gaben an, dass ihnen eine schnelle und kundenorientierte Schadenregulierung wichtig sei!

Spezielle Oldtimer-Versicherung? Je nachdem…

Auf dem Versicherungsmarkt gibt es eine Vielzahl von speziellen Oldtimer-Versicherungen nach dem sogenannten "H"-Kennzeichen. Oft sind diese preiswerter als "herkömmliche" Kfz-Tarife, aber an bestimmte Bedingungen gebunden. So muss das Auto von einem Gutachter in Augenschein genommen werden. Er bewertet den Zustand des Autos und ob es als "Kulturgut" tauglich ist. Diese Angebote sind abhängig vom Alter des Wagens, Modell, Alter des Fahrzeugführers und der Nutzungshäufigkeit. Sie werden sowohl als reine Haftpflicht- als auch Kaskotarife angeboten.

Wer einen solchen Kasko-Tarif abschließt, sollte den "tatsächlichen" Wert des Autos im Blick haben. Also jene Summe, die aufgebracht werden muss, um einen gleichwertigen Ersatz zu beschaffen. Auch ist zu bedenken, dass unter Umständen bei der Reparatur des geliebten Autos Ersatzteile nur schwer und teuer zu beschaffen sind. Die Summe für die Wiederherstellung des Fahrzeuges sollte also entsprechend hoch liegen - auch über dem derzeitigen Marktwert. Ein Beratungsgespräch klärt darüber auf, was noch zu beachten ist.
 
Smart Home - Risiko? Mit Sicherheit!  ^
Smart Home heißt der neue Hoffnungsträger im Bereich Hausrat: Intelligent vernetzte Systeme, mit denen sich die Geräte wie Heizung, Fenster oder Rollläden fernsteuern lassen. Doch die europäischen Versicherer warnen nun vor den Gefahren dieser Systeme. Sie können sich aufgrund von Schwachstellen selbst als Einfallstore für Hacker und Kriminelle entpuppen.

Keine Frage, Smart-Home-Technik ist eine Technik der Zukunft. Immer mehr dieser Systeme werden in Deutschland verkauft. Die Hersteller versprechen Komfort und Sicherheit. Macht sich zum Beispiel ein Einbrecher am Fenster zu schaffen, wird der Wohnungsbesitzer per App alarmiert, auch wenn er sich gerade außerhalb der Wohnung, z. B. auf der Arbeit, befindet. Oder, wenn ein Wasserrohr platzt. Auch Heizungen und Rollläden lassen sich klug fernsteuern, was im günstigsten Fall zusätzliche Ersparnis bei den Energiekosten verspricht. Auch intelligente Sprachsysteme wie Alexa oder Siri lassen sich da zuordnen.

Doch während die Hersteller mehr Sicherheit und Komfort versprechen, können die Systeme selbst zum Einfallstor für Kriminelle werden. Davor warnt aktuell die Schadenverhütung des Deutschen Versicherungsdachverbandes (VdS). Die europäischen Versicherer haben gemeinsam Studien ausgewertet, in den sie Chancen und Risiken von Smart Home analysieren. Das haben sie zu einem Positionspapier zusammengefasst.

Risiko: Selbsteinbau von Laien


Doch woraus resultieren typische Smart Home-Risiken? Ein typischer Fehler: Die Technik wird von nicht fachkundigen Laien selbst eingebaut. Das ist einerseits verständlich, aufgrund der Kosten bei Beauftragung eines Fachhandwerkers. Aber: Oft stellen Laien die Technik falsch ein oder verbauen sie nicht korrekt, so dass Fehler in der Funktionsweise die Folge sind.

Andere Risiken resultieren aber aus den Systemen selbst - beziehungsweise der ungenügenden Wartung durch die Hersteller. So bieten viele keine automatischen Sicherheits-Updates an. Wird dann eine Sicherheitslücke gefunden und diese nicht zeitig genug geschlossen, entsteht ein enormes Gefahrenpotential für Hacker und Datendiebe - wie z. B. auch bei alten Betriebssystemen für Computer.

Eine weitere typische Schwachstelle ist aus Sicht des Versichererverbandes die übliche 1-Faktor-Authentifizierung bei derartigen Smart Home-Geräten. Vereinfacht bedeutet dies, dass man mit einem einzigen Passwort alle Funktionen nutzen und fernsteuern kann - sei es die Heizung, Rollläden, der Herd oder Überwachungskameras. Ein Paradies für Hacker, wenn sie dieses Passwort einmal geknackt haben. Sie können dann in der Wohnung großen Schaden anrichten und sensible Daten stehlen.

Auch die unverschlüsselte Übertragung von Videodaten, fehlende Beschränkungen der Falscheingabe von Zugangsdaten sowie unsichere Anwendungs-Schnittstellen und Apps sind Fehlerherde und Einfallstore für Kriminelle. Viele der Risiken von Smart Home seien noch gar nicht abzusehen, weil es bisher schlicht an Erfahrung mangelt, geben die Versicherer zu bedenken. Das spricht nicht automatisch gegen die Technik. Aber die Versicherer mahnen die Etablierung von Mindeststandards an, die ein solches Risikoszenario zumindest deutlich erschweren würden.
 
Cyber-Attacken verursachen Milliarden-Schaden  ^
Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Branchenverbandes Bitkom zeigt erneut, weshalb es wichtig ist, die eigene Firma mit einer Cyberversicherung zu schützen. Demnach entstand der deutschen Industrie allein in den letzten beiden Jahren ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe durch Hacker. Es ist also keine Frage, ob man Opfer einer Attacke wird, sondern wann.

Die Gesamtschadenhöhe durch Sabotage, Datendiebstahl oder Wirtschaftsspionage beläuft sich in den vergangenen zwei Jahren auf stolze 43,4 Milliarden Euro. Das teilte der Branchenverband Bitkom kürzlich in einer Pressemeldung mit.

Das Ausmaß dieser Delikte wird deutlich, wenn man sich anschaut, wie viele Unternehmen davon betroffen waren. Sieben von zehn befragten Industrie-Unternehmen (68 Prozent) gaben an, schon einmal Opfer einer solchen Attacke geworden zu sein. Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) vermutet dies. Insgesamt wurden für die Umfrage 503 Geschäftsführer und Sicherheitsbeauftragte aller Industriebranchen befragt.

"Mit ihren Weltmarktführern ist die deutsche Industrie besonders interessant für Kriminelle", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie in Berlin. "Wer nicht in IT-Sicherheit investiert, handelt fahrlässig und gefährdet sein Unternehmen." Mit anderen Worten: Wichtigste Maßnahme ist zunächst, in die Prävention zu investieren. Unternehmen sollten das Thema zur Chefsache machen. Vor allem Attacken mit Schad-Software seien stark angestiegen.

Ein weiteres Ergebnis: Keineswegs trifft es nur große Firmen. Auch mittelständische Unternehmen seien besonders bedroht. Und die Konsequenzen können bitter sein: vom Verlust von Kunden aufgrund des Diebstahls sensibler Daten bis hin zum Verlust von Produkt-Innovationen. Bei fast der Hälfte (48 Prozent) der betroffenen Industrieunternehmen wurden Kommunikationsdaten wie Emails gestohlen. Bei jedem fünften Unternehmen sind durch digitale Angriffe jeweils Kundendaten (21 Prozent) und Finanzdaten (20 Prozent) abgeflossen. 10 Prozent klagten über den Diebstahl von Patenten und Ergebnissen aus der Forschung.

Auch wenn es zunächst auf Prävention ankommt: Eine Cyberversicherung kann helfen, die Folgeschäden solcher Attacken zu minimieren. Abhängig vom Vertrag übernimmt sie zum Beispiel die Kosten für die Wiederherstellung der Systeme, die laufenden Kosten einer Betriebsunterbrechung oder für ein Krisenteam, das den Imageschaden für die Firma abwendet. Diese Verträge werden immer wichtiger, ob als eigenständige Versicherung oder als Kombi-Baustein einer ganzheitlichen Gewerbelösung. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz für die Firma zu finden.
 
Wildunfälle - pro Tag kracht es 723mal in Deutschland  ^
Die Tage werden so langsam wieder kürzer, auch wenn uns der Rekordsommer in den letzten Tagen noch immer sommerlich warme Temperaturen beschert hat. Damit steigt auch die Gefahr von Wildunfällen massiv an. Denn gern begeben sich Fuchs und Reh in der Dämmerung auf Wanderschaft - auf der Suche nach Futter.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu - und damit wächst auch die Gefahr, mit einem Wildtier zusammenzustoßen. Zwar ist über das ganze Jahr gesehen die Zahl der Wildunfälle hoch. Aber im Herbst sind die Tiere besonders oft auf Wanderschaft, so berichtet der Deutsche Jagdverband (DJV). Die Waldbewohner wollen dann ihre Futtergründe und ihr Winterquartier aufsuchen.
Da der Sommer sehr trocken war und viele Tiere kaum Nahrung finden, ist zu erwarten, dass sie in diesem Jahr besonders weite Strecken zurücklegen müssen. Deshalb heißt es für Autofahrer: Immer auch mal den Fahrbahnrand im Blick haben, ob dort ein Tier steht. Das gilt besonders bei waldnahen Straßen.

Immense Schäden durch Wildtiere


Die Gefahr eines Zusammenstoßes sollten Auto- und Zweiradfahrer nicht unterschätzen. Pro Tag müssen die Versicherer im Schnitt 723 versicherte Wildunfälle regulieren, so geht aus Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. In Summe kostete das die Versicherer z. B. im Jahr 2016 rund 682 Millionen Euro. Seit Jahren steigt die Zahl der Unfälle stark an, auch, weil immer mehr Autos unterwegs sind und den Tieren der Lebensraum streitig gemacht wird.

Aufgrund der hohen Schäden ist es empfehlenswert, den Versicherungsschutz des Autos nicht auf eine Kfz-Haftpflicht zu reduzieren. Für viele Schäden kommt bereits eine Teilkasko-Versicherung auf. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Oft übernimmt die Teilkasko nur Unfälle durch Haarwild, etwa Rehe, Wildschweine oder Hirsche. Wenn der Versicherer auch bei einem Zusammenstoß mit Haustieren oder Vögeln zahlen soll, muss dies explizit im Vertrag vermerkt sein. Hier lohnt ein Upgrade auf den Vollkasko-Schutz: Die Vollkaskoversicherung leistet in der Regel auch, wenn Haus- und Nutztiere vor das Fahrzeug laufen.

Abbremsen, abblenden und hupen

Wie aber sollten sich Autofahrer verhalten, wenn am Straßenrand ein Hirsch oder anderes Waldtier auftaucht? Experten raten: abbremsen, abblenden und hupen. Dabei ist es wichtig, auch den nachfolgenden Verkehr zu beachten. Wer aufblendet, begeht hingegen einen Fehler. Durch den Lichtkegel sind die Tiere oft geschockt und geblendet, so dass sie gerade auf der Straße stehen bleiben statt sie zu verlassen.
Lässt sich ein Aufprall nicht vermeiden, heißt es: Lenkrad gut festhalten, bremsen und versuchen, das Tier nicht frontal zu treffen. Sonst kann die Windschutzscheibe in die Brüche gehen.

Auch wer einem Tier ausweicht und dabei in den Graben fährt, ist bereits mit einer Teilkasko abgesichert. Gerade bei kleinen Tieren ist es aber empfehlenswert, nicht auszuweichen. Das Risiko, bei einem solchen Manöver in den Gegenverkehr zu geraten oder gegen einen Baum zu prallen, ist viel drastischer als die Folgen eines Zusammenstoßes mit dem Tier. Außerdem ist der Fahrer in der Beweispflicht, dass tatsächlich ein Tier auf der Straße stand. Das ist nicht immer leicht nachzuweisen.

Nach einem Wildunfall gilt es zunächst, die Unfallstelle mit dem Warndreieck zu sichern und sich selbst in Sicherheit zu begeben, am besten mit Warnweste. Das Tier sollte nicht berührt werden, auch wenn es noch lebt. Viele Wildtiere reagieren auf eine Verletzung aggressiv. Stattdessen sollten Jäger oder Polizei hinzugerufen werden. Sie entscheiden, was dann mit dem verletzten oder toten Tier passiert. Die Fachleute können (und müssen!) zudem eine Wildbescheinigung ausstellen. Das hilft, den Unfall gegenüber dem Versicherer nachzuweisen. Hilfreich sind außerdem Fotos vom Unfallort, Tier und Fahrzeug.
 
Radfahrer klagt erfolglos auf Schmerzensgeld  ^
Ein aktuelles Urteil des Landgerichts Heidelberg verdeutlicht, wie wichtig gegenseitige Rücksichtsahme im Straßenverkehr ist - und dass Kinder besonderen Schutz genießen. Demnach musste ein Radfahrer vor Gericht eine Niederlage einstecken, der einem dreijährigen Mädchen mit Laufrad ausweichen musste und dabei stürzte. Er wollte gegen die Mutter klagen, weil diese mutmaßlich ihre Aufsichtspflicht verletzt hatte (Urteil vom 21. Juni 2018, 3 O 80/18).

Im verhandelten Rechtsstreit hatte ein Radrennfahrer gegen eine Mutter geklagt, nachdem er einem Mädchen ausweichen musste und dabei gestürzt war. Der Mann näherte sich mit großer Geschwindigkeit, mindestens jedoch 25 km/h, auf einer kleinen Straße, die an einem Sportzentrum entlangführte. Dort war auch die Mutter mit ihrer Tochter unterwegs, als Teil einer größeren Personengruppe. Es war eine Straße, die kaum vom motorisierten Verkehr genutzt wurde und eher einem Feldweg glich, weshalb viele Fußgänger die volle Breite ausnutzten.

Das Kind befuhr die Straßenmitte. Als der Radfahrer mehrfach klingelte, rief die Mutter dem Mädchen zu, an den rechten Rand auszuweichen, um den Radler Platz zu machen. Dies aber tat das Kind nicht. Stattdessen befuhr es weiterhin die Straßenmitte. Als die Mutter das Kind schließlich noch einmal aufforderte, die Straße zu räumen, fuhr das Mädchen irrtümlich nach links - just in dem Moment, als der Rennfahrer es überholen wollte. Während des Ausweichmanövers stürzte der Radfahrer und verletzte sich schwer.

Fehlverhalten beim Radfahrer

Wie das "Versicherungsjournal" kürzlich berichtete, versuchte der Radfahrer daraufhin, von der Mutter ein Schmerzensgeld zu bekommen. Er machte geltend, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt habe. Denn sie habe das Kind nicht sofort nach rechts zu sich geholt, sondern weiter auf der Mitte der Straße fahren lassen.

Mit dieser Argumentation hatte er aber bei den Richtern keinen Erfolg. Im Gegenteil: Sie sahen das Fehlverhalten beim Radfahrer, der sich mit zu hoher Geschwindigkeit der Personengruppe genähert hatte. Die Richter hoben hierbei hervor, dass die Mutter aus der Beschaffenheit der Straße schlussfolgern konnte, dass das Kind in der Straßenmitte fahren durfte - für Autos schien der Weg eher nicht geeignet. Auch rechneten sie der Mutter an, dass sie rufend bereits auf ihr Kind eingewirkt hatte, als sich der Mann näherte. So müssten Radfahrer insbesondere auch mit dem Fehlverhalten von Kindern im Straßenverkehr rechnen.
 
Rauchen - auch für den Versicherungsschutz ein Risiko!  ^
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt aktuell vor den Folgen des Rauchens. Ein aktiver männlicher Raucher habe demnach im Schnitt sieben Jahre weniger zu leben als ein Mann, der auf Zigaretten verzichtet. Beim Thema Versicherungsschutz gilt es für Raucher, ehrlich zu sein - sonst droht man, seine Ansprüche zu verlieren.

Die Liste prominenter Raucher ist lang - sei es Bundestrainer Jogi Löw, Model Lena Gercke oder Hollywood-Star Gwyneth Paltrow. Sie alle wurden schon mit Zigarette in der Hand gesichtet. Und auch wenn es nicht darum gehen soll, dies zu verurteilen, so sollte doch jedem auch bewusst sein, dass Rauchen ungesund ist. Vor allem, wenn der Griff zur Zigarette zur täglichen Gewohnheit wird.

Vor den gesundheitlichen Folgen warnt nun der Versicherungs-Dachverband GDV. Er hatte hierzu eine umfassende Studie bei der Erasmus-Universität in Rotterdam in Auftrag gegeben. Mit klarem Ergebnis: Rauchen senkt die Lebenserwartung teils drastisch. Ein aktiver männlicher Raucher hat knapp sieben Jahre weniger zu leben als jemand, der nie eine Zigarette angerührt hat. Bei einer Frau macht der Unterschied immerhin noch sechs Jahre aus. Für die Untersuchung wurden mehrere Meta-Studien zur Sterblichkeit in Deutschland ausgewertet.

Rauchen kostet - auch bei der Versicherung!

Das Gesundheitsrisiko trägt auch dazu bei, dass Raucher bei einigen Versicherungen mit höheren Beiträgen zur Kasse gebeten werden. Beispiel Lebensversicherung: In der Regel werden die Versicherer im Antrag danach fragen, ob der Antragsteller raucht - und mit welcher Regelmäßigkeit. Auch wer eine private Krankenvollversicherung abschließen will, muss zu seinem Zigaretten-Konsum Auskunft geben. Hier ist Ehrlichkeit Pflicht. Wer bewusst falsche Angaben macht oder relevante Gesundheits-Informationen verschweigt, riskiert nicht weniger als seinen Versicherungsschutz.

Wer das Rauchen bereits aufgegeben hat, sollte unter Umständen darauf achten, ab welcher Frist man als Nichtraucher gilt. Hierfür haben die Versicherer in den Anträgen verschiedene Zeiten festgelegt, die sich mitunter stark unterscheiden können. Beispiel Risikolebensversicherung: Der Hinterbliebenenschutz ist in der Regel schon zu Nichtraucher-Konditionen zu haben, wenn der Antragsteller ein bis zwei Jahre abstinent lebte. Wer das Rauchen aufgibt, spart also mitunter nicht nur das Geld für die Zigarettenschachtel - sondern auch bei den Versicherungsbeiträgen!
 
Gesetzliche Unfallversicherung greift auch bei Probearbeit  ^
Auch wenn potentielle Arbeitnehmer zur Probe arbeiten und noch keinen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, sind sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Das hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt mit einem aktuellen Urteil betont. Es gibt aber einen kleinen Wermutstropfen: Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Und damit kommt erneut die private Unfallversicherung ins Spiel.

Wenn ein Bewerber während eines unbezahlten Probe-Arbeitstags einen Unfall erleidet, ist er über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt nun entschieden und sich damit dem Urteil der Vorinstanz angeschlossen. Durchaus ein wichtiger Sachverhalt, ist es doch gar nicht so selten, dass Jobanwärter auf Probe jobben (Az. L 6 U 82/15).

Sturz von Laderampe mit bitteren Folgen
Im verhandelten Rechtsstreit wollte ein Mann beweisen, dass er für den Job in einem Entsorgungsbetrieb geeignet ist. Also arbeitete er einfach einen Tag auf Probe mit. Einen Arbeitsvertrag hatte er freilich noch nicht unterschrieben, auch Geld bekam er keines. Ein Vorstellungsgespräch hatte bereits am Vortag stattgefunden.
Doch der Arbeitstag lief nicht wie geplant. Der Mann stürzte schwer von einer Laderampe, als er einen LKW entladen wollte. Dabei zog er sich nicht nur schwere Kopfverletzungen zu, die einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt erforderten, sondern auch Brüche im Gesicht und Handgelenk. Dass er den Job danach nicht mehr antreten konnte, muss da kaum noch erwähnt werden.

Als der Mann das Geld für Krankenhausaufenthalt und Reha aber bei der gesetzlichen Unfallversicherung einforderte, stelle diese sich quer. Im Vordergrund habe das Eigeninteresse des Klägers gestanden, einen Arbeitsplatz zu bekommen und herauszufinden, ob er geeignet sei, so das Argument der Unfallkasse. Es liege damit kein Arbeitsunfall vor.

Schutz unter bestimmten Voraussetzungen

Der Mann wollte das nicht akzeptieren und ging in den Widerspruch: bisher mit Erfolg. In den ersten beiden Instanzen konnte der Geschädigte triumphieren. Laut Sozialgesetzbuch bestehe Schutz durch die Unfallkasse, wenn bestimmte Kriterien erfüllt seien, so führten die Hallenser Richter aus. Dazu gehöre, dass der Probearbeiter dieselben Tätigkeiten ausübt wie regulär Beschäftigte und in die Arbeitsorganisation des Arbeitgebers eingebunden ist. Auch müsse der Arbeitgeber ein konkretes Weisungsrecht haben.

Doch rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Aufgrund der Wichtigkeit wird es vor dem Bundessozialgericht verhandelt. Je nach Entscheidung dieses Gerichts steht der Betroffene am Ende also ohne Hilfe der Unfallkasse dar, auch wenn vieles dafür spricht, dass er auch dort den Streit für sich entscheidet. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es lohnen kann, ergänzend eine private Unfallversicherung abzuschließen. Sie leistet unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet. Auch hat der gesetzliche Schutz gefährliche Lücken. Schon wer sich kurz in eine Raucherpause abmeldet, ist währenddessen nicht versichert.
 
D&O-Versicherung: persönlicher Schutz für Manager und Führungskräfte  ^
Firmen können auch Manager und Entscheidungsträger persönlich gegen Haftungsrisiken absichern. Diese Verträge erfreuen sich in Deutschland steigender Nachfrage, da sich auch immer öfter Menschen in Führungspositionen vor Gericht verantworten müssen. Doch die Policen dürften sich im kommenden Jahr verteuern, denn die Branche schreibt Verluste.

D&O-Versicherung: so heißt ein recht junger Versicherungszweig, der in Deutschland erst seit circa 30 Jahren angeboten wird. Und dabei doch höchst sinnvoll sein kann. Denn die "Directors & Officers"-Versicherung, wie sie ausgeschrieben heißt, schützt Führungskräfte in Unternehmen vor persönlichen Haftungsrisiken. Hierbei sei daran erinnert, dass Menschen in verantwortungsvollen Positionen mit ihrem Privatvermögen haften, wenn sie ihrer Firma oder Dritten einen Schaden zufügen.

Im kommenden Jahr werden diese Verträge für deutsche Manager voraussichtlich deutlich mehr kosten, so berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Denn die Branche schreibt Verluste. Das Volumen der abgeschlossenen Verträge wird hierzulande auf 600 Millionen Euro geschätzt. Doch laut Versicherungs-Dachverband GDV machte die Branche im letzten Jahr rund 100 Millionen Euro Verlust. Einer der größten Anbieter für solche Verträge, der US-Anbieter AIG, hat kürzlich angekündigt, die Beiträge um zehn Prozent anzuheben.

Das mag auch kaum verwundern, wenn man auf die aktuelle Situation blickt. So werden deutsche Manager auch im Ausland zunehmend in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die viel Geld kosten. Als Beispiel sei der VW-Skandal genannt. Nachdem der Autokonzern hunderttausende Fahrer mit gefälschten Abgaswerten täuschte, will das US-Justizministerium prüfen, ob es führende Manager hinter Schloss und Riegel bringen kann, darunter den früheren VW-Chef Martin Winterkorn. Solche Streitigkeiten vor Gericht kosten viel Geld!

Ein unterschätztes Risiko sind dabei Insolvenzen und Firmen-Übernahmen. Denn immer öfter würden auch Firmen gegen ihre eigenen Manager klagen, um Schadenersatz geltend zu machen, wenn eine Firma insolvent wird oder übernommen wird, so berichtet "Reuters". So sieht sich manche Führungskraft mit gravierenden Anschuldigungen konfrontiert, ohne dass ihr ein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann. Auch dies ist ein Vorteil von D&O-Versicherungen: Sie wehren unberechtigte Ansprüche ab.

D&O-Versicherungen werden längst nicht mehr nur für Großunternehmen mit vielen Mitarbeitern angeboten. Auch kleine Firmen und sogar Menschen mit Ehrenamt lassen sich mit den Verträgen absichern. Schließlich soll niemand dafür abgestraft werden, wenn er in einem Konzern oder Verein Verantwortung übernimmt. In der Regel schließen die Unternehmen eine solche Police für ihre Führungskräfte ab. Hier sei darauf hingewiesen, dass eine Vermögensschadenhaftpflicht oft nur das Vermögen des Vereins und nicht das Privatvermögen der beteiligten Personen sichert. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung.
 
Weltkatzentag - Auch Samtpfoten können Schäden verursachen!  ^
Am 8. August war Internationaler Katzentag! Ein Festtag für alle Liebhaber von Samtpfötchen und Fellnasen. Dass es durchaus auch empfehlenswert sein kann, für Katzen eine Versicherung abzuschließen, wissen aber nicht alle Tierliebhaber.

Keine Frage: Katzen sind sehr beliebt. 13,7 Millionen Stubentiger leben laut "Statista" in deutschen Haushalten. So manches niedliche Katzenfoto lässt bei Social Media die "Like"-Zahl explodieren. Da wird schnell mal vergessen, dass es sich doch eigentlich um Raubtiere handelt. Und ein solches auch großen Schaden anrichten kann. Sei es die Vase, die von einem Streuner in der Nachbarwohnung umgeworfen wird, oder die seltenen Koi-Karpfen, der ein jähes Ende finden: Es gilt, dass Tierhalter für den Schaden ihrer Lieblinge haftbar gemacht werden können.

Privathaftpflicht bietet Schutz

Aber keine Sorge. Eine extra Tierhalterhaftpflicht muss für die Samtpfötchen nicht abgeschlossen werden. In der Regel bietet auch die Privathaftpflichtversicherung Schutz für zahme Haustiere, und diese sollte ohnehin jeder haben.

Allerdings sollte man wissen, dass die Privathaftpflicht nicht für alle Schäden zahlt. Jene, die über einen langen Zeitraum hinweg entstehen, müssen aus der eigenen Tasche erstattet werden. Etwa, wenn die Katze in der Mietwohnung Kratzspuren auf dem Holzparkett oder an der Wand hinterlässt. Bedingung ist in der Regel, dass die Schäden "plötzlich und spontan" entstehen, nicht durch Abnutzung und Verschleiß.

Krankenversicherung für Katzen - umstritten

Darüber hinaus bieten manche Versicherer eine sogenannte Katzenkrankenversicherung oder OP-Versicherung an. Ob sich diese lohnt, daran scheiden sich die Geister bzw. Branchenexperten. Zwar kann eine Operation aufgrund eines komplizierten Bruches schnell einen vierstelligen Betrag verschlingen. Aber wer das aus dem eigenen Sparschwein finanzieren kann, der braucht einen solchen Vertrag auch nicht.

Darüber hinaus enthalten die Policen mitunter strenge Ausschlüsse, auf die es zu achten gilt. So kann etwa die Zahl der Behandlungen bei chronischen Krankheiten stark eingeschränkt sein bzw. kündigen manche Versicherer den Vertrag zum Ende der jeweiligen Laufzeit, wenn die Katze regelmäßig eine Behandlung braucht. Genau für solche Fälle hat man den Vertrag ja eigentlich abgeschlossen. Hier lohnt es sich, einen genauen Blick in die Verträge zu werfen - und notfalls doch lieber eigenes Geld zurückzulegen.
 
Zahnzusatz-Schutz lohnt auch für Kinder  ^
Es kann sich für Eltern lohnen, auch für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Das zeigt ein Blick auf die anfallenden Kosten, wenn Kinder doch einmal einen kieferorthopädischen Eingriff brauchen.

Viele Kinder und Jugendliche brauchen eine Zahnspange. Mit ihr werden Zahnfehlstellungen korrigiert, etwa Ober- und Unterbiss. Auch wenn die Kinder oft nur unliebsam davon Gebrauch machen: Mit einer Zahnspange lassen sich kleine kosmetische Fehler bereits in jungen Jahren korrigieren, was im später im ganzen Leben nachwirken wird.

In der Regel finden kieferorthopädische Eingriffe etwa ab dem neunten Lebensjahr statt. Ist der Kiefer noch nicht vollständig entwickelt, sind solche Eingriffe leichter und das Wachstum wird durch die Spangen besser unterstützt.

Die Krankenkasse zahlt nur bei starken Beeinträchtigungen

Oft werden Versicherungsexperten mit der Frage konfrontiert: Übernimmt die Krankenkasse die Korrektur für Zahnfehlstellungen und orthopädische Korrekturen des Gebisses? Die Antwort lautet: Jein. Damit dies der Fall ist, muss eine Kiefer- und Zahnfehlstellung vorliegen, die das "Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht".

Ob dies der Fall ist, hängt auch von der Diagnose des Zahnarztes ab. Seit einer Gesundheitsreform im Jahr 2002 geben sogenannte Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) den Ausschlag dafür, ob und in welchem Umfang auch Kinder Anspruch auf Kassenleistungen haben. Die Kassen müssen einspringen, wenn eine KIG 3 bis KIG 5 festgestellt wird - das bedeutet eine besondere Schwere der Fehlstellung.

Entscheidend für den Anspruch ist zum Beispiel, um wie viel die oberen Schneidezähne die unteren überragen und ob dies das Sprechen des Kindes beeinflussen könnte. Auch andere Faktoren werden berücksichtigt, etwa eventuelle Zahnlücken und ob die Zähne zu eng beieinander stehen.

Kosten im vierstelligen Bereich drohen

Selbst wenn ein Anspruch auf Erstattung besteht, müssen die Eltern beim ersten Kind zunächst 20 Prozent der Kosten zahlen, beim zweiten Kind zehn Prozent. Hierbei gilt es zu bedenken, dass eine teure Zahnspange schnell mal 6.000 Euro kosten kann. Deshalb empfiehlt sich es, dass Eltern auch für ihre Kinder eine Zahnzusatzversicherung abschließen.

Mit einer Extra-Police lassen sich auch Boni finanzieren, die nicht zu den Kassenleistungen zählen, aber von denen die Kinder profitieren können. Etwa innen anliegende Zahnspangen, die etwas diskreter sind. Oder andere Eingriffe wie eine Glattflächenversiegelung, die da zu beiträgt, dass die Zähne trotz Zahnspange weniger kariesanfällig sind. Ihr Kind wird es Ihnen danken!
 
Versicherer zahlen im Schnitt 840 Euro für einen Blitzschaden  ^
Im Jahr 2017 haben die Versicherer 300.000 Schadenmeldungen infolge von Blitzen erhalten, so berichtet aktuell die Versicherungswirtschaft. Und die Kosten pro Schaden sind unvermindert hoch: im Schnitt 840 Euro. Schuld daran sind auch neue technische Geräte, die im Haushalt zum Einsatz kommen.

Es ist eine stolze Summe: Für 300.000 Blitzschäden mussten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im letzten Jahr zahlen. Der Gesamtschaden bezifferte sich auf 250 Millionen Euro. Das berichtete vor kurzem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei war die Zahl der gemeldeten Schäden sogar rückläufig. Im Jahr zuvor wurden noch 20.000 Blitzeinschläge mehr gezählt.

Die Kosten für den einzelnen Schaden bleiben ungemindert hoch. Im Schnitt 840 Euro mussten die Versicherer zahlen, wenn der Blitz einschlug. Dabei handelt es sich nicht nur um Kosten für die Blitzeinschläge selbst. Weit häufiger müssen die Versicherer für Überspannungsschäden aufkommen. Das ist immer dann der Fall, wenn der Blitz nicht direkt in ein Gerät einschlägt, sondern sich eine zu hohe Spannung über das Stromnetz ausbreitet und Defekte verursacht.

Folglich sollten auch Überspannungsschäden in der Hausratversicherung inkludiert sein. Hier lohnt ein Blick in die konkreten Vertragsklauseln. Nur wenn explizit vertraglich zugesichert ist, dass der Schutz auch für derartige Kosten gilt, kommt der Versicherer dafür auf. Auch Folgekosten von Blitzschäden sollten abgesichert sein, z. B. wenn durch den Überstrom ein Kabel durchschmort und dabei der Teppich Feuer fängt.

Ursache für die recht hohen Kosten pro Schaden ist nicht nur, dass zunehmend teure Geräte in den Wohnungen der Bürger stehen. Es kommt auch zusätzlich neue Technik zum Einsatz, die durch Blitze Schaden nehmen kann. Beispiel Smart-Home-Technik: Viele Bürger haben Heizungen oder Jalousien, die sich elektronisch von außerhalb der eigenen vier Wände steuern lassen, ganz bequem per Smartphone. Entsprechend kostenintensiv sind aber auch Schäden an derartig vernetzten Geräten - im Zweifel werden mehrere teure Geräte in Mitleidenschaft gezogen. Dann beziffert sich der Schaden schnell auf mehrere tausend Euro.
 
Mehrheit der Grundschulkinder erhält Taschengeld  ^
Die Mehrheit der Eltern gibt ihren Kindern bereits im Grundschulalter ein Taschengeld. Der Schnitt liegt bei 3,50 Euro pro Woche. Das kann helfen, den bewussten Umgang mit Geld und Werten zu schu-len.

Ein Versicherer wollte wissen, ob und in welchem Umfang Eltern bereits Grundschulkindern ein Ta-schengeld zahlen. So wurde eine Forsa-Umfrage "Taschengeld 2018" unter 502 Eltern durchgeführt, deren Kinder 6 bis 9 Jahre alt waren. Das Ergebnis: Tatsächlich erhalten die meisten Kinder bereits eige-nes Geld zum Ausgeben, wenn auch nicht viel.

6 von 10 Eltern (61 Prozent) geben demnach ihren Kindern bereits Geld, über das sie frei verfügen kön-nen. Ein Fünftel erhält bis zu 2 Euro in der Woche, 17 Prozent der Kinder bekommen zwischen 2 und 3 Euro, 4 Prozent zwischen 3 und 4 Euro und 15 Prozent sogar mehr als 5 Euro.

Tatsächlich empfehlen auch viele Finanzexperten, dass Eltern ihren Kindern schon zeitig etwas Geld ge-ben sollen - wenn auch nicht viel. Denn Taschengeld hat auch eine pädagogische Funktion. Die Kinder lernen, mit Geld umzugehen und dessen Wert zu schätzen. Auch schult es deren Selbstständigkeit, wenn sie eigenständig Entscheidungen treffen können. Allerdings sollte das ohne zu viel Druck erfolgen. So machen neun Prozent der Eltern das Taschengeld von einer Leistung ihres Sprösslings abhängig - etwa von guten Schulnoten oder sportlichem Erfolg.

Dabei haben die Eltern auch selbst eine Verantwortung in Sachen Geldanlage. Umfragen zeigen, dass gerade für junge Menschen die Verwandten wichtige Ansprechpartner sind, wenn es um Geld- und Vermögensfragen geht. Das Vertrauen ist mitunter sogar höher als in professionelle Bank- und Anlage-berater. Dies sollten Eltern wissen, ohne sich dadurch überfordert zu fühlen.

Mitunter reichen schon einfache Tipps und Prinzipien, z. B. dass man sich über eine Geldanlage aus mehreren Quellen informiert, Risiken streut und nur in Anlagen investiert, deren Funktionieren man auch versteht. Hier können Eltern auch in den Schulen nachhaken, ob und in welchem Umfang das The-ma auf dem Stundenplan steht - und anregen, dass mehr Finanzbildung auf den Stundenplan kommt.
 
Sparer halten am Sparbuch fest  ^
Eine Forsa-Umfrage zum Sparverhalten der Deutschen hat ergeben, dass die Deutschen ihr Geld immer noch mehrheitlich auf dem Sparbuch anlegen oder in einen Bausparvertrag investieren. Das zeigt: noch immer vertrauen die Bundesbürger auf die vermeintliche Sicherheit zinsbasierter Anlageprodukte!

Wenn die Bundesbürger Geld anlegen, mögen sie es eher klassisch - Anlagen wie Sparbuch und Bausparkonto verteidigen ihre Stellung als beliebtestes Anlageprodukt, so zeigt eine Forsa-Umfrage aus Januar 2018. Demnach investieren immer noch 39 Prozent der Deutschen ihr Geld in ein Sparbuch, so viel wie in keine andere Geldanlage. Zweitbeliebteste Anlage ist das Bausparen mit 28 Prozent. Allerdings haben beide auch an Zustimmung verloren: Noch 2015 besaß mehr als jeder Zweite ein Sparbuch!

Gleichsam bestätigt die Studie auch, dass in Zeiten niedriger Zinsen die Bürger über alternative Anlagen nachdenken. Kein Wunder, bringen doch Sparbuch und Bausparen kaum noch Zinsen. 57 Prozent sagten, dass sie die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisch bewerten. Und 26 Prozent wären bereit, mehr Risiko zu gehen, um Renditeverluste auszugleichen. Folglich stieg auch der Anteil der Menschen, die in Fonds und Aktien investieren, deutlich an. Allein gegenüber der letztjährigen Umfrage legte der Anteil der Aktionäre zu, so dass nun immerhin jeder vierte Bundesbürger am Aktienmarkt partizipiert.

Dass die Deutschen sehr verunsichert sind, geht ebenfalls aus der Umfrage hervor. Nicht nur fürchten beinahe zwei von drei Personen die Geldentwertung infolge von Inflation (63 Prozent). Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) vermutet zudem, dass er nicht genug vorsorgt, um im Alter seinen Lebensstandard beibehalten zu können. Das ist bitter und zeigt, dass Niedrigzins und die derzeitigen Turbulenzen an den Kapitalmärkten bei deutschen Sparern Spuren hinterlassen.

Dennoch sollte man auf zusätzliche Vorsorge nicht verzichten. Hier gilt es auch, die vielfältigen Anlagemöglichkeiten als Chance zu sehen statt als Risiko. Seriöse Experten empfehlen, beim Thema Geldanlage nicht auf eine einzige Anlageform zu setzen, sondern das Investment breit zu streuen, um das Risiko zu minimieren. Man sollte nur Geldanlagen wählen, über die man sich umfangreich informiert hat. Dass auch Privatanleger sich darüber erkundigen, wie seriös ein Produktgeber ist und ob er seine Zahlen transparent offenlegt, versteht sich von selbst. Weiteres klärt ein Beratungsgespräch!
 
Kind verursacht Überschwemmung - die Eltern sind fein raus  ^
Kinder unter sieben Jahren gelten in Deutschland als nicht deliktsfähig. Das hat auch Auswirkungen auf die Haftpflicht, wie erneut ein Urteil zeigt. Denn nur wenn den Eltern nachgewiesen werden kann, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, können sie für den Schaden auch haftbar gemacht werden.

Wenn das eigene Kind Dritten einen Schaden verursacht, geht der Geschädigte leer aus und muss den Schaden selbst tragen, solange den Eltern keine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann. Dass die Definition der Aufsichtspflicht dabei weniger eng ist, als viele Eltern meinen, zeigt erneut ein Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf. Demnach müssen selbst Kleinkinder keineswegs rund um die Uhr beaufsichtigt werden.

Im verhandelten Rechtsstreit hatte ein dreieinhalbjähriger Junge einen immensen Schaden verursacht. Nachdem ihn die Eltern zu Bett gebracht hatten, musste er noch einmal auf Toilette und ging dort selbstständig hin. Als heimtückisch entpuppte sich jedoch ein klemmender Spülknopf in Kombination mit dem Toilettenpapier, das der Junge verwendet hatte. Das Wasser floss nämlich permanent nach, jedoch war das Klo verstopft. In kurzer Zeit war das Bad überflutet und das Wasser drang durch die Zimmerdecke in die untere Wohnung hinein.

Den Schaden in Höhe von 15.000 Euro hatte zunächst der Wohngebäudeversicherer übernommen. Doch dieser wollte sich das Geld von dem Haftpflicht-Versicherer der Mutter wiederholen. Die Begründung: Sie habe ihre Aufsichtspflicht verletzt denn der Junge hätte gar nicht allein auf die Toilette gedurft. Schon aufgrund des defekten Spülknopfes hätte der Junge nur in Begleitung dorthin gehen dürfen.

Das aber sahen die Richter des OLG Düsseldorf anders. Eine Aufsichtspflichtverletzung konnten sie nicht erkennen. Denn keineswegs sei es so, dass ein Kind in einer abgeschlossenen Wohnung permanent beaufsichtigt werden müsse, so begründeten sie ihr Urteil. Im Gegenteil: Der Bundesgerichtshof hatte bereits in einem früheren Urteil bestätigt, dass eine umfassende Aufsicht die Entwicklung des Kindes sogar hemmen könne. Demnach beinhalte der Lernprozess eines Kindes, dass ihm erlaubt ist, selbst Erfahrungen zu machen - inklusive der Fehler (Urteil vom 26.04.2018, Az.: I-4 U 15/18).

Entsprechend bewerteten die Richter auch die defekte Spülung. Diese erhöhe zwar tatsächlich das Risiko - aber nicht derart, dass dem Jungen kein alleiniger Toilettengang zugemutet werden könne. Üblicherweise führe das Verhaken eines Spülknopfes auch nicht zu einer Überschwemmung, sondern lediglich zu einem erhöhten Wasserverbrauch, betonten die Richter. Hier müsse einem dreieinhalbjährigen Kind zugestanden werden, dass er lernt, sich in seiner alltäglichen Umgebung zu behaupten.

Die Haftpflichtversicherung muss folglich nicht für den hohen Schaden aufkommen, den der Junge verursacht hat. Doch oft führt es zu Ärger und Konflikten, wenn ein Kind fremden Personen Schaden zufügt - und diese keinerlei Entschädigung enthalten. Für viele Menschen verstößt das auch gegen das eigene Gerechtigkeitsempfinden. Deshalb lohnt es zu schauen, ob der Haftpflichtversicherer auch eine Leistung für deliktsunfähige Kinder im Vertrag vereinbart hat. Dann leistet der Versicherer bis zur vereinbarten Höchstsumme, wenn das Kind einen Schaden verursacht.
 
Drohnen - nicht ohne Versicherung!  ^

Die Drohne boomt! Zum Jahresende 2017 waren bereits mehr als 500.000 Kopter im Einsatz, so berichtet die Deutsche Flugsicherung. Die kleinen Flugobjekte werden nicht nur für spektakuläre Foto- und Filmaufnahmen in luftigen Höhen verwendet, sondern auch, um etwa Schornsteine und Dächer zu reparieren. Aber wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?


Fest steht: Wer eine Drohne sein eigen nennt, der darf sie nicht ohne Haftpflicht-Schutz fliegen lassen. Das empfehlen nicht nur Versicherungsexperten, sondern das schreibt sogar der Gesetzgeber vor. Grundlage ist § 43 Absatz 2 des Luftfahrtverkehrsgesetzes. Darin ist die Versicherungspflicht für Drohnen festgehalten.

Das bedeutet freilich nicht, dass jede Privatperson eine eigenständige Drohnenversicherung braucht. Ein gewisser Grundschutz ist manchmal bereits in der Privathaftpflicht-Police enthalten. Das gilt freilich nur, wenn die Leistung explizit in den Vertragsbedingungen genannt wird. Gerade wer einen älteren Vertrag hat, sollte prüfen, ob seine Haftpflicht für Drohnen greift. Dabei ist auf das Gewicht zu achten, denn oft sehen die Verträge hier strenge Grenzen vor, etwa bis 1,5 Kilogramm.

Wer seine Drohne aber gewerblich verwendet, der kommt um eine eigenständige Police nicht herum. Hier ist Vorsicht geboten: Mitunter wird schon das Anfertigen von Luftaufnahmen als gewerbliche Nutzung gewertet. Dabei bietet eine eigenständige Drohnen- oder Quadrocopter-Versicherung mitunter Leistungen, die eine Privathaftpflicht eben nicht beinhaltet, etwa eine Art Kasko-Baustein. Der Preis richtet sich in der Regel nach Größe bzw. dem Gewicht der Drohne, dem Einsatzort sowie der Art der Verwendung.

Experten schätzen, dass derzeit etwa jede fünfte Drohne in Deutschland ohne Haftpflicht-Schutz gesteuert wird. Die Folgen können dramatisch sein, wenn z. B. eine Drohne versehentlich in ein Auto steuert und der Fahrer so die Kontrolle verliert, oder wenn eine Drohne gar einen "richtigen" Helikopter beschädigt. Schnell können da die Schadenforderungen in Millionenhöhe gehen.

Aus diesem Grund müssen auch strenge Sicherheitsregeln beachtet werden. Die Drohne darf nicht über Industrie- und Bahnanlagen, Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten und in Kontrollzonen von Flughäfen genutzt werden. Bei vorliegendem Versicherungsschutz und einem Drohnengewicht unter 5 Kilogramm darf die Drohne bis zu 100 Meter über dem Boden aufsteigen. Wer dagegen verstößt, muss ein Bußgeld bis 50.000 Euro fürchten.
 
Kfz-Haftpflichtversicherer muss auch bei überteuerter Werkstattrechnung leisten  ^

Unschuldig in einen Unfall verwickelt - und dann noch einen Teil der Reparaturkosten selbst zahlen müssen, weil der Kfz-Versicherer des Unfallverursachers behauptet, die Werkstatt-Rechnung sei zu hoch? Das müssen sich Unfallgeschädigte nicht gefallen lassen, wie das Amtsgericht München bestätigte (AZ. 332 C 4359/18). Demnach muss der Versicherer auch eine Rechnung voll zahlen, die mutmaßlich zu hoch ausgefallen ist.

Der Kfz-Haftpflichtversicherer eines Unfallverursachers kann einem Geschädigten nicht das Risiko einer zu hohen Werkstattrechnung aufbürden. Dies hat das Amtsgericht München mit einem rechtskräftigen Urteil bestätigt. Es verpflichtete einen Versicherer dazu, die volle Werkstattrechnung zu übernehmen - obwohl dort bestimmte Leistungen geltend gemacht wurden, die schlicht intransparent waren.
Fahrspur mehrfach eingestellt
Im verhandelten Rechtsstreit wurde ein Wagen unfallbedingt so schwer beschädigt, dass ein Kotflügel und die Stoßstange ausgetauscht werden mussten. Der andere Fahrer war wegen Missachtung der Vorfahrt allein für den Unfall verantwortlich. Der Geschädigte gab sein Auto schließlich in eine Werkstatt, wo 4.000 Euro Reparaturkosten berechnet wurden.
Der Autoversicherer der Gegenpartei wollte aber nur einen Teil der Werkstatt-Rechnung erstatten. Er berief sich darauf, dass bestimmte Leistungen der Werkstatt intransparent seien bzw. der Verdacht bestehe, dass sie zu Unrecht berechnet wurden, u. a. konnte ein "Lack-Finish" sowie "Verbringungskosten" keiner Reparaturarbeit zugeordnet werden.
400 Euro sollte der geschädigte Autofahrer letztendlich aus eigener Tasche erstatten. Er hätte prüfen müssen, ob die Werkstatt alles korrekt berechne, so argumentierte die Versicherung. Doch der Fahrer klagte vor Gericht: mit Erfolg. Die Richter bestätigten, dass der Haftpflichtversicherer die komplette Werkstattrechnung überweisen muss. Das gilt selbst dann, wenn die Kosten tatsächlich zu hoch ausgefallen wären.
Laie kann Werkstattkosten und Reparaturen kaum prüfen
Die Begründung: Ein Autofahrer habe in der Regel "nur beschränkte Kenntnis- und Einwirkungsmöglichkeiten" bei Werkstattreparaturen. Schließlich sind die meisten Laien, die eben nicht beurteilen können, ob etwa eine Korrektur der Spur notwendig ist oder der Lack bearbeitet werden muss. Das sogenannte Werkstattrisiko habe deshalb der Versicherer zu tragen, der ja auch über das entsprechende Know-how verfügt, etwa Gutachter. Der Versicherer muss dann eventuell von der Werkstatt die Korrektur der Rechnung einfordern, aber nicht vom Unfallgeschädigten.
Autofahrer müssen sich also nicht alles gefallen lassen. Um gegen solche Rechtsstreite gewappnet zu sein, hilft eine Rechtsschutz-Versicherung, die eventuelle Klage- und Verfahrenskosten übernimmt. Hierbei sollte drauf geachtet werden, dass der Rechtsschutz-Versicherer ein anderer Anbieter ist als jener, bei dem man wichtige Verträge hält. Denn die Versicherung übernimmt die Kosten nur, wenn einem Rechtsstreit genügend hohe Aussichten auf Erfolg bescheinigt werden. Hier liegt ein Interessenkonflikt vor, wenn der Versicherer quasi gegen sich selbst klagen muss.
Als erste Adresse kann bei einem solchen Anliegen auch der Ombudsmann der Versicherungswirtschaft angeschrieben werden, eine Schlichtungsstelle der Branche. Er prüft die Ansprüche des Verbrauchers schnell und kostenlos - ohne, dass die Rechtssache während des Schlichtungsverfahrens verjähren würde. Wer mit dem Schlichterspruch unzufrieden ist, kann später immer noch vor Gericht ziehen.
 
Achtung, Waldbrandgefahr!  ^
In Deutschland ist es derzeit sehr trocken - so trocken, dass die Bauern gar den Totalausfall ihrer Ernte befürchten. Das bringt auch extra Pflichten mit sich, wenn man in Wald und Flur spazieren geht. Eine Zigarette, die zu einem Waldbrand führt, kann sogar eine dreijährige Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Furchtbar trocken und hochsommerlich warm - so ist schon seit Wochen das Wetter in Deutschland. Doch was die vielen Ferienkinder freut, weil sie sich am See und im Freibad tummeln können, bereitet anderen Sorgenfalten. So mancher Förster schaut derzeit besonders achtsam hin, wie sich Spaziergänger im Wald verhalten.

Grund ist die enorm hohe Waldbrandgefahr infolge der Trockenheit. Allein im letzten Jahr, als es weniger heiß war, mussten die deutschen Feuerwehren zu 138 Waldbränden ausrücken. Dabei gehen nicht nur Bäume und Natur verloren, die Jahrzehnte brauchen werden, um wieder nachzuwachsen. Waldbrände bedeuten auch eine Gefahr für Leib und Leben und richten einen enormen Sachschaden an.

Der wichtigste Grundsatz bedeutet deshalb aktuell: Kein Feuer im Wald! Und damit ist nicht nur ein unachtsam entbranntes Lagerfeuer gemeint. Auch auf die Zigarette muss verzichtet werden, wenn man zwischen den schattenspendenden Bäumen spazieren geht. In vielen Bundesländern ist das Rauchen im Wald ganzjährig verboten. Von März bis Oktober gilt ein grundsätzliches Rauchverbot im gesamten Bundesgebiet. Wer dagegen verstößt, muss ernste Konsequenzen fürchten. Bei schweren Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro und sogar eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Gefahr geht aber nicht nur von entzündetem Feuer aus. Auch achtlos weggeworfene Glasflaschen, Scherben und Folien können sich bei den Temperaturen derart aufheizen, dass sie wie ein Brennglas wirken. Die Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel die Schäden bis zur vereinbarten Summe bei grob fahrlässigem Verhalten, wenn dies nicht explizit im Vertrag ausgeschlossen ist. Aber auch das ist abhängig vom jeweiligen Einzelfall
 
Einbrecher machen keinen Urlaub!  ^
Einbrecher kennen keine Urlaubssaison. Im Gegenteil: Wenn die Bundesbürger verreisen, haben Einbrecher umso mehr Indizien dafür, ob ein Hausbesitzer oder Mieter zu Hause ist - oder sie unbeobachtet in die Wohnung einsteigen können. Darauf macht aktuell die Versicherungswirtschaft aufmerksam.

Zwar ereignen sich die meisten Wohnungseinbrüche tatsächlich in der dunklen Jahreszeit, wie eine Studie der Versicherungswirtschaft von 2014 zeigt, nämlich von Oktober bis Januar. In der Hauptreisezeit Juli und August geschehen statistisch sogar die wenigsten Wohnungseinbrüche. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Denn auch in den Sommermonaten findet auf das Jahr gerechnet etwa jeder fünfte Einbruch statt.

Speziell, wenn man für längere Zeit verreist, sind die Einbrecher natürlich im Vorteil. Wer in den Urlaub fährt oder fliegt, sollte deshalb einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Diebe abzuschrecken.

Vor allem gilt es, den Einbrechern nicht deutlich zu signalisieren, dass die Wohnung unbewohnt ist. Beispiel Briefkasten: Quillt dieser über und wurde nicht geleert, ist das ein deutliches Zeichen für Abwesenheit. Es empfiehlt sich also, einen Freund oder Verwandten damit zu beauftragen, dass er die Post regelmäßig leert.

Ebenfalls deutliches Signal für Abwesenheit sind ganztägig heruntergelassene Rollläden. Hier können Zeitschaltuhren Abhilfe schaffen, so dass sie tagsüber hochgezogen werden. Wenn möglich, kann sich auch ein Freund um den Garten kümmern, damit das Gras nicht überwuchert. Denn auch das werten Diebe als Indiz dafür, dass sie unbeobachtet einsteigen können. Ebenfalls wichtig: Der Anrufbeantworter sollte nicht unbedingt über die längere Abwesenheit informieren!

Mitunter helfen aber schon kleine Maßnahmen, die eigene Wohnung sicherer zu machen. Weil Einbrecher das Licht scheuen, leistet ein Bewegungsmelder, der verschiedene Lichtquellen einschaltet, schon gute Dienste. Mechanische Sicherungen wie extra abschließbare Fenstergriffe oder doppelt verglaste Fenster sind ebenfalls wichtig für die Einbruchprävention. Denn die Diebe brechen ihren Versuch oft ab, wenn sie nicht schnell genug in die Wohnung kommen. Wichtig: Auch während der Urlaubssaison keine Mülltonnen oder Leitern so im Garten stehen lassen, dass sie als Hilfe für Diebe missbraucht werden können!

Wenn doch in die Wohnung eingebrochen wurde, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Hier kann der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erste Erfolge melden. Die Anzahl der versicherten Einbrüche sank von circa 210.000 im Jahr 1998 auf 120.000 im Jahr 2017. Nicht etwa, weil weniger Diebe unterwegs sind, sie haben es nur deutlich schwerer. Entgegen dem Klischee schlagen Einbrecher übrigens nicht hauptsächlich nachts zu, sondern mittags oder in der Dämmerung.
 
Fußballweltmeisterschaft - Wie der WM-Pokal versichert ist  ^
Derzeit spielen wieder 32 Teams um den wohl begehrtesten Pokal der Welt: den FIFA-WM-Pokal. Anlass für den Versicherungsdachverband GDV, einmal genauer zu schauen, wie dieser Pokal eigentlich versichert ist. Aber natürlich hält die Versicherungsbranche auch Schutz für kleinere Sport-Events bereit.

Fest steht: Wohl kein sportliches Großereignis könnte stattfinden, wenn sich die zahlreichen Risiken nicht irgendwie versichern ließen. Dafür ist die Gefahr von finanziellen Verlusten einfach zu groß. Die Versicherer springen zum Beispiel ein, wenn ein Spiel abgesagt oder verschoben werden muss. Oder, wenn Fans bei einem solchen Ereignis zu Schaden kommen. Auch Naturgefahren während der WM und technische Ausfälle sind versichert. Der Fußballweltverband FIFA soll bei dem Turnier vor vier Jahren in Brasilien allein eine Summe von 900 Millionen Euro vereinbart haben, falls das Turnier verschoben werden muss, so berichtet die "Welt".

Wertvoller Pokal - gegen Diebstahl versichert

Die aktuelle Fußballweltmeisterschaft in Russland nimmt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nun zum Anlass, darüber zu informieren, wie die begehrte Trophäe - also der FIFA-WM-Pokal im Original - eigentlich versichert ist. Seit 1974 ist die aktuelle Version im Einsatz, was bedeutet, dass deutsche Spieler ihn zuerst in die Höhe recken durften. Schon der materielle Wert der Trophäe ist immens. Aus 18 Karat Gold geschmiedet, bringt der nur 37 Zentimeter große Pokal fast fünf Kilo auf die Waage. Der Sockel ist darüber hinaus mit rasengrünen Halb-Edelsteinen besetzt.

Doch mehr noch als der materielle Wert wiegt natürlich der ideelle. Denn es gibt tatsächlich nur einen einzigen Originalpokal, der in der FIFA-Zentrale in Zürich aufbewahrt wird. Die jeweiligen Weltmeister müssen mit einer Bronzekopie Vorlieb nehmen, so berichtet der GDV. Deshalb ist der Originalpokal mit der symbolischen Summe von 230.000 Euro abgesichert, etwa gegen Diebstahl oder Beschädigung.

Der Vorgängerpokal verschwand und tauchte nicht wieder auf

Natürlich hätten es Diebe äußerst schwer, ein solches Unikat auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Umso verwunderlicher ist es, dass es solche Vorfälle bereits gegeben hat. Coupe Jules Rimet hieß der Vorgänger des jetzigen WM-Pokals: und der fiel sogar zweimal in die Hände von Dieben. Vor der Weltmeisterschaft 1966 tauchte er plötzlich wieder auf, nachdem er aus einer Ausstellung entwendet wurde - weil die Diebe wohl wenig damit anfangen konnten. Ein Hund fand den Pokal in einem Londoner Vorgarten. Doch 1983 verschwand er erneut, nachdem der Pokal dem dreimaligen Weltmeister Brasilien übergeben wurde. Er blieb unauffindbar - sehr wahrscheinlich haben die Diebe ihn eingeschmolzen.

Also ist es gut zu wissen, dass selbst die WM-Trophäe abgesichert ist. Aber natürlich bieten die Versicherer nicht nur Schutz für derart teure Ereignisse und Pokale. Auch wer selbst eine öffentliche Veranstaltung plant, kann und sollte diese ausreichend absichern. Die wichtigste Police ist hierbei eine Veranstalter-Haftpflicht. Denn wer eine öffentliche Veranstaltung durchführt, der haftet für Schäden, die während des Events und durch das eigene Verschulden entstehen. Das gilt übrigens auch, wenn es sich um eine Veranstaltung im privaten Rahmen handelt. Hierfür muss kein langfristiger Vertrag abgeschlossen werden: Die Versicherer bieten auch die Option, einzelne Feste abzusichern. Ein Beratungsgespräch kann weitere Details klären!
 
Privathaftpflicht - noch immer Absicherungslücken  ^
Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss: Sonst gerät man schnell in die Schuldenfalle, wenn dritte Personen einen Schaden erleiden. Dennoch haben gerade Arbeitslose und Geringverdiener eine gefährliche Absicherungslücke. Ärgerlich, denn Schutz ist schon für wenige Euro im Monat zu haben.

Fragt man nach jenen freiwilligen Versicherungen, die jeder Haushalt unbedingt besitzen sollte, so antworten Verbraucherschutz und Versicherer in seltener Eintracht: Auf eine Privathaftpflicht sollte keiner verzichten. Das mit gutem Grund! Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 823) sieht vor, dass Personen zu Schadensersatz verpflichtet sind, wenn sie Dritte schädigen. Und zwar mit ihrem gesamten Privatvermögen und zeitlich unbeschränkt.

Eine fehlende Privathaftpflicht kann sich als Schuldenfalle entpuppen. Schon wer eine fremde Person versehentlich anrempelt, so dass sie unglücklich stürzt und eine schwere Beeinträchtigung erleidet, sieht sich schnell mit Forderungen konfrontiert, die sogar in die Millionen gehen können. Im Zweifel muss der Verdienstausfall ersetzt werden, wenn die Person nicht mehr arbeiten gehen kann, zusätzlich die Kosten für Reha, Medikamente, Pflege und so weiter. Und das ein Leben lang.

Gerade Geringverdiener haben keinen Schutz

Positiv: In Deutschland ist der Absicherungsgrad mit Privathaftpflicht-Policen schon sehr hoch. Rund 45 Millionen Verträge besitzen die Bundesbürger laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), d. h. in 85 Prozent aller Haushalte ist eine solche Police vorhanden.

Doch gerade in Haushalten mit einem geringen Einkommen bestehen gefährliche Lücken. Ist der Haupteinkommensbezieher arbeitslos, so sind nur 61 Prozent der Haushalte abgesichert. Und in Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.100 Euro besitzen nur 65 Prozent der Haushalte eine Haftpflicht. Das zeigt eine Auswertung der Versicherungswirtschaft zur Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes.

Einerseits ist es verständlich, dass gerade Menschen mit geringem finanziellen Spielraum auf Versicherungen verzichten. Aber: Auch sie haften mit ihrem Privatvermögen! Nicht nur mit dem, was sie aktuell haben. Sie müssen auch zukünftig verdientes und erworbenes Vermögen einrechnen, wenn sie Dritte entschädigen müssen.

Deshalb sollten auch Geringverdiener eine Privathaftpflicht besitzen. Schon mit wenigen Euro im Monat lassen sich Deckungssummen in Millionenhöhe absichern. Wer arbeitslos gemeldet ist, erhält vom Jobcenter zudem einen Pauschalbetrag für Versicherungen.

Doch auch für den Geschädigten bedeutet es ein Risiko, wenn ein Schadenverursacher keine Haftpflicht hat. Er bleibt dann unter Umständen auf seinen Kosten sitzen, wenn bei dem Verursacher nichts zu holen ist. Hier bietet die Leistung "Forderungsausfalldeckung" Schutz, die einige Haftpflichtversicherer anbieten. Sie übernimmt im Fall eines zahlungsunfähigen Verursachers die entstandenen Kosten.

Lassen Sie sich zum Thema Haftpflicht beraten!
 
Tag der Organspende - weil es um das Leben geht!  ^
Am 2. Juni wurde in Deutschland der Tag der Organspende begangen. Und das ist ein durchaus wichti-ges Thema. Ein einziger Mensch kann bis zu sieben Menschenleben retten, wenn er mit einem Organ-spendeausweis seine Bereitschaft dazu erklärt, dass nach seinem Ableben die Organe entnommen werden dürfen. Deshalb bemühen sich auch die Krankenversicherer um eine bessere Aufklärung.

Kein Mensch setzt sich gern mit dem Tod auseinander. Und doch gibt es ein Thema, welches einerseits mit dem Tod verbunden ist - aber auch damit, dass man anderen Menschen Leben schenkt: Eine Organ-spende bedeutet, dass man bis zu sieben Menschenleben retten kann!

Aktuell warten in Deutschland 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Oft hängt davon das eigene Überleben ab. Aber im letzten Jahr waren nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums nur 797 Menschen bereit, lebend ein rettendes Organ zu spenden. Ein starkes Missverhältnis! In keinem anderen Land Europas ist die Bereitschaft zur Spende so niedrig.

Lebendspende - Krankenversicherer übernehmen die Kosten

Dabei sind zwei verschiedene Arten von Organspenden zu unterscheiden. Einerseits die Lebendorgan-spende - wenn man sich also bereit erklärt, einem anderen Menschen ein Organ zu spenden, in der Re-gel die Niere oder Knochenmark. Hier erklären sowohl die gesetzlichen als auch privaten Krankenversi-cherer per Selbstverpflichtung, dass sie alle Kosten übernehmen, wenn ein Organspender einem Organ-empfänger helfen will. In der Regel zahlt die Versicherung des Empfängers die Kosten für den Spender: inklusive Vor- und Nachbereitung. Kommt es zu Komplikationen, werden auch die Reha- und Folgekos-ten getragen.

Positiv ist in diesem Zusammenhang, dass Organspender auch durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind. Erleiden Spender bei der Organentnahme einen Gesundheitsschaden, der über den mit der Operation generell verbundenen Eingriff hinausgeht, können sie eine Entschädigung von der gesetz-lichen Unfallversicherung verlangen. Das hat das Bundessozialgericht im Jahr 2012 entschieden. Dabei spiele es keine Rolle, dass der Spender freiwillig in die OP eingewilligt hat (Az.: B 2 U 16/11 R).

Organspendeausweis - mehr Menschen würden spenden, haben aber keinen

Die zweite Art der Organspende ist weniger erfreulich: die postmortale Spende nach dem eigenen Tod. Stirbt ein Mensch bei einem Unfall und wird der Hirntod festgestellt, wird sein Kreislauf derart stabili-siert, dass die Organe noch anderen Patienten das Leben retten können. Die Funktionsfähigkeit der Or-gane hängt nicht unbedingt vom Alter des Spenders oder der Spenderin ab, sondern vielmehr vom ei-gentlichen Zustand des Organs.

Eine Organspende nach dem Tod ist in Deutschland streng geregelt. Sie ist nur möglich, wenn der Be-troffene zu Lebzeiten aktiv sein Einverständnis erklärt hat. Das geht am einfachsten mit einem Organ-spendeausweis, den man bei sich trägt. Und natürlich ist die Zustimmung freiwillig. Viele Menschen wol-len nicht, dass ihnen Organe entnommen werden - etwa aus religiösen Gründen. Wer seine Bereitschaft erklärt, muss übrigens keine Angst haben, dass diese Zusage an zentraler Stelle gespeichert wird. Die Krankenkassen erheben die Spenderbereitschaft nicht.
Dennoch: die Bereitschaft zur Organspende ist viel größer, als viele vermuten würden. Laut aktuellen Umfragen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung stimmen ca. 80 Prozent der Bevölkerung einer Organspende zu, auch wenn nur 36 Prozent einen Organspendeausweis besitzen. Seit dem 01. November 2012 gilt in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung, die es erleichtern soll, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Krankenversicherer versenden ab dem 16. Lebensjahr eines Versicher-ten regelmäßig Info-Materialien. Denn es ist ein Thema, das Leben rettet - und kranken Menschen neue Hoffnung gibt.






 
Urlaub im Ausland - nur jeder zweite Bundesbürger gegen Krankheiten abgesichert  ^
Die Feriensaison steht vor der Tür! Bald werden wieder viele Bürger ins Ausland fahren, um am Strand die Sonne zu genießen oder im Gebirge zu wandern. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber einen gefährlichen Trend: Viele Deutsche verzichten im Ausland auf einen Krankenschutz. Und das kann schnell richtig teuer werden.

Es ist ein besorgniserregender Trend: Viele Deutsche verzichten zunehmend auf einen Krankenschutz, wenn sie für den Urlaub ins Ausland fahren. Auf die Frage "Gegen welche der folgenden Risiken sind Sie bei einer Reise in der Regel versichert?", antwortete nur etwa jeder zweite Befragte (55 Prozent): "gegen eine Erkrankung oder einen Unfall". Das ergab das "Urlaubsbarometer 2018" der Europ Assistance Gruppe.

Im Ausland lauern Kostenfallen

Bedenklich ist dies deshalb, weil im Ausland große Kostenrisiken lauern, sobald man erkrankt oder einen Unfall erleidet. Zwar hat die Bundesrepublik mit vielen Staaten ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen, so dass vor allem in der Europäischen Union ein Grundschutz gegeben ist. Auch mit zahlreichen anderen Staaten existiert eine solche Vereinbarung, wie der GKV-Spitzenverband auf seiner Webseite informiert, etwa mit den USA, Australien, Israel oder China.

Aber oft zahlen die Krankenkassen nur genauso viel für die Behandlung, wie sie auch in Deutschland ersetzen müssten. Da kann sich schnell eine gefährliche Lücke auftun, weil Behandlungskosten selbst übernommen werden müssen. Wer in ein Urlaubsland fährt, sollte auf jeden Fall bei seiner Krankenversicherung anfragen, ob dort Schutz besteht und in welchem Umfang.

Mit manchen Staaten besteht kein Sozialversicherungsabkommen. Und dann droht eine wahre Kostenlawine, z. B. wenn ein Hubschraubereinsatz erforderlich ist nachdem man sich bei einer Bergwanderung den Knöchel bricht und ins Krankenhaus transportiert werden muss. Oder wenn eine schwere Operation notwendig ist und man wochenlang im Krankenhaus untergebracht werden muss. Natürlich will niemand, dass so etwas passiert. Aber wenn der Fall eintrifft, sollte man entsprechend abgesichert sein.

Auslandsreisekrankenversicherung - günstiger und wichtiger Schutz!

Hier kommt die Auslandsreisekrankenversicherung ins Spiel. Ein solcher Vertrag ist schon für einen sehr niedrigen zweistelligen Betrag abzuschließen. Auch deshalb ist unverständlich, dass viele Deutsche darauf verzichten.

Natürlich gibt es zwischen den einzelnen Verträgen große Unterschiede. So zahlt mancher Versicherer nur für die stationäre Behandlung, wenn der Krankenhaus-Aufenthalt im Ausland länger als zwei Wochen dauerte. Solche nachteiligen Klauseln sollten natürlich nicht im Vertrag enthalten sein. Auch für den Rücktransport in die Heimat sind mitunter strenge Regeln festgeschrieben - etwa, dass ein Versicherer nur dafür zahlt, wenn er medizinisch notwendig ist. Nicht aber, wenn ein Rücktransport die Heilungsaussichten des Patienten deutlich verbessert, etwa weil die Reha in Deutschland hochwertiger ist und der Betroffene im Kreis der Angehörigen gepflegt wird.

Wichtig: Beim Antrag fragt der Versicherer in der Regel Gesundheitsfragen ab. Diese sollten ehrlich beantwortet werden. Der Versicherer kann später eine Leistung verweigern, wenn sich rückblickend herausstellt, dass Daten falsch oder unvollständig angegeben worden sind. Wer Vorerkrankungen aufweist oder gar chronische Krankheiten, sollte zudem von der Möglichkeit einer anonymen Voranfrage Gebrauch machen. Damit verhindert man, in eine Auskunftei der Versicherungswirtschaft eingetragen zu werden, was den Abschluss eines Vertrages deutlich erschwert. Ein Fachmann kann hierbei helfen.

 
Cyberrisiken - Wenn eine Email die Firma außer Betrieb setzt  ^
Kleine und mittelständische Unternehmen haben noch immer deutliche Versicherungslücken, wenn es um Cyberrisiken geht. Der Dachverband der Versicherer wollte nun per Studie wissen, an welcher Stelle mittelständische Firmen besonders anfällig sind für Schadsoftware, Hacker und Trojaner. Das Einfallstor ist ein alter Klassiker: die Email.

Keiner liest mehr Emails? Denkste! Für den deutschen Mittelstand sind die Nachrichten das wichtigste Einfallstor für Cyberangriffe. 59 Prozent aller erfolgreichen Cyberangriffe in den letzten Jahren erfolgten über Anhänge oder Links in der elektronischen Post. Das ergab die repräsentative forsa-Umfrage "Cyberrisiken im Mittelstand", die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben hat.

Die Konsequenzen für die Betriebe können bitter und brutal sein. In vier von zehn Fällen (43 Prozent) aller erfolgreichen Angriffe wurde die Firma zeitweise komplett lahmgelegt: Es ging folglich nichts mehr. Und das Risiko ist nicht zu unterschätzen. Beinahe jeder dritte Betrieb (30 Prozent) hat schon einmal Schäden durch Cyberangriffe bewältigen müssen, jeder zehnte (11 Prozent) sogar mehrfach. Tendenz steigend.

Die Firmeninhaber sehen sich dabei oft mit Kosten konfrontiert, die sie selbst gar nicht bedacht haben. So musste am häufigsten Geld für die Datenwiederherstellung und Aufklärung des Angriffs in die Hand genommen werden (59 Prozent). Schließlich kann es sehr aufwendig sein, bis die Ursache überhaupt erst einmal gefunden wird. Aber auch andere unerwartete Schadenforderungen sind denkbar, etwa wenn ein Auftraggeber Ware bestellt hat und nun Schadensersatz verlangt. Oder wenn sensible Daten geklaut werden, so dass nun die Reputation der Firma Schaden nimmt. Hier sei daran erinnert, dass mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ganz neue Pflichten auf die Unternehmen zukommen.

Aber man kann sich schützen. Die Versicherer bieten auch für kleine Firmen Gewerbeversicherungen an, mit denen viele Risiken abgedeckt sind - oft auch als Kombilösung aus mehreren Bausteinen. Dabei sollten die Firmen darauf achten, dass auch Cyberrisiken im ausreichenden Maße eingeschlossen sind.

"IT-Aufklärung, Datenwiederherstellung und besonders die Betriebsunterbrechung geht für Unternehmer sofort ins Geld. Deshalb macht es auch für kleine Betriebe Sinn, sich mit einer Cyberversicherung abzusichern", kommentiert Peter Graß, Cyberversicherungsexperte des GDV. Ein Beratungsgespräch hilft, den passenden Schutz zu finden!
 
Bankschließfächer - Versicherungsschutz nicht immer mit eingeschlossen  ^
In vielen Bankschließfächern sind Wertsachen nicht oder nur mit einer geringen Höchstsumme versichert. Grund genug, vorher genau in den AGB nachzulesen, wofür und in welchem Umfang Schutz besteht. Unter Umständen zahlt aber auch die eigene Hausratversicherung.
Wenn man Wertgegenstände in einem Bankschließfach wegschließt, sind sie dort doch sicher? Das kann ein gefährlicher Irrtum sein, wie erneut eine Stichprobe zeigt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat demnach die Geschäftsbedingungen von acht kostenpflichtigen Schließfächern untersucht. Im Schnitt mussten die Kunden dafür eine Jahresmiete von 60 Euro zahlen.
Doch selbst wenn die Banken Gebühren für das Schließfach verlangen - werden die Wertsachen gestohlen oder kommen anderweitig zu Schaden, sind die Versicherungssummen mitunter absolut unzureichend. Bei zwei Geldhäusern fehlte eine Versicherung im Mietpreis komplett. Andere Banken boten standardmäßig eine Höchstversicherungssumme zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Schon wer etwa seinen wertvollen Schmuck oder eine Goldmünze im Schließfach aufbewahrt, kommt mit dieser Summe nicht aus.
Viele Institute bieten zusätzlich eine extra Schließfachversicherung an, die aber schnell den Preis für das Schließfach verdoppeln kann. Auch hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte der Geschäftsbedingungen. Sind auch Elementarschäden mitversichert? Nur dann zahlt der Versicherer, wenn z. B. eine Überschwemmung die wertvolle Briefmarkensammlung überflutet. Mitunter werden Kunden auch teuer zur Kasse gebeten, wenn sie den Schlüssel zum Schließfach verlieren und Schlösser ausgetauscht werden müssen.
Unter Umständen ist es aber gar nicht erforderlich, eine separate Versicherung bei der Bank abzuschließen. Viele Hausratversicherungen beinhalten über den Leistungspunkt "Außenversicherung" einen gewissen Grundschutz. Auch hier sind die Versicherungssummen in der Regel sehr begrenzt. Bei Schmucksachen, Briefmarken, Münzen und Medaillen erstatten die Versicherer oft zwischen 5.000 Euro und 30.000 Euro. Geringer sind die marktüblichen Summen für Sparbücher, Urkunden und Wertpapiere, wo oft zwischen 1.500 und 5.000 Euro versichert sind. Hier lohnt eine Rücksprache mit dem Versicherer, ob und wie der Schutz erweitert werden kann.
 
Fahrradversicherung - Alle zwei Minuten wird ein Fahrrad geklaut  ^
Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die kürzlich von Bundesinnenminister Horst Seehofer vorgestellt wurde. Wer ein sehr teures Rad fährt, sollte deshalb den geliebten Drahtesel mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen.

In Deutschland wurden im Jahr 2017 genau 300.006 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Dies zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017, die vor wenigen Tagen in Berlin vorgestellt wurde. Heruntergerechnet bedeutet dies, dass alle zwei Minuten ein Bike in die Hände von Dieben fällt.

Besonders betroffen vom Fahrradklau sind erwartungsgemäß die Großstädte. Allein in der Hauptstadt Berlin kamen im letzten Jahr mehr als 27.000 Räder abhanden, in Hamburg knapp 14.500. Und sogar eine mittlere Großstadt wie Leipzig mit knapp 600.000 Einwohnern wird keineswegs seltener von Fahrraddieben heimgesucht: mehr als 10.000 Räder wurden hier geklaut.

Oft agieren dabei kriminelle Banden, die genau auskundschaften, wo sie zuschlagen können. Tagelang werden Orte beobachtet und ausspioniert, an denen viele Menschen ihre Räder abstellen. Das kann auch der Hinterhof sein. Wenn das Velo erstmal weg ist, sind die Chancen gering es wiederzubekommen. Weniger als jeder zehnte Diebstahl wird von der Polizei aufgeklärt.

Grund genug, entsprechend vorzusorgen. Schließlich sind auch Fahrräder immer besser ausgestattet und kosten schnell mal einen hohen vierstelligen Betrag. Unbedingt empfehlenswert ist es, das Rad polizeilich registrieren zu lassen. Denn werden gestohlene Räder aufgefunden, steht die Polizei oft vor dem Problem, dass sie die Besitzer nicht ausfindig machen kann. Hier schafft eine Registrierung Abhilfe. Auch hat die Plakette, gut sichtbar am Rahmen angebracht, eine abschreckende Wirkung auf Diebe.

Zudem gehört natürlich jedes Rad mit einem guten Schloss gesichert, wenn man es unterwegs abstellt. Hier lohnt es sich, etwas mehr auszugeben. Der Schwachpunkt der Schlösser ist oft nicht die Kette, das Kabel oder der Bügel - je nachdem, wofür man sich entscheidet. Sondern tatsächlich die Schließvorrichtung, wo man den Schlüssel hineinsteckt. Mit einer einfachen Zange lässt sich diese Stelle bei wenig sicheren Schlössern leicht.

Darüber hinaus sollte ein Fahrrad möglichst an einem festen Gegenstand angeschlossen werden. Denn mitunter transportieren die Diebe auch Fahrräder weg, die nur an sich selbst mit einem Schloss gesichert sind - etwa zwischen Gestell und Vorderrad.

Natürlich kann man das Fahrrad auch mit einer Versicherung gegen Diebstahl schützen. Wird es aus der verschlossenen Wohnung, dem Keller oder einem Gemeinschaftsraum gestohlen, zahlt in der Regel die Hausratversicherung. Jedoch nicht, wenn es unterwegs entwendet wird. Hier muss in der Regel ein kostenpflichtiger Zusatzbaustein abgeschlossen werden oder eine eigenständige Fahrradversicherung. Aber Vorsicht: Die Verträge zeigen mitunter große Unterschiede. So ist die Höchstsumme in der Regel auf einen bestimmten Betrag begrenzt. Auch schreiben es die meisten Versicherer vor, dass man das Rad polizeilich registrieren lässt - eben, damit der Besitzer überhaupt eine Chance hat, es von der Polizei zurückzuerhalten.
 
Rente der Pensionskasse nicht zur Schuldentilgung gedacht  ^
Ein Beschäftigter kann von seinem Arbeitgeber nicht einfach die Kündigung der Betriebsrenten-Direktversicherung mit Entgeltumwandlung verlangen, wenn er sich in einer finanziellen Notsituation befindet. Das hat das Bundesarbeitsgericht mit einem Urteil vom 26.04.2018 bestätigt (3 AZR 586/16). Grund ist, dass diese Vorsorgeform tatsächlich für das Alter genutzt werden soll.

Viele Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten eine Betriebsrente mit Entgeltumwandlung an, damit sie im Alter eine Zusatzrente haben und besser vor Armut geschützt sind. In der Einzahlungsphase werden dann keine Einkommenssteuer und keine Sozialabgaben auf den umgewandelten Teil fällig. Allerdings darf ein Arbeitnehmer nicht einfach darauf drängen, den Versicherungsvertrag gegenüber der Versicherungsgesellschaft zu kündigen, damit er in einer finanziellen Notsituation den Rückkaufswert erhält. Dies hat das Bundesarbeitsgericht entscheiden.

Arbeitnehmer hatte Probleme bei Finanzierung eines Eigenheimes

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Autofirma aus dem Rheinland eine Direktversicherung für den klagenden Beschäftigten abgeschlossen, die seine Rente im Alter aufbessern sollte. Über eine Pensionskasse zahlte die Firma rund 1.000 Euro pro Jahr in den Vertrag ein. Der Arbeitgeber beteiligte sich auch an den Zahlungen, schoss also selbst einen Beitragsteil zur Betriebsrente zu.

2009 verlangte der Angestellte jedoch die Kündigung der Betriebsrente. Seitdem ruht der Vertrag - er wird also aktuell nicht mehr mit Beiträgen bedient, kann aber später weitergeführt werden. Der Mann hatte sich bei der Finanzierung eines Eigenheims übernommen und wollte nun mit der frei werdenden Summe von rund 7.000 Euro Rückkaufswert einen Teil seiner Schulden tilgen. Der Arbeitgeber aber wollte den Vertrag nicht kündigen, so dass der Mann klagte.

Entgeltumwandlung dient der Vorsorge im Alter, nicht zur Schuldentilgung

Der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichtes in Köln hat - wie die Vorinstanzen - die Klage abgewiesen. Der Kläger habe kein schutzwürdiges Interesse an der begehrten Kündigung, begründeten die Richter ihr Urteil laut Pressetext des Gerichtes.

Die im Betriebsrentengesetz geregelte Entgeltumwandlung diene dazu, den Lebensstandard des Arbeitnehmers im Alter zumindest teilweise abzusichern, heißt es im Urteilstext. Mit dieser Zwecksetzung wäre es nicht vereinbar, wenn der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber verlangen könnte, die Direktversicherung lediglich deshalb zu kündigen, weil er aktuell Schulden bezahlen muss.

Hierbei sollten Verbraucher bedenken, dass eine Betriebsrente tatsächlich für die Absicherung im Alter gedacht ist. Das ist auch ein wichtiger Vorteil: Im Rentenalter zahlt der Versicherer oder die Pensionskasse eine Rente bis zum Lebensende, egal wie alt man wird. Die Anlage ist jedoch nur eingeschränkt flexibel. Wer darauf angewiesen ist, zwischenzeitlich bei Bedarf auf sein Geld zugreifen zu können, sollte folglich auch alternative Geldanlagen prüfen.
 
Warum Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig ist  ^
Für Frauen ist die Altersvorsorge ein besonders wichtiges Thema, weil sie auch niedrigere Renten erwarten. Dabei kann man die Wahl der richtigen Altersvorsorge natürlich gemeinsam mit dem Partner treffen - aber allein auf ihn verlassen sollte man sich nicht.

Frauen haben im Schnitt ein höheres Altersarmuts-Risiko als Männer. Das zeigen schon die durchschnittlichen Rentenbezüge von Mann und Frau. Erzielen Männer im Schnitt eine gesetzliche Rente von 1.065 Euro im Monat, so haben Frauen nur 671 Euro in der Tasche. Für ein auskömmliches Leben im Alter ist das viel zu wenig.

Die Gründe sind komplex - und haben auch damit zu tun, dass Familie und Pflege noch immer mehrheitlich auf Frauen lastet. Rund zwei Drittel aller pflegenden Angehörigen sind weiblichen Geschlechts, so verrät eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums. Und noch immer wird diese wichtige Arbeit auch finanziell nicht ausreichend gewürdigt. Der Staat spart jedes Jahr Milliarden, wenn Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden umsorgt werden und nicht stationär betreut werden müssen.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat herausgefunden, dass Frauen im erwerbsfähigen Alter noch immer den Großteil der unbezahlten Fürsorgearbeit und Hausarbeit übernehmen. 2,4mal häufiger als Männer kümmern sich Frauen demnach um Kinder und Pflegebedürftige in der eigenen Familie.

Um für Kinder und Angehörige da sein zu können, unterbrechen Frauen auch häufiger ihren Job oder arbeiten in Teilzeit, was leider oft in eine "Teilzeitrente" mündet. Erziehungszeiten werden zwar von der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt, letztendlich werden aber nur pro Kind drei Jahre mit je einem Entgeltpunkt angerechnet.

Frauen sind häufiger auf Grundsicherung angewiesen

Schaut man auf das Geschlechterverhältnis bei den Personen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, so betrifft dies zu knapp 60 Prozent Frauen. Und rechnet man die drei Säulen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge zusammen, erzielen Frauen ein um 53 Prozent niedrigeres Nettoeinkommen im Alter, so zeigen Daten des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), der größten wiederkehrenden Haushaltsbefragung in Deutschland. Vor allem bei den Betriebsrenten klafft ein riesiges Loch. Während Frauen im Schnitt 240 Euro Betriebsrente im Monat erhalten, sind es bei den männlichen Beschäftigten im Schnitt 593 Euro.

All diese Zahlen zeigen, dass das Thema Altersvorsorge für beide Geschlechter wichtig ist, aber Frauen auch hier noch indirekt benachteiligt werden. Deshalb sollten sich nicht nur Frauen zeitig Gedanken machen, wie sie ihre Altersbezüge aufbessern können, um finanziell unabhängig zu sein. 49 Prozent der Frauen nehmen laut einer YouGov-Umfrage ihre Zukunft selbst in die Hand und sorgen neben der gesetzlichen Rente auch privat vor.

Gerade Familien sollten auch klären, ob und wie die finanzielle Zukunft besser auf beide Schultern verteilt werden kann, so dass beide Partner gut für spätere Zeiten abgesichert sind. Das betrifft nicht nur die direkte Altersvorsorge, zum Beispiel mit einer Rentenversicherung. Wer Pflegevorsorge betreibt und eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, leistet auch einen Beitrag, um weibliche Familienangehörige später zu entlasten und die Arbeit gerechter auf beide Geschlechter verteilen zu können.
 
Sechs von zehn Häusern nicht gegen Elementargefahren geschützt  ^
Noch immer sind die meisten Hausbesitzer in Deutschland nicht gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Nach aktuellen Erhebungen besitzen nur 41 Prozent der Immobilieneigner einen entsprechenden Schutz. Dabei kann ein Schaden am Haus das Portemonnaie derart belasten, dass sich eine Familie dauerhaft nicht davon erholt.

Nur 41 Prozent der deutschen Hausbesitzer haben ihr Hab und Gut gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Damit sind noch immer sechs von zehn Häusern ohne entsprechenden Schutz. Das geht aus Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kürzlich veröffentlicht hat.

Das Problem hierbei: Eine Wohngebäudeversicherung reicht nicht aus, um das Haus gegen Naturgefahren wie Überschwemmungen, Hochwasser, Erdrutsch oder Rückstau zu versichern. Hierfür ist eine Elementarschadenversicherung erforderlich. Diese Police kann als eigenständiger Vertrag und als Zusatzbaustein abgeschlossen werden. Viele Hausbesitzer wissen dies nicht, weshalb die Bundesländer gemeinsam mit den Versicherern Informationskampagnen gestartet haben, um die Bürger aufzuklären.

Starkregen tritt immer häufiger auf

Wer jetzt aber sagt: "Ich habe doch ohnehin keinen Fluss oder ein anderes Gewässer in der Nähe meines Hauses. Weshalb sollte ich mich also gegen Elementarschäden versichern?", der sollte zusätzlich gewarnt sein. Stichwort Starkregen: Laut einer Auswertung des Nachrichtenportals "Correctiv" haben heftige Niederschläge in den letzten zwei Jahrzehnten stark zugenommen.

Die Journalisten haben sich Daten von 1.000 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) angeschaut. Das Ergebnis: Starkregen tritt nicht nur immer häufiger auf, sondern mittlerweile auch in der gesamten Bundesrepublik. Dies bedeutet, fast jeder Hausbesitzer kann davon betroffen sein.

Von Starkregen spricht man ab einer Niederschlagsmenge von 17 Millimetern pro Stunde, was stündlich 17 Litern pro Quadratmeter entspricht. Das ist aber nur der niedrigste Wert. Um hier ein Extrembeispiel zu nennen: am 28. Juli 2014 fielen in Münster innerhalb weniger Stunden 292 Liter pro Quadratmeter. Das ist, als würde man auf dieser kleinen Fläche in kurzer Zeit fast dreißig volle Wischeimer mit Wasser auskippen.

Auch die Großstädte sind keineswegs sicher. Am 29. Juni 2017 regnete es in Berlin-Tegel innerhalb von 24 Stunden fast 200 Liter pro Quadratmeter. Das ist fast ein Viertel der Niederschlagsmenge, die normalerweise innerhalb eines Jahres in Berlin gemessen wird. Wenn das Wasser dann nicht kontrolliert abfließen kann, überschwemmt es schnell Keller und staut sich am Fundament der Häuser. In Ausnahmefällen setzt sich gar eine Schlammlawine in Bewegung, die Geröll, Bäume und Autos mit sich reißt. So können an den Häusern massive Schäden entstehen.

Experten des Deutschen Wetterdienstes gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit von Starkregen in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen könnte. Und folglich auch die Notwendigkeit, sich privat abzusichern.
Eine weitere Gefahr, die jede Immobilie im Winter treffen kann, sind eingedrückte Dächer als Folge von hohem Schneedruck.

Nur 0,6 Prozent in der höchsten Gefährdungsklasse

Viele Hausbesitzer könnten jetzt einwenden: Ist meine Immobilie überhaupt gegen Elementargefahren versicherbar? Immer wieder hört und liest man, dass dies recht teuer sei und einige Häuser gar keinen Schutz bekommen, speziell in Hochwasser-Risikozonen.

Hier verweist der GDV auf die neuesten ZÜRS-Zahlen aus dem Oktober 2017. ZÜRS ist das Zonierungssystem, mit dem deutschlandweit Häuser nach ihrem Hochwasserrisiko benotet werden. Demnach sind nur 129.700 Häuser in Deutschland in die höchste Gefahrenklasse 4 eingeordnet und damit statistisch mindestens einmal in zehn Jahren von Hochwasser bedroht. Das sind nur 0,6 Prozent der bundesweit 21,4 Millionen registrierten Adressen.

Es lohnt sich also, zumindest einmal nachzufragen, ob die eigene Immobilie gegen Elementarschäden versicherbar ist. Zwischen den einzelnen Anbietern bestehen teils deutliche Unterschiede, was die Preise und die Versicherbarkeit von Häusern betrifft. Der Schutz des eigenen Hauses ist keine Kleinigkeit. Bei den jüngsten Hochwässern und Überschwemmungen wurden einige Gebäude teils so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Dabei können Kosten im sechsstelligen Bereich entstehen, wenn das Haus bis auf die Grundmauern neu aufgebaut werden muss.
 
Tanzpartner haftet nicht für Sturz  ^
Wer beim Tanz stürzt und sich dabei verletzt, kann nicht seinen Partner dafür haftbar machen. Das geht aus einem Urteil hervor, über das aktuell die Deutsche Anwaltshotline berichtet. Entsprechend kann auch nicht die Haftpflichtversicherung des Tänzers haftbar gemacht werden. Hier empfiehlt es sich, zusätzlich eine Unfallversicherung abzuschließen: Sie zahlt unabhängig von der Ursache des Unfalls.

Im konkreten Rechtsstreit hatte eine Frau Pech, die tänzerisch eher unbegabt war. Sie wurde zu ihrer Geburtstagsfeier von einem erfahrenen Turnier-Tänzer zum Tanz aufgefordert. Zunächst lehnte die Frau ab. Als sie sich schließlich doch überreden ließ, stürzte sie bei einer gewagten Drehung und verletzte sich dabei schwer.

Das Oberlandesgericht Frankfurt aber sprach der Frau Schadensersatz ab, als sie den Tänzer schließlich auf Schmerzensgeld verklagte. Dabei betonten die Richter, dass sich die Frau freiwillig auf den Tanz eingelassen habe und um das Risiko einer Verletzung beim Tanzen wusste. Es reicht folglich nicht aus, dass sie sich nur widerwillig zum Tanz überreden ließ, damit der Tänzer nun haften müsse. Die Frau hätte sich nicht aufs Parkett bitten lassen dürfen (Az. 13 U 222/16).

Hier hätte eine Unfallversicherung geholfen, den finanziellen Schaden des Sturzes abzuwenden. Aber Achtung: Laut Vertragswerk sollten auch die sogenannten Eigenbewegungen mitversichert sein. Nur dann zahlt der Versicherer auch, wenn eine plötzliche und unbedachte Bewegung zu der Verletzung führt, ohne dass ein Fremdeinwirken von außen vorliegt.

 
Berufsunfähigkeitsversicherung - Drei von vier Anträgen auf BU-Rente werden bewilligt  ^
Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherer zahlen durchaus zuverlässig eine BU-Rente, wenn die Versicherten darauf angewiesen sind. Das zeigt eine aktuelle Studie, die circa 50 Prozent des deutschen Marktes abdeckt. Demnach wird in drei von vier Fällen problemlos die Leistung im Ernstfall bewilligt.

Berufsunfähigkeitsversicherer sind Nein-Sager? Einige Medienberichte über Fälle, in denen Versicherte trotz schwerer Beeinträchtigung leer ausgegangen sind, legen dies nah. Doch dass es sich bei diesen Fällen keineswegs um die Regel, sondern um Ausnahmen handelt, zeigt erneut eine Studie.

Das Analysehaus Franke und Bornberg untersucht bereits seit mehreren Jahren das Leistungsverhalten der BU-Versicherer. Auch in diesem Jahr stellten wieder sieben Anbieter ihre Daten zur Verfügung: gemeinsam stehen sie für 4,57 Millionen Berufsunfähigkeits-Policen und vereinen knapp 50 Prozent aller Leistungsfälle auf sich. Zusätzlich haben die Analysten die Versicherer vor Ort besucht, um stichprobenartig den Sachbearbeitern über die Schultern zu schauen. Das Datenmaterial bezog sich auf das Jahr 2016.

Das Ergebnis ist durchaus erfreulich. Wenn ein Versicherter eine BU-Rente beantragt, fallen drei von vier Leistungsentscheidungen (75,7 Prozent) zu Gunsten des Versicherten aus. Auf ähnliche Zahlen kommt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dieser hatte für das Jahr 2015 eine Leistungsquote von 77 Prozent ermittelt.

"Die BU-Versicherung bleibt weiterhin das wichtigste Produkt zur Absicherung der Arbeitskraft. Eine Anerkennungsquote von über 75 Prozent zeigt, dass die BU auch im Leistungsfall funktioniert", kommentiert BU-Experte Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des unabhängigen Analysehauses.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Insgesamt 589 Verbraucher zogen im Erhebungszeitraum gegen ihren Versicherer vor Gericht, weil sie der Meinung waren, dass ihnen zu Unrecht eine BU-Rente verweigert wurde. Auch hier gilt es zu relativieren: Das sind lediglich 2,39 Prozent aller ausgewerteten Anträge auf eine Versicherungsleistung, denn gezählt wurden 24.600 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen. Oft mussten die Verbraucher einsehen, dass der Versicherer durchaus nicht zahlen muss. Bezogen auf alle Leistungsfälle betrug die Quote der von Versicherern verlorenen Prozesse magere 0,28 Prozent.

Häufigster Ablehnungsgrund war, dass der erforderliche Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent nicht nachgewiesen werden konnte (48,7 Prozent). Weitere 30 Prozent wurden abgelehnt, weil der Versicherer den Vertrag erfolgreich angefochten oder davon zurückgetreten ist, etwa aufgrund einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Hier gilt, bereits beim Antrag auf BU-Schutz alle Fragen genau und gewissenhaft zu beantworten und sich dabei möglichst professionelle Hilfe zu holen.
 
Telematik in der Kfz-Versicherung: Tarife für junge Fahrer und Fahranfänger  ^
Etwa 15 Kfz-Versicherer haben derzeit sogenannte Telematik-Tarife im Angebot, bei denen der Fahrer Prämienrabatte erhält, wenn er eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise nachweisen kann. Die Nachfrage lässt derzeit zu wünschen übrig. Doch gerade für Fahranfänger kann eine solche Police empfehlenswert sein, denn es geht nicht nur um den Preis.

Telematik boomt? Nicht wirklich! Denn während in anderen Staaten, zum Beispiel auf dem angloamerikanischen Markt oder in Italien, die sogenannten Telematiktarife längst etabliert sind, werden sie in Deutschland noch sehr zurückhaltend nachgefragt. Selbst der deutsche Marktführer in der Autoversicherung, ein Anbieter aus Coburg mit 11,6 Millionen Verträgen, hat kaum 50.000 Telematik-Kunden, so berichtet das Branchenmagazin "Versicherungswirtschaft heute" am Montag.

Die App misst das Fahrverhalten

Verwunderlich ist das auch deshalb, weil die Branche große Hoffnungen in die Telematik gesetzt hatte und noch immer setzt. Hierbei gilt es allerdings auch zu berücksichtigen, dass solche Verträge erst seit wenigen Jahren im Angebot sind: 2013 wagte sich der erste deutsche Versicherer mit einer Telematik-Police auf den Markt. Das liegt vielleicht auch an dem Prinzip:

Der Fahrer ist dazu angehalten, seine Fahrweise mittels einer App oder Black Box messen zu lassen und die Daten an den Versicherer zu übermitteln. Dabei werden Daten wie Beschleunigungs- und Bremsverhalten, das Lenken in der Kurve sowie andere sensible Informationen aufgezeichnet. Das ist auf dem deutschen Markt nicht jedem Fahrer geheuer, zumal für Datenschutz hierzulande eine besonders hohe Sensibilität besteht. Wenn der Fahrer vorsichtig fährt, sind abhängig vom Anbieter deutliche Prämienersparnisse möglich.

Bezüglich des Datenschutzes betonen die Versicherer, dass sie nicht nur strengen Datenschutz-Gesetzen in Deutschland verpflichtet sind, sondern die Daten auch anonym aufzeichnen. Zudem ist bei den meisten Tarifen dem Kunden überlassen, ob und wann er sich mittels Datenmessung beteiligen will. Soll heißen: der Versicherte muss nicht mehr zahlen, wenn er mal für einen Monat die Daten nicht weitergibt. Er bekommt aber auch keinen Rabatt für den Zeitraum.

Junge Zielgruppe: Vorsichtiges Fahren wird gefördert

Dabei ist bei Telematikversicherungen nicht nur der Preis ein Argument, sich für eine solche Police zu entscheiden. Studien haben nämlich gezeigt, dass gerade Fahranfänger und junge AutofahrerInnen deutlich vorsichtiger fahren, wenn sie mittels Telematik ihr eigenes Fahrverhalten vor Augen geführt bekommen. Deshalb haben viele Versicherer junge Versicherungsnehmer als Hauptzielgruppe ausfindig gemacht. Sie bieten Programme, bei denen die Fahranfänger teils spielerisch ihre eigene Fahrweise analysieren und auswerten können. Die Telematik funktioniert auch als eine Art digitaler Fahrtrainer, der Tipps gibt.

Gerade Eltern sollten deshalb überlegen, ob sie für den Nachwuchs nicht einen Telematik-Tarif in der Autoversicherung abschließen wollen. Denn er hat auch eine disziplinierende Funktion, ohne dass Druck auf den jungen Fahrer oder die Fahrerin ausgeübt wird. Und das ist doch eigentlich eine gute Sache.

 
Gesetzliche Unfallversicherung - Schon eine Raucherpause kostet Arbeitsschutz  ^
Wer sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin befindet, der ist in der Regel auch durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Was aber viele Arbeitnehmer nicht wissen: Schon in der Raucherpause oder auf dem Weg dorthin erlischt der Schutz. Denn die Zigarette zwischendurch hat mit der eigentlichen Arbeit nichts zu tun.

Mehr als eine Million meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle ereignen sich jedes Jahr laut Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gut also, dass man am Arbeitsplatz gegen derartige Unfälle abgesichert ist. Knapp 19.000 dieser Zwischenfälle endeten im Jahr 2016 derart tragisch, dass die Versicherten erstmals eine Rente erhielten.

Was viele Beschäftigte aber nicht wissen: der gesetzliche Schutz hat gefährliche Lücken. Schon der Gang zur Zigarettenpause führt dazu, dass der Rentenversicherungsträger nicht zahlen muss, wenn sich in der Pause oder auf dem Weg dorthin ein Unfall ereignet. Dies haben mehrere Urteile gezeigt - unter anderem ein Richterspruch des Sozialgerichts in Karlsruhe aus dem Jahr 2015 (Aktenzeichen S 4 U 1189/15).

Raucherpause "rein private Angelegenheit"

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Facharbeiterin 15 Minuten vor der regulären Pause ihren Arbeitsplatz in einer Lagerhalle verlassen, als ihr ein Gabelstapler über den Fuß fuhr. Ein komplizierter Bruch war die Folge. Die Frau wollte das Missgeschick als Arbeitsunfall geltend machen - dabei machte die Frau widersprüchliche Angaben. Zunächst sagte sie, sie habe sich nach draußen begeben wollen, um eine Zigarette zu rauchen. So stand es letztendlich auch in der Unfallmeldung ihres Arbeitgebers. Später korrigierte sie sich und behauptete, sie habe zur Toilette gehen wollen.

Die Karlsruher Richter kamen in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluss, dass der Weg zur Toilette sehr wohl einen Arbeitsunfall bedingt hätte, eine Raucherpause hingegen nicht. Denn das Rauchen habe streng genommen nichts mit der Arbeit zu tun und sei eine rein private Angelegenheit. Folglich muss die Berufsgenossenschaft nicht für die Verletzung einstehen.

Auch Umweg von Arbeit kostet Unfallschutz

Ähnliche Urteile liegen auch vor, wenn ein Beschäftigter von der Arbeit nicht den direkten Weg nach Hause wählt, sondern einen Umweg einschlägt - etwa, um noch schnell einzukaufen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wer sein Kind auf einem Umweg zur Arbeit in den Kindergarten bringt, ist im Falle eines Unfalls durch die Berufsgenossenschaft abgesichert. Wird das Kind jedoch zur Oma gebracht, besteht bei einem Unfall kein Leistungsanspruch gegen die Berufsgenossenschaft.

Deshalb ist es ratsam, zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen, um auch in solchen Situationen geschützt zu sein. Sie zahlt in der Regel unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet hat. Zusätzlich kann der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 
Geräteversicherungen für Smartphones, Tablets und Co. erneut in der Kritik  ^
Wer beim Electrodiscounter oder auch im Internet ein teures Elektrogerät kauft, kann häufig auch gleich eine passende Geräteversicherung dazu abschließen. Doch erneut sind diese Policen in die Kritik geraten. Sie beinhalten strenge Ausschlüsse, die den Verbraucher im Zweifel benachteiligen können. Deshalb sollte man solch einen Vertrag sehr genau lesen.

Technische Produkte wie Smartphones oder Flachbildschirme werden immer teurer. Kein Wunder also, dass man diese Geräte auch versichern möchte. Das machen sich Elektro-Discounter und auch Online-Händler zunehmend zu Nutze. Wer ein solches Gerät kauft, bekommt oft auch eine Versicherung angeboten, die man gleich an der Kasse oder per Mausklick abschließen kann.

Der Preis für diese Geräteversicherungen ist durchaus beachtlich. Oft orientieren sich die Kosten am Wert des gekauften Produktes und hohe dreistellige Beträge sind nicht selten. Doch diese Versicherungen sind nun erneut in die Kritik geraten. Diesmal ist es die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die in einer Pressemeldung vor Fallstricken bei diesen Verträgen warnt.

Der Grund: die Anbieter machen es sich durchaus zu Nutze, dass die Geräte-Policen quasi direkt an der Supermarkt-Kasse abgeschlossen werden. Der Kunde hat da wenig Zeit, die Vertragsbedingungen zu lesen. Nachteilige Vertragsklauseln können die Folge sein.

Handtasche mit Schloss gesichert?

Ein Beispiel: Normalerweise sollen Versicherungen für das Smartphone auch Schutz bieten, wenn das Gerät gestohlen wird. Dieser Schutz kann aber stark eingeschränkt sein. So sehen einige Verträge nur dann Ersatz für gestohlene Geräte aus der Handtasche oder dem Koffer vor, wenn zum Zeitpunkt des Diebstahls die Tasche mit einem separaten Schloss gesichert war. Oder der Schutz besteht nur tagsüber zwischen 06:00 und 22:00 Uhr - nicht aber, wenn der Dieb nachts zuschlug.

Ebenfalls problematisch sind hohe Selbstbeteiligungen, die viele Verträge vorschreiben. So wird mitunter für die Reparatur eines Smartphones nur der Betrag gezahlt, der über einer Grenze von 100 Euro liegt. Jeder kann sich selbst ausrechnen, ob es dann nicht besser wäre, die Werkstattkosten gleich selbst zu zahlen. Abhängig vom Vertrag können auch Bedienfehler, kaputte Kleinteile oder Beschädigung durch Virenbefall komplett ausgeschlossen sein.

Auch orientiert sich der Ersatz oft am Zeitwert des Gerätes, nicht am Neuwert. Bei elektrischen Geräten ist der Wertverfall aber sehr hoch. Schon nach einem Jahr kann das Smartphone nur noch 60 bis 80 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises wert sein. Entsprechend gering fällt dann der Ersatz aus - erst recht, wenn ein Selbstbehalt vereinbart ist. Viele Verträge sehen auch vor, dass der Versicherte ein Ersatzgerät erhält statt den Preis ersetzt zu bekommen. Heimtückisch: Dieses muss nur über ähnliche Funktionen verfügen, kann aber ein deutlich preisgünstigeres Modell sein.

Grundsätzlich gilt: Versicherungen sollten nicht zwischen Tür und Angel abgeschlossen werden, folglich auch nicht an der Discounter-Kasse. Sondern nur, nachdem man sich mit den Verträgen intensiv beschäftigt hat. Wer eine Geräteversicherung abschließen will, kann dies in der Regel auch 30 Tage nach dem Kauf tun. Deshalb sollten sich Verbraucher nicht unter Druck setzen lassen, die Vertragsbedingungen lesen und notfalls auch Tarife vergleichen.
 
Waisenrente - Auch Erwachsene haben Anrecht  ^
Unter Umständen haben auch erwachsene Menschen Anrecht auf Waisenrente: nämlich dann, wenn sie sich in einem Studium oder einer Ausbildung befinden. Geld, das die Betroffenen nicht verschenken sollten.

Wer in Deutschland ein erziehungspflichtiges Elternteil verliert oder sogar beide Eltern, der hat Anrecht auf Waisenrente aus der Deutschen Rentenversicherung. Das gilt zumindest dann, wenn der oder die Verstorbene mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. In der Regel endet die Rentenzahlung, sobald die berechtigte Person ihren 18. Geburtstag feiert. Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) aktuell informiert, haben aber mitunter auch Erwachsene einen Anspruch.

Wenn sich die betroffene Person in einer Ausbildung oder in einem Studium befindet, wird die Waisenrente nämlich sogar bis zu dem 27. Lebensjahr gezahlt. Und selbst der Wechsel einer Ausbildungsstätte bedeutet nicht das Ende der Zahlungen. Wer seinen Ausbildungsplatz wechselt, kann maximal vier Monate weiter Waisenrente beziehen, um die Zeit zu überbrücken.

Wie hoch die Rente ausfällt, ist abhängig davon, wie viel und wie lange das Elternteil rentenversichert war. Die Halbwaisenrente, wenn ein Elternteil verstarb, beträgt zehn Prozent der Rente, auf welche der Verstorbene Anrecht gehabt hätte. Die Vollwaisenrente beziffert sich auf zwanzig Prozent des erworbenen Rentenanspruchs. Hinzu kommt ein Aufschlag, der sich an den zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten des Elternteils orientiert.

Anspruchsberechtigt sind nicht nur leibliche Kinder. Auch Stief- und Pflegekinder, Enkel und sogar Geschwister können unter Umständen Waisenrente beziehen: nämlich dann, wenn sie im Haushalt des Verstorbenen lebten und dieser erziehungsberechtigt war bzw. den Unterhalt finanzierte.

Laut Statistik der DRV beziehen aktuell rund 320.000 Menschen in Deutschland eine Waisenrente. Die Waisenrente muss beim Rentenversicherungsträger beantragt werden. Auch ein Nachweis ist erforderlich, dass man noch immer bezugsberechtigt ist, z. B. eine Immatrikulationsbescheinigung oder ein Ausbildungsvertrag.

 
Vermögenswirksame Leistungen - Viele Bürger verschenken Geld!  ^
Viele Deutsche nutzen sogenannte vermögenswirksame Leistungen (VL) nicht, obwohl sie Anspruch darauf hätten. Das zeigt erneut eine Studie. Damit lassen sich die Bürger insgesamt 1,6 Milliarden Euro Extrageld vom Arbeitgeber entgehen, die sie in die private oder betriebliche Altersvorsorge stecken könnten.

Nur rund 65 Prozent der Anspruchsberechtigten nutzen vermögenswirksame Leistungen. Damit gehen in Summe 1,6 Milliarden Euro Extrageld vom Chef verloren, auf die Arbeitnehmer eigentlich einen Anspruch hätten. Das hat Finanzwissenschaftler Jens Kleine, Forscher am privaten Research Center for Financial Services (CFin), für eine Privatbank errechnet.

Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige Zahlungen vom Arbeitgeber laut dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG). Das heißt, nicht jeder hat darauf einen Anspruch. Ob und in welchem Umfang Beschäftigte dieses Geld in Anspruch nehmen können, ist im Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung geregelt. Das Problem: Viele Beschäftigte wissen nicht, dass sie diese Leistungen nutzen können. Hier empfiehlt es sich, beim Arbeitgeber oder der Personalabteilung nachzufragen.

Zuschuss für die Altersvorsorge

Wie der Name schon sagt, dienen VL dazu, Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge und Vermögensbildung zu unterstützen. Auf den ersten Blick wirken die Zuschüsse vom Arbeitgeber recht klein: sie schwanken zwischen 6,65 Euro im öffentlichen Dienst und 40 Euro im Bankensektor. Aber hier sei daran erinnert, dass Vermögen auf lange Sicht gebildet wird. Und wenn der Arbeitnehmer über Jahrzehnte diese Zuschüsse nutzt, kommt schnell ein fünfstelliger Betrag zusammen, der zusätzlich zum Lohn gezahlt wird!

Das Geld kann dann vielfältig genutzt werden, etwa für einen Bank- und Fondssparplan, eine Rieser-Rente, einen Bausparvertrag oder um eine Immobilie abzuzahlen. Auch die Umwandlung in eine Betriebsrente ist möglich. Ein Nachteil der VL ist allerdings, dass sie den Bruttolohn erhöhen, so dass auch Steuern und Sozialabgaben darauf fällig werden. Allerdings lässt sich im Falle einer Betriebsrente auch die Entgeltumwandlung nutzen. Allein bei der Elektro- und Metallbranche gibt es einen eng gesteckten Rahmen. Hier muss das Geld in eine betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente eingezahlt werden. Nach Ablauf einer meist siebenjährigen Sperrfrist bekommt der Arbeitnehmer den Wert seiner VL-Anlage ausgezahlt.

Auch der Staat beteiligt sich

Geringverdiener erhalten sogar eine Förderung vom Staat, wenn sie einen Bausparvertrag haben, eine Immobilie abzahlen oder in Aktienfonds investieren. Und das Gute ist: Wer den Arbeitgeber wechselt, kann den Vertrag fortführen, auch wenn man dann unter Umständen den Beitrag selbst zahlen muss. So geht der Anspruch auf Förderung nicht verloren. Beschäftigte mit geringem Lohn können die sogenannte Arbeitnehmersparzulage beantragen, wenn das Jahreseinkommen einen bestimmten Betrag nicht überschreitet.

Es lohnt sich also beim Arbeitgeber nachzufragen, ob man Anrecht auf vermögenswirksame Leistungen hat. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!
 
Privathaftpflicht - noch immer Absicherungslücken  ^
Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss: Sonst gerät man schnell in die Schuldenfalle, wenn dritte Personen einen Schaden erleiden. Dennoch haben gerade Arbeitslose und Geringverdiener eine gefährliche Absicherungslücke. Ärgerlich, denn Schutz ist schon für wenige Euro im Monat zu haben.

Fragt man nach jenen freiwilligen Versicherungen, die jeder Haushalt unbedingt besitzen sollte, so antworten Verbraucherschutz und Versicherer in seltener Eintracht: Auf eine Privathaftpflicht sollte keiner verzichten. Das mit gutem Grund! Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 823) sieht vor, dass Personen zu Schadensersatz verpflichtet sind, wenn sie Dritte schädigen. Und zwar mit ihrem gesamten Privatvermögen und zeitlich unbeschränkt.

Eine fehlende Privathaftpflicht kann sich als Schuldenfalle entpuppen. Schon wer eine fremde Person versehentlich anrempelt, so dass sie unglücklich stürzt und eine schwere Beeinträchtigung erleidet, sieht sich schnell mit Forderungen konfrontiert, die sogar in die Millionen gehen können. Im Zweifel muss der Verdienstausfall ersetzt werden, wenn die Person nicht mehr arbeiten gehen kann, zusätzlich die Kosten für Reha, Medikamente, Pflege und so weiter. Und das ein Leben lang.

Gerade Geringverdiener haben keinen Schutz

Positiv: In Deutschland ist der Absicherungsgrad mit Privathaftpflicht-Policen schon sehr hoch. Rund 45 Millionen Verträge besitzen die Bundesbürger laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) d. h. in 85 Prozent aller Haushalte ist eine solche Police vorhanden.

Doch gerade in Haushalten mit einem geringen Einkommen bestehen gefährliche Lücken. Ist der Haupteinkommensbezieher arbeitslos, so sind nur 61 Prozent der Haushalte abgesichert. Und in Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.100 Euro besitzen nur 65 Prozent der Haushalte eine Haftpflicht. Das zeigt eine Auswertung der Versicherungswirtschaft zur Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes.

Einerseits ist es verständlich, dass gerade Menschen mit geringem finanziellen Spielraum auf Versicherungen verzichten. Aber: Auch sie haften mit ihrem Privatvermögen! Nicht nur mit dem, was sie aktuell haben. Sie müssen auch zukünftig verdientes und erworbenes Vermögen einrechnen, wenn sie Dritte entschädigen müssen.

Deshalb sollten auch Geringverdiener eine Privathaftpflicht besitzen. Schon mit wenigen Euro im Monat lassen sich Deckungssummen in Millionenhöhe absichern. Wer arbeitslos gemeldet ist, erhält vom Jobcenter zudem einen Pauschalbetrag für Versicherungen.

Doch auch für den Geschädigten bedeutet es ein Risiko, wenn ein Schadenverursacher keine Haftpflicht hat. Er bleibt dann unter Umständen auf seinen Kosten sitzen, wenn bei dem Verursacher nichts zu holen ist. Hier bietet die Leistung "Forderungsausfalldeckung" Schutz, die einige Haftpflichtversicherer anbieten. Sie übernimmt im Fall eines zahlungsunfähigen Verursachers die entstandenen Kosten.

Lassen Sie sich zum Thema Haftpflicht beraten!
 
Versicherungskunden mögen es gern individuell  ^
Viele Bundesbürger befürworten es, ihre Versicherung aus individuellen Bausteinen auf die eigene Situation zuschneiden zu können: Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Aber dabei drohen auch Risiken.

Die Deutschen mögen beim Versicherungsschutz das Baukastensystem! So lässt sich vielleicht am besten eine Studie von YouGov zusammenfassen. Demnach befürworten 58 Prozent der Bürger die Möglichkeit, Versicherungstarife auf ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden zu können.

Das kann entweder mittels besagtem Baukastensystem erfolgen, bei dem Kunden einzelne Module dazu- oder abwählen können. Oder mittels sogenannter Fitness- und Telematik-Tarife. Zum Beispiel müssen dann die Versicherten in der Krankenversicherung einen gesunden Lebenswandel nachweisen und erhalten dafür Prämien. Oder ein Kfz-Versicherer misst die individuelle Fahrweise des Versicherten und belohnt vorausschauendes und vorsichtiges Fahren mit Rabatten.

Module - Beratungsbedarf steigt!

Immer mehr Versicherer bieten tatsächlich Tarife an, die es erlauben, individuelle Leistungen für den Versicherungsschutz hinzu- oder abzuwählen. Und diese Tarife werden auch gut nachgefragt. Schließlich erlauben sie, im Zweifel Leistungen abzuwählen, die man gar nicht braucht.

Traditionell war es so, dass die Versicherer verschiedene Tarifvarianten anboten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten waren: In der Regel einen Tarif mit Grundschutz und teurere Tarife mit Zusatz- und Assistanceleistungen. Andere Sparten waren wiederum so komplex, dass sie einen hohen Beratungsbedarf erforderten, etwa die private Krankenversicherung oder die Gewerbeversicherung. Doch mit den neuen Baukasten- und Modulsystemen erhöht sich der Beratungsbedarf - selbst für vermeintlich standardisierte Produkte.

Für die Kunden kann sich das als heimtückisch entpuppen. Zum Beispiel dann, wenn sich eine wichtige Leistung in einem Baustein versteckt, den man abgewählt hat. Dann nämlich steht man plötzlich ohne Schutz da. Beispiel Hausratversicherung: Manche Tarife sehen für den Schlüsseldienst nur dann eine Leistung vor, wenn man ein bestimmtes Modul hinzuwählte. Auch andere wichtige Leistungen wie etwa Sanitär-Reparaturarbeiten, die Entfernung von Schädlingen oder ähnliches kann sich in einem Modul verstecken. Hier sollte man sich nicht scheuen, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, damit der Schutz tatsächlich auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Telematik-Tarife: Auf dem deutschen Markt noch wenig etabliert

Wer hingegen einen sogenannten Telematik- oder Pay-as-you-live-Tarif abschließen will, hat es aktuell noch schwer. Immerhin haben sich Telematiktarife mittlerweile in der Kfz-Versicherung weitestgehend etabliert: Hier misst eine App in der Regel das individuelle Fahrverhalten, also wie der Fahrer bremst, ob er schnell fährt, wie er sich in die Kurven begibt. Wer vorsichtig fährt, darf auf Rabatte hoffen. Aber bei vielen Anbietern sind diese Policen Fahranfängern vorbehalten.

In der privaten Krankenversicherung hingegen zeigen sich die Versicherer weit zurückhaltender. Im angloamerikanischen Raum und sogar in Afrika gibt es mittlerweile Tarife, bei denen der Verbraucher sein Gesundheitsverhalten fast permanent überwachen lässt: Ob er regelmäßig Sport treibt und sich gesund ernährt, teils wird sogar der Schlafrhythmus gemessen. In Deutschland gibt es dagegen viele Vorbehalte, etwa mit Blick auf den Datenschutz. Dennoch bieten die privaten Krankenversicherer auch heute schon sehr individualisierte Tarife an: ohne permanent die Gesundheitsdaten zu messen. Etwa sehen einige Tarifvarianten eine Prämienrückerstattung vor, wenn man im Kalenderjahr keinen Arzt in Anspruch nehmen musste. Hier lohnt ebenfalls ein Beratungsgespräch!


 
Hundehalter-Haftpflicht: Wer vor dem Hund warnt, haftet trotzdem  ^
Wie wichtig es ist als Hundehalter eine entsprechende Hundehalterhaftpflicht abzuschließen, zeigt ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg. Wenn ein freilaufender Hund dritten Personen eine Bisswunde zufügt, haftet der Halter selbst dann, wenn er die betroffene Person vor dem Hund gewarnt hat und sie sich dennoch unachtsam dem Tier näherte.

Mit einem aktuell veröffentlichten Urteil hat das Oberlandesgericht Oldenburg festgestellt, dass ein Hundehalter zu Schadenersatz verpflichtet ist, wenn eine dritte Person ins Gesicht gebissen wird. Das gilt selbst dann, wenn der oder die Geschädigte zuvor aufgefordert wurde, das Tier nicht anzufassen, und sich dennoch zu ihm hinunterbeugt (Urteil vom 08.11.2017, Az.: 9 U 48/17).

Freilaufender Hund beißt Geburtstagsgast

Im konkreten Rechtsstreit feierte ein Mann seinen 75. Geburtstag. In der Wohnung hielt sich auch ein freilaufender Hund auf, den er wenige Woche zuvor aus einem Tierheim in Rumänien mitgebracht hatte. Der Mann ermahnte die Gäste, den Hund nicht anzufassen und ihm keine Leckerli zu geben, da das Tier noch scheu sei.

Dennoch beugte sich eine Bekannte des Mannes zu dem Tier hinunter und wollte es begrüßen. Das war keine gute Idee. Der scheue Hund biss die Frau ins Gesicht, so dass sie mehrere Biss- und Risswunden erlitt. Sie verletzte sich so schwer, dass der Notarzt kommen musste und sie mehrere Operationen durchzustehen hatte.

Daraufhin verklagte die Frau ihren Gastgeber auf Schadenersatz. Dieser lehnte jedoch ab: Da sie sich trotz Warnung zu dem Hund hinuntergebeugt habe, treffe sie wenigstens eine Mitschuld, argumentierte der Tierfreund. Er wollte folglich für die Bisswunde nicht zahlen.

Gebissene Frau trifft keine Mitschuld

Doch das sahen die Richter des Oberlandesgerichtes anders. Wie bereits die Vorinstanz bestätigten sie, dass der Hundehalter vollumfänglich zu Schadenersatz verpflichtet ist und der gebissenen Frau kein Mitverschulden angelastet werden kann.

Nach Auffassung der Richter stellt der Biss ins Gesicht eine "typische Tiergefahr" dar, für die Halter haften müssen. Eine Ausnahme würde es lediglich darstellen, wenn sich jemand ohne triftigen Grund bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begebe. Dies sei hier nicht gegeben, da die verletzte Person den Hund weder gefüttert noch gestreichelt, sondern sich lediglich zu ihm hinuntergebeugt hätte.

Im Gegenteil: Wenn ein Hund frei auf einer Geburtstagsparty herumlaufe, könnten die Gäste nicht damit rechnen, dass das Tier zubeißen werde, betonte das Gericht. Ein Gast dürfe bei einem freilaufenden Haustier nach Treu und Glauben damit rechnen, dass bei einem normalen Herunterbeugen zu einem Haustier dieses nicht bereits zu einem Angriff gereizt werde. Mehrere andere Gerichte hatten in ähnlichen Fällen auch betont, dass der Halter haftet.

Hier sei Hundehaltern dringend dazu geraten, eine Hundehalterhaftpflicht abzuschließen. Sie springt ein, wenn der Hund Passanten beißt. Nicht jedoch, wenn Mitglieder der eigenen Familie eine Bisswunde erleiden, denn Familienmitglieder werden wie Halter bewertet. Hierfür muss zusätzlich eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden. Und es ist gar nicht so selten, dass eine Hundehalter-Haftpflicht einspringen muss. Pro Jahr ereignen sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 100.000 Fälle, in denen die Haftpflicht zahlt: das sind pro Tag 274!


 
Hausratversicherung - Neutarif prüfen!  ^
Bei manchen Versicherungsarten kann es sich lohnen, hin und wieder zu schauen, ob der Vertrag noch zeitgemäß ist - oder neuere Verträge nicht bessere Leistungen und eine höhere Absicherung bieten. Eine solche Versicherung ist die Hausratversicherung. Hier haben viele Anbieter in den letzten Jahren ihr Bedingungswerk verbessert.

Bei vielen Versicherungsarten ist es sinnvoll, einen Vertrag langfristig zu halten - etwa bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, bei dem sich der Beitrag am Alter und am Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss orientiert. Es gibt aber auch Versicherungen, bei denen es sinnvoll sein kann, seinen Altvertrag gegen einen neuen Tarif einzutauschen. Ein solches Beispiel ist die Hausratversicherung.

Hier haben die Versicherer, auch angetrieben durch einen harten Preis- und Wettbewerbsdruck, in den letzten Jahren ihre Tarife "aufgepäppelt" und teils neue Leistungen integriert. Das wurde auch deshalb notwendig, weil es in der Zwischenzeit rasante technische Entwicklungen gab. Wer beispielsweise in den 90er Jahren seinen Vertrag abgeschlossen hat, wird verständlicherweise kaum Extrabausteine für das Internet vorfinden. Neuere Verträge beinhalten mitunter schon einen Grundschutz bei sogenannten Phishing-Schäden - wenn also Geld beim Online-Banking verloren geht, weil jemand Passwörter klaut.

Ein weiteres Beispiel ist die Innovationsgarantie. Diese Leistung bewirkt, dass der Hausratvertrag auch dann mit der Zeit geht, wenn man den Tarif nicht wechselt. Überarbeitet der Versicherer sein Bedingungswerk, werden Leistungsverbesserungen automatisch Vertragsbestandteil auch bei Altverträgen, wenn eine Innovationsgarantie vereinbart wurde.

Grundsätzlich führt der harte Marktkampf dazu, dass die Hausratversicherer vermehrt Leistungen in ihre Tarife nehmen, die früher kostenpflichtig per Zusatzbaustein dazu gewählt werden mussten. Das bestätigt auch die Zeitschrift "Finanztest", die vor kurzem 144 Angebote untersucht hat. "Neue Tarife bieten mehr", so das Fazit der Studie. Hier sollte man aber genauestens die Leistungen mit dem Altvertrag abgleichen, ob ein Wechsel des Vertrages tatsächlich lohnt. Fragen Sie Ihren Versicherungsmakler!

 
Unfallschutz für Radfahrer  ^
Endlich ist Frühling! Und damit auch wieder Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Nun locken wieder milde Temperaturen zum Ausflug. Dabei sollte aber bedacht werden, dass Radfahren durchaus Gefahren birgt.

Keine Frage: Radfahren ist gesund, macht Spaß und leistet zudem einen Beitrag zu sauberer Luft in den Städten. Doch Radfahrer sind leider auch einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt. Knapp 65.000 Unfälle mit Fahrradbeteiligung ereigneten sich zum Beispiel im Jahr 2016. Und weil Radfahrer nahezu ungeschützt sind, gehen viele Unfälle mit Verletzungen einher. Allein in der Hauptstadt Berlin erlitten im selben Jahr 631 Fahrer schwere Verletzungen.

Das Problem: Die gesetzliche Unfallversicherung sichert Radfahren nur in sehr eingeschränkter Art und Weise ab. Nämlich dann, wenn sich der Radler auf dem Arbeitsweg oder Schulweg befindet. Für das Freizeitvergnügen aber muss eine private Unfall-Police abgeschlossen werden, damit man Schutz genießt. Einen solchen Vertrag besitzt aber weniger als jeder dritte Radfahrer.

Der Vorteil der Unfallversicherung: sie zahlt unabhängig davon, ob, wann und wie der Unfall zustande kam. Vorsicht ist jedoch bei Alkohol geboten. Hier sehen viele Verträge laut Klausel einen Höchstpegel vor, der nicht überschritten werden darf. Ohnehin sollte man sich alkoholisiert nicht auf sein Rad setzen. Schon wer eine auffällige Fahrweise zeigt, riskiert -abhängig vom Einzelfall- den Verlust des Führerscheins auch für das Auto. Darüber hinaus bietet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung an, falls der Sturz so schwer ist, dass es im Job nicht mehr weitergeht.

Für Radfahrer empfiehlt sich zudem eine private Haftpflichtversicherung. Sie springt ein, wenn Dritten durch unachtsame oder fehlerhafte Fahrweise ein Schaden entsteht. Zum Beispiel, wenn man verkehrswidrig auf dem Bürgersteig fährt und eine andere Person dabei zu Fall bringt, so dass sie stationär behandelt werden muss. Aber auch, wenn man versehentlich einen Kratzer am benachbarten Auto hinterlässt, weil die Lücke zum Einparken doch zu eng war, springt die Haftpflicht ein.

Vorsicht ist darüber hinaus bei E-Bikes und Pedelecs geboten. Sie brauchen eine spezielle Mofaversicherung, wenn sie mit Tretunterstützung mehr als 25 km/h erreichen. Bei einem tretunabhängigen Motor wird eine solche Police schon ab 6 km/h benötigt. Auch Nummernschild und Helm sind hier Pflicht!

Aber natürlich ist es besser, es passiert erst gar nichts. Deshalb sollten Radfans immer einen Helm tragen, der schwere Kopfverletzungen verhindern hilft. Auch ausreichend Licht, helle Kleidung und Reflektoren an den Rädern erhöhen die Sicherheit. Vorsicht gilt zudem an unübersichtlichen Kreuzungen. Speziell im innerstädtischen Verkehr werden hier Radfahrer leider oft von abbiegenden LKW übersehen, weil sie sich im toten Winkel befinden. Hier empfiehlt sogar die Polizei, im Zweifel besser auf das Vorfahrtsrecht zu verzichten!


 
Grippewelle - Müssen Kassenpatienten 4fach-Imfpung selber zahlen?  ^
Eine Grippewelle hat Deutschland im Griff. Einige Experten raten dazu, sich immer noch impfen zu lassen - allerdings mit dem sogenannten Vierfachimpfstoff, der besser gegen den weit verbreiteten Influenza-B-Virus schützt. Das Problem: Die Kosten dieses Impfstoffes werden derzeit nur von den privaten Krankenversicherern übernommen, nicht aber den gesetzlichen Krankenkassen.

Mit einer Grippe ist nicht etwa eine einfache Erkältung gemeint oder ein sogenannter grippaler Infekt, der oft nur kurz anhält und vergleichsweise harmlos ist. Sondern eine "richtige" Influenza, die oft stationär behandelt werden muss. Seit Beginn der Grippe-Saison sind bereits 23.000 Menschen erkrankt, so berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Und 136 Menschen verloren sogar aufgrund der Krankheit ihr Leben.

Lohnt sich eine Impfung jetzt noch? Normalerweise wird empfohlen sich im Oktober oder November gegen Influenzaviren impfen zu lassen, wenn die Grippe noch nicht wütet. Schließlich braucht der Schutz vierzehn Tage, bis er voll wirkt.

Aber auch jetzt könne eine Impfung noch sinnvoll sein, empfiehlt beispielsweise RKI-Expertin Susanne Glasmacher in einem Interview mit "Stern Online". Das gelte vor allem für Risikogruppen, etwa ältere Menschen ab 60 Jahre. Denn eine Grippewelle könne drei bis vier Monate dauern.

Das Problem: Aktuell greift vor allem der Influenza-Typ B "Yamagata" um sich und ist ursächlich für rund drei Viertel der Neuinfektionen. Dieser Typ ist sehr heimtückisch, weil er direkt das Herz angreift, wodurch sich das Infarktrisiko erhöht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen allerdings nur den sogenannten Dreifach-Impfstoff, der weit schlechter gegen diesen Typus schützt, aber billiger ist. Der weit besser wirkende Vierfachschutz wird nur von den privaten Krankenversicherern übernommen.

Wer sich noch impfen lassen will, sollte dennoch den Vierfachimpfstoff bevorzugen, raten die Experten. Und nachfragen, ob die Krankenkasse vielleicht dennoch einspringt, denn diese geraten unter Druck. So setzt sich z. B. die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach (CDU), dafür ein, dass die Kassen den teureren Schutz übernehmen müssen.

Ob und wann die Impfempfehlung geändert wird, so dass auch die gesetzlichen Kassen für die Vierfachimpfung zahlen, entscheidet der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Spätestens zum kommenden Jahr könnte dann der Vierfachschutz Pflichtleistung auch für die gesetzlichen Krankenkassen sein. Wer sich in diesem Jahr nicht impfen lassen will, sollte im kommenden den Rat seines Hausarztes einholen, ob und wie man sich impfen lassen kann.
 
Kälte in Deutschland - Wasserrohrbruch nicht ausgeschlossen!  ^
Frostige Temperaturen weit unter Null ziehen auch Pflichten für Hausbesitzer nach sich. Sie müssen Vorsorge tragen, dass Häuser und Wohnungen ordentlich beheizt sind - sonst steht der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel. Denn geplatzte Leitungsrohre kosten die Versicherungswirtschaft jedes Jahr Milliarden.

Deutschland fröstelt unter eisigen Temperaturen. Zwar ist es nicht überall so kalt wie auf der Zugspitze, wo letzte Woche -30,4 Grad gemessen wurden. Doch auch in vielen anderen Regionen wurden Temperaturen von -15 Grad und kälter gemessen. Schuld war Hoch "Hartmut".

Bei eisigen Temperaturen haben Hausbesitzer besondere Pflichten. Wenn sie diese nicht erfüllen, steht unter Umständen der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel, warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aktuell auf seiner Webseite. Wichtigste Regel: Das Haus muss ausreichend beheizt sein, damit Heizungs- und Wasserrohre keinen Frostschaden erleiden. Entsprechende Regeln befinden sich oft in den Allgemeinen Wohngebäude-Bedingungen der Versicherer. Und auch der Hausratversicherer kann - abhängig von den Vertragsbedingungen - seine Leistung kürzen, wenn es aufgrund allzu sorglosen Umgangs mit der Kälte zu Schäden am Hausrat und an Möbeln kam.

Die Pflicht zu heizen besteht übrigens nicht nur für das Hauptgebäude, sondern auch für mitversicherte Nebengebäude, Ferien- oder Zweitwohnungen. Oft wird hier der Kälteschutz vergessen, wenn die Gebäude unbewohnt sind. Hier reicht es mitunter nicht, das Heizungsventil auf die Frostschutz-Einstellung zu drehen (in der Regel gekennzeichnet durch ein Schneeflocken-Symbol). Laut GDV verhindert die Frostschutzstellung zwar, dass der Heizkörper einfriert, aber Rohre, die entfernt vom Heizkörper verlegt sind, würden eben nicht ausreichend beheizt und können folglich zufrieren. Also besser etwas mehr heizen!

Darüber hinaus sollten Wasserrohre im Freien oder in selten benutzten Räumen geleert und die Wasserzufuhr abgestellt werden. Auch so verhindert man, dass sie Schaden nehmen.

Dass ein Wasserrohrbruch kein unwahrscheinlicher Fall ist, zeigt die hohe Zahl an Schäden. Die Versicherungswirtschaft zahlte laut GDV im Jahr 2016 mehr als 2,8 Milliarden Euro für 1,3 Millionen geplatzte Leitungsrohre. Die Wohngebäudeversicherung zahlt, wenn Schäden direkt am Gebäude entstehen, etwa die Wände, Heizungsanlage oder auch fest verbaute Teppiche Schaden nehmen. Für Schäden an Möbeln, Gardinen oder Elektrogeräten kommt die Hausratversicherung auf.
 
Immer mehr pflegebedürftige Sozialfälle  ^
Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass es zunehmend ein Armutsrisiko bedeutet, wenn ein Mensch zum Pflegefall wird. Demnach war im Jahr 2016 schon jeder sechste Pflegebedürftige auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen. Die Zahl der Bedürftigen steigt seit Jahren.

Armutsrisiko Pflege? Das ist leider für immer mehr Menschen bittere Realität. Wie die Saarbrücker Zeitung im Dezember 2017 berichtete, waren im Jahr 2016 bereits 440.000 Patienten auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen, weil ihr Einkommen sowie die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, alle Pflegekosten zu decken. Die Tendenz ist steigend, denn vor zehn Jahren waren es noch rund 22 Prozent weniger. Die Zeitung beruft sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Konkret geht es um eine Sozialleistung, die sich "Hilfe zur Pflege" nennt. Der Anspruch darauf ist im Zwölften Sozialgesetzbuch geregelt. Und hier muss an ein grundsätzliches Manko der gesetzlichen Pflegeversicherung erinnert werden. Sie ist nur eine Art Teilkasko-Versicherung, was bedeutet, dass sie nicht alle drohenden Pflegekosten abdeckt. Die Pflegebedürftigen müssen einen Eigenanteil aufbringen. In dem höchsten Pflegegrad Fünf kann sich die Pflegelücke schnell auf mehr als 1.500 Euro im Monat summieren, wenn eine Person vollstationär betreut werden muss.

Wenn das eigene Einkommen hierfür nicht reicht, erhalten die Pflegebedürftigen jedoch nicht automatisch die Sozialhilfe. Denn die Ämter ermitteln erst die unterhaltspflichtigen Angehörigen. In der Regel sind das die Angehörigen ersten Grades: zum Beispiel der Ehepartner oder die leiblichen Kinder. Von ihnen kann sich das Sozialamt die ausgezahlte Hilfe später zurückholen, wenn das Einkommen der Verwandten entsprechend hoch ist.

Doch jeder kann selbst etwas tun, damit er im Pflegefall nicht zum Sozialfall wird. Zum Beispiel durch den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Diese ist immer noch ein Nischenprodukt: Knapp 2,7 Millionen Bundesbürger haben laut Branchenzahlen einen entsprechenden Schutz abgeschlossen. Und diese Verträge können doch sehr wertvoll sein. So empfiehlt auch der Verbraucherschutz den Abschluss einer entsprechenden Vorsorge für den Pflegefall. Um die komplexen Verträge besser zu verstehen, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!
 
Kfz-Versicherung: Rückstufung  ^
Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, ohne auf die Rückstufungstabellen zu achten, zahlt schnell mehr, wenn er einen Unfall hat. Das zeigt eine aktuelle Studie unter 163 Tarifen. Über die Jahre gerechnet können sich die Mehrkosten auf mehrere tausend Euro summieren.

Wer beim Abschluss einer Versicherung nur auf die Höhe des aktuellen Beitrags achtet und nicht auch auf die zugesicherten Leistungen, für den kann es schnell teurer werden. Was Versicherungsexperten ohnehin wissen, zeigt auch eine aktuelle Studie der Zeitschrift "Finanztest" mit 163 Kfz-Versicherungstarifen.

Augen auf bei Schadensfreiheitsrabatten!

Anhand eines Modellkunden haben die Tester geschaut, wie sich die Tarife bei einer Rückstufung verhalten. Um das kurz zu erklären: Fahren Fahrzeughalter lange unfallfrei, werden sie mit einer günstigeren Versicherungsprämie belohnt. Ausschlaggebend sind die Schadenfreiheitsklassen (SF). Wer 15 Jahre unfallfrei fährt, landet in der Regel in SF 15. Die günstigste Schadenfreiheitsklasse ist bei fast allen Kfz-Versicherern SF 35.

Jeder Stufe der Schadenfreiheitsklasse ist ein bestimmter Prozentsatz zugeordnet, den der Versicherte für unfallfreies Fahren erhält. Ein Beispiel: Ein Satz von 50 Prozent wird oft nach zwei bis drei Jahren ohne Schaden erreicht und bedeutet, dass der Versicherte die Hälfte des Grundbeitrags zahlt.

Verschuldet der Fahrzeughalter hingegen einen Unfall, wird er herabgestuft und muss dann mehr zahlen. Und hierbei zeigen sich bei den Versicherern gewaltige Unterschiede. Wer nach 15 unfallfreien Jahren zum Beispiel in Schadenfreiheitsklasse 15 eingeordnet wird, kann -abhängig vom Versicherer - mit Schadenfreiheitsklasse 6 oder 7 "bestraft" werden.

Das mag zunächst nach keinem großen Unterschied klingen. Allerdings wird die ungünstigere Schadenfreiheitsklasse über mehrere Jahre mitgetragen - so lange bis die günstigste SF 35 erreicht ist. Hier kommt schnell das Sechs- bis Siebenfache des Jahresbeitrages auf den Versicherten zu!

Gefahr von hohen Mehrbeiträgen

Letztendlich kann sich eine ungünstige Rückstufungstabelle derart negativ auswirken, dass ein Versicherter über die Jahre summiert schnell tausende Euro auf seine ursprünglich vereinbarte Prämie "draufpacken" muss, berichten die Tester.

Deshalb sollte man bei Abschluss eines Kfz-Haftpflicht- oder Vollkaskovertrages auch die Schadenfreiheitsrabatte und Rückstufungstabellen des jeweiligen Tarifes im Auge behalten. Speziell die etwas günstigeren Basistarife beinhalten oft sehr ungünstige Rückstufungen. Hier kann es lohnen, gleich einen etwas teureren Komfort- oder Premiumtarif abzuschließen.

Darüber hinaus gibt es in den Verträgen Optionen, gegen Aufpreis eine Rückstufung zu verhindern. Zum Beispiel durch einen Rabattschutz, der es in der Regel erlaubt, einen Unfall im Jahr zu verursachen, ohne dass man zurückgestuft wird. Hier sollte man gut rechnen, denn ein Rabattschutz kostet bei den meisten Anbietern 15 bis 25 Prozent Aufschlag zur Jahresprämie. Und unter Umständen kann es auch empfehlenswert sein, einen kleinen Blechschaden selbst zu zahlen und nicht den Versicherer in Anspruch zu nehmen.

 
Fasching - es lockt der närrische Kurzzeit-Schutz!  ^
Die Versicherer nutzen spezielle Ereignisse wie die Fastnacht, um über Apps Kurzzeit-Versicherungen anzubieten. Diese gelten allerdings oft nur wenige Tage und bieten Schutz bei Unfällen oder anderen Schäden. Das Problem: Eine vollwertige Unfallversicherung können diese Policen keineswegs ersetzen. Und auf das ganze Jahr hochgerechnet sind sie zudem exorbitant teuer.

Helau und Alaaf! Wieder steht die Faschingszeit vor der Tür, und damit auch so manch närrisches Treiben. Im närrischen Trubel ist das Unfallrisiko durchaus erhöht. Das haben auch die Versicherer erkannt und bieten deshalb sogenannte Kurzzeit-Versicherungen an. Diese Unfallversicherungen können auch für weitere Feste und Ereignisse abgeschlossen werden: neben dem Fasching etwa für das Oktoberfest, den Ski-Ausflug mit der Familie oder andere Anlässe. Oft wenden sich diese Policen an eine junge Zielgruppe und tragen originelle Namen, etwa "Jeckenschutz". Bequem können sie per App innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden.

Eingeschränkter Schutz

Doch wer eine solche Kurzzeit-Versicherung abschließt, sollte bedenken, dass der Schutz sehr eingeschränkt ist. In der Regel gilt sie nur wenige Tage. Mitunter greifen die Verträge nur bei Unfällen, die sich tatsächlich beim Fasching oder auf dem Weg zur Veranstaltung ereignen. Wenn jemand in den eigenen vier Wänden verunglückt statt beim Tanzen auf der Bierbank, ist er dann nicht unfallversichert.

Auch bieten die Verträge oft nur eine sehr niedrige Invaliditätssumme: üblich sind 50.000 Euro. Das reicht nicht, um schlimme Folgen eines Unfalls finanziell abzusichern. Hierbei gilt es zu bedenken, dass die volle Invaliditätssumme oft nicht ausgezahlt wird, sondern - abhängig von der Schwere der Verletzung - nur eine Teilsumme. Das hängt in der Regel von der sogenannten Gliedertaxe ab. Das ist eine Tabelle, in der festgehalten wird, wie hoch die Teilleistung bei der Funktionsunfähigkeit einzelner Gliedmaßen und Sinnesorgane ausfällt. Ist dann das Bein unterhalb des Knies bleibend geschädigt, gibt es unter Umständen nur 50 Prozent der vollen Summe.

Deshalb raten Verbraucherschutz und Versicherungsexperten dazu, lieber gleich eine vollwertige Unfallversicherung abzuschließen. Üblich ist eine Grundsumme von 100.000 Euro und die Vereinbarung einer sogenannten Progression. Dann steigt die ausgezahlte Versicherungssumme nach einem Unfall überproportional an, wenn eine bestimmte Schwere der Beeinträchtigung erreicht ist. Zudem ist der Kurzzeitschutz oft sehr teuer. Kostet eine 24-Stunden-Versicherung beispielsweise 5,99 Euro, sind das auf das Jahr hochgerechnet schon mehr als 2.186 Euro Jahresbeitrag! Das können Jecken wirklich billiger haben.

 
Betriebsunterbrechung - ein unterschätztes Risiko  ^
Die Betriebsunterbrechung ist eine Gefahr, die von vielen Firmen noch immer unterschätzt wird. Dabei gehen die Schäden für die deutsche Wirtschaft in die Milliarden. Mit den richtigen Versicherungen kann man sich schützen.

Eine aktuelle Umfrage unter den Risikomanagern deutscher Firmen zeigt: Die Betriebsunterbrechung ist jenes Risiko, welches die deutsche Wirtschaft am meisten fürchtet. Demnach nennt mehr als jeder zweite deutsche Manager (55 Prozent) auf die Frage, was die wichtigsten Geschäftsrisiken in Deutschland seien, die Betriebsunterbrechung. Schon an zweiter Stelle folgen Cyber-Risiken, die ebenfalls von mehr als jedem zweiten Manager (51 Prozent) genannt werden.

Wer jetzt fragt: "Betriebsunterbrechung? Was genau verbirgt sich dahinter?", steht möglicherweise nicht alleine da. Denn noch immer ist dies ein Risiko, dem gerade kleine Firmen wenig Beachtung schenken. Gemeint ist hiermit, dass die Produktion oder der Verkauf eines Produktes auf unbestimmte Zeit stillsteht. Ursache können etwa Unterbrechungen der Lieferkette sein, aber auch andere Ursachen wie schwere Unwetter, Feuer, technische Defekte - oder eben Cyber-Angriffe.

Hohe Folgekosten

Die Kosten einer Betriebsunterbrechung können immens sein. Denn nicht nur die direkten Folgen müssen eingeplant werden, d. h. die Produktion gestoppt bzw. der Betrieb eingestellt ist. Auch die Folgekosten sind immens. Wenn Waren nicht rechtzeitig geliefert werden, geht das oft mit Schadensersatz-Forderungen der Kunden einher.

Auch muss unter Umständen eine Art Krisenkommando eingerichtet werden, welches die Kommunikation mit den Kunden übernimmt und verhindert, dass der Ruf der Firma leidet. Zu bedenken ist darüber hinaus, dass die Mitarbeiter weiter bezahlt werden müssen - und auch die laufenden Kosten weiter zu bedienen sind. Wenn technische Mängel die Ursache für den Stopp sind, kann es auch teuer werden, sollten Experten überhaupt erst einmal mit der Suche nach der Ursache und Reparatur beauftragt werden müssen.

In Zeiten der Digitalisierung drohen aber sogar hohe Schadenssummen, ohne dass etwas kaputt gehen muss. Fällt zum Beispiel eine Cloud aus und die Firmenserver stürzen ab, kann das den Geschäftsbetrieb auf lange Zeit lahmlegen. Experten des Risikomodellierers Cyence schätzen, dass die durchschnittlichen Kosten eines zwölfstündigen Cloudausfalls im Schnitt den Firmen aus der Finanz- und Einzelhandelsbranche einen Schaden von 600 Millionen erzeugen.

Betriebsunterbrechungsversicherung - Für den Ernstfall, wenn nichts mehr geht

Schützen können sich Firmen mit einer sogenannten Betriebsunterbrechungsversicherung. Je nach Ausgestaltung des Vertrages kommt eine solche Police für den Schaden auf, wenn aufgrund von Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel oder Elementargefahren die Produktion unterbrochen werden muss.

Die Verträge sind jedoch recht komplex und sollten genau auf die Ansprüche des Unternehmens abgestimmt sein, weshalb sich ein Beratungsgespräch empfiehlt. So sind zum Beispiel nicht in jedem Vertrag die Folgekosten für den entgangenen Betriebsgewinn enthalten. Auch Miete und Mitarbeiter-Löhne müssen oft gesondert vereinbart werden. Für kleine Firmen haben sich auf dem Markt Kombi-Lösungen etabliert, die verschiedene Versicherungssparten für Gewerbetreibende miteinander koppeln. Hier sollten Unternehmer sich informieren, ob auch Leistungen für die Betriebsunterbrechung enthalten sind.
 
Jahresmeldungen zur Sozialversicherung überprüfen!  ^
Bis zum April erhalten Arbeitnehmer die Jahresmeldungen der Sozialversicherungen aus dem Vorjahr. Hier wird unter anderem aufgeführt, welche Rentenbeiträge man in die Rentenkasse eingezahlt hat. Es ist wichtig, diese Dokumente auf Fehler zu prüfen - sonst drohen Einbußen bei der Rente.

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Bundesbürger noch immer die wichtigste Stütze der Altersvorsorge. Knapp 54 Millionen Menschen zahlen hier Beiträge ein, um später abgesichert zu sein (sogenannte Versicherte ohne Rentenbezug). Kein Wunder, sind doch grundsätzlich alle Arbeitnehmer, Azubis und Eltern während der Kindererziehung pflichtversichert.

Damit Versicherte die Rente später in voller Höhe erhalten, sollten sie jedoch auch regelmäßig kontrollieren, ob alle Daten korrekt gemeldet wurden. Und hierfür bieten sich die jährlich versendeten Jahresmeldungen zur Sozialversicherung an. Diese Jahresmeldungen müssen bis spätestens Ende April an die Arbeitnehmer versendet werden. Und definitiv ist es ein Fehler, die Dokumente einfach wegzulegen oder abzuheften, ohne vorher einen Blick darauf geworfen zu haben.

Denn fehlerhafte Angaben können sich später negativ auf die Rentenhöhe auswirken, wie aktuell die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite informiert. Deshalb sollten mindestens folgende Angaben geprüft werden: Name, Versicherungsnummer, Beschäftigungsdauer und Bruttoverdienst. Wer Fehler entdeckt, sollte sich mit seinem Arbeitgeber in Verbindung setzen und diese Angaben berichtigen lassen.

Auch sollten die Jahresmeldungen gut aufgehoben werden: Sie dienen später als Nachweis für die gezahlten Rentenbeiträge. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zusätzlich eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge abzuschließen. Selbst wer ein mittleres Bruttoeinkommen hat, muss später eine Rentenlücke und Altersarmut fürchten - dies haben mehrere Studien gezeigt.

Der Gesetzgeber hat in diesem Jahr Reformen in Kraft gesetzt, damit sich zusätzliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener mehr rentiert. Unter anderem wurde ein neuer Freibetrag eingeführt, wenn Ruheständler später auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!
 
Probleme mit der Krankenversicherung?  ^
Der PKV-Ombudsmann ist eine Schlichtungsstelle, an die sich Verbraucher wenden können, wenn sie Ärger mit ihrem privaten Krankenversicherer haben. Vor wenigen Tagen haben die Streitschlichter ihren Jahresbericht für 2017 vorgelegt. Das Fazit: Die Zahl der Beschwerden ist zwar gestiegen, aber noch immer verschwindend gering.

Wer Ärger mit seinem privaten Kranken- oder Pflegeversicherer hat, der kann sich an den PKV-Ombudsmann wenden. Dieser heißt Heinz Lanfermann und leitet eine unabhängige Schlichtungsstelle, die auch von der Bundesregierung anerkannt ist. Reicht ein Verbraucher eine Beschwerde ein, prüft die Schlichtungsstelle schnell und kostenlos die Ansprüche. Wer mit dem Schlichtungsspruch unzufrieden ist, kann hinterher immer noch klagen, denn die Ansprüche verjähren nicht.

Vor kurzem hat der PKV-Ombudsmann seinen Tätigkeitsbericht 2017 vorgestellt. Leider ist die Zahl der Beschwerden um ca. 10 Prozent angestiegen. Es wurden in Summe 6.708 Anträge eingereicht.

Die gute Nachricht dabei ist, dass die Mehrheit der privat Krankenversicherten mit ihrem Versicherer zufrieden ist. Mehr als 43 Millionen Verträgen in der Krankenvoll-, Pflege- und Zusatzversicherung haben die Bundesbürger abgeschlossen. Im Verhältnis zur Anzahl der Anträge, die en Ombudsmann erreicht haben, macht das eine magere Beschwerdequote von 0,015 Prozent!

Die Beschwerden werden in der Regel relativ schnell bearbeitet. Ganze 19,5 Wochen dauert es im Schnitt, bis ein Schlichtungsspruch ergeht. Dies ist im Verhältnis zu einem "richtigen" Rechtsstreit zu sehen. Oft nimmt ein Rechtsstreit mehrere Jahre in Anspruch. Wird dieser über mehrere Gerichtsinstanzen durchgefochten, verschlingt er viel Zeit, Energie und in der Regel auch Geld.

Es lohnt sich also, wenn unzufriedene PKV-Versicherte zunächst den Ombudsmann anschreiben. Etwas mehr als jeden vierten Streit konnte er zur Zufriedenheit beider Parteien beilegen. Und wie gesagt: Wer später dennoch klagen will, geht kein Risiko ein, weil die Verjährung während des Schlichtungsverfahrens gehemmt ist. Eine Beschwerde kann schriftlich eingereicht werden oder auch per Online-Formular. Mehr Details gibt es auf www.pkv-ombudsmann.de.
 
Lebensversicherung - kühler Kopf ist angebracht!  ^
Bei Frank Plasbergs Talkshow "Hart aber fair" wurde vor kurzem darüber diskutiert, ob den Lebensversicherern ein Crash droht. Dabei wacht die deutsche Finanzaufsicht BaFin sehr streng darüber, dass die Lebensversicherer alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden bedienen können. Das gilt auch langfristig: Stolze eine Billion Euro haben die Versicherer als zusätzliche Reserve angespart.

Frank Plasberg debattierte zur besten Sendezeit über das Thema "Crash der Lebensversicherungen - Panikmache oder echte Gefahr?". Anlass ist ein Buch des früheren Versicherungsmanagers Sven Enger. Er argumentiert, dass aufgrund des Nullzinses an den Kapitalmärkten und der Alterung der Gesellschaft die Lebensversicherer Schiffbruch erleiden könnten. Die Sendung lieferte nicht unbedingt mehr Klarheit im Sinne des Kunden. Mitunter wurden Fachbegriffe und vermeintliche Fakten wild durcheinander geworfen, so dass auch einige Medien im Rückblick bescheinigten, die Verbraucher seien nachher "verwirrter als zuvor" gewesen. So zumindest urteilte die Rheinische Post.

Versicherungsaufsicht wacht strenger als je zuvor

Fakt ist: Das aktuelle Niedrigzins-Umfeld bedeutet auch für die Lebensversicherer eine Herausforderung. Gerade bei Altverträgen mit Garantiezins sind sie verpflichtet, große Teile der Beiträge in festverzinsliche Anleihen zu stecken. Doch diese werfen aktuell nur noch wenig ab. Das haben sich die Versicherer nicht ausgesucht. Sie müssen auf die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagieren.

Fakt ist auch: Noch nie wurde die Stabilität der Versicherer so streng beaufsichtigt wie derzeit. Hier hat die Finanzaufsicht auch aus den Erfahrungen der letzten Finanzkrisen gelernt und die Anforderungen an die Gesellschaften verschärft. So ist im Januar 2016 das neue europäische Aufsichtssystem Solvency II in Kraft getreten, das erweiterte Pflichten für die Versicherer vorsieht. Über die Einhaltung wacht unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Strenge Prüf- und Dokumentationspflichten

Unter anderem müssen die Versicherer einen jährlichen Prüfbericht vorlegen, in dem sie nachweisen, dass sie genug Eigenkapital haben, um auch langfristig alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden zu erfüllen. Hier müssen sie auch verschiedene Krisen-Szenarien in Modellrechnungen durchrechnen, z. B. auch extreme Szenarien, etwa, wenn Natur-katastrophen mit plötzlich fallenden Aktienkurse und einer Inflation zusammentreffen. Die entsprechenden Prüfberichte müssen die Versicherer auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wenn die BaFin Zweifel an der Stabilität eines Versicherers hat, kann sie Maßnahmen verlangen, um dies zu korrigieren.

Darüber hinaus müssen die Versicherer weitere Regeln beachten und deren Einhaltung an die BaFin melden, unter anderem dass sie Prinzipien des "Good Governance" befolgen, also zum Beispiel die Vorstände geeignet sind, ein solches Unternehmen auch führen zu können. Die Versicherer müssen auch nachweisen, dass sie ein gutes Risikomanagement betreiben, sprich keine unnötigen Risiken eingehen.

"Aktuell sehe ich keinen Grund zur Sorge", hat folglich auch BaFin-Chefaufseher Frank Grund im Januar dem Deutschlandfunk gesagt. Derzeit könnten alle Lebensversicherer ihre Zusagen erfüllen. Die Finanzaufsicht sei auch bereit, die regulatorischen Maßnahmen zu verschärfen, wenn sie den Eindruck hat, das sei erforderlich. Hier gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Versicherer ein stolzes Polster für schlechtere Zeiten angespart haben: das sogenannte Solvenzkapital. Dieses summiert sich mittlerweile auf fast eine Billion Euro!

Kein Anlass zur Panik!

In Plasbergs Talkshow wurde immerhin noch einmal herausgestellt, dass kein Lebensversicherungs-Vertrag voreilig gekündigt werden sollte. Gerade Altverträge versprechen oft einen Zins, der mit ähnlichen Sicherheiten heute nicht mehr zu erzielen ist. Nicht umsonst haben die Deutschen 90 Millionen Verträge abgeschlossen: Das sind mehr, als es Einwohner gibt. Und eines sollte man bei der aktuellen Debatte auch nicht vergessen: Lebensversicherungen sind mehr als ein Anlageprodukt. Sie bieten zusätzlich einen Risikoschutz, der wegfallen würde, wenn man sich vom Vertrag trennt. Auch dieser Risikoschutz will finanziert sein!

Kein Finanzprodukt ist ganz ohne Risiko. Aber dass die Lebensversicherung noch immer ein relativ sicheres Produkt ist, zeigt ein anderer Fakt: Kunden, die bei einem deutschen Lebensversicherer ihren Vertrag durchgehalten haben, haben bisher auch immer die garantierte Summe erhalten. Das gilt durch alle Krisen hinweg, wie auch Kritiker der Branche zugeben müssen.
 
Vermögenswirksame Leistungen - Viele Arbeitnehmer verschenken Potential  ^
Millionen Deutsche nutzen vermögenswirksame Leistungen nicht, obwohl sie eigentlich Anspruch darauf hätten. In der Summe lassen sie sich so 1,6 Milliarden an staatlicher Förderung entgehen. Oft werden Verträge gar nicht oder falsch abgeschlossen.

Wer in Deutschland eine zusätzliche Vorsorge aufbauen will, kann dies auch mit Hilfe sogenannter vermögenswirksamer Leistungen nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz tun. Ein entsprechender Anspruch ist oft im Tarifvertrag, dem Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung geregelt. Und das kann durchaus attraktiv sein, weil der Staat den Vermögensaufbau fördert.

Pro Jahr 1,6 Milliarden Euro nicht abgerufen

Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass rund ein Drittel aller Arbeitnehmer die vermögenswirksamen Leistungen nicht in Anspruch nimmt, obwohl diese Beschäftigten eigentlich Anspruch darauf hätten. Aktuell sorgen demnach 13 Millionen Menschen mit einem entsprechenden Vertrag vor, während 7 Millionen Anspruchsberechtigte darauf verzichten. Darauf macht in einer aktuellen Pressemeldung die Zeitschrift "Finanztest" aufmerksam. Pro Jahr gehen den Abstinenzlern damit 1,6 Milliarden Euro an Förderung verloren.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer einen solchen Vertrag abschließen und somit von der staatlichen Förderung profitieren. Bedingung ist allerdings, dass sie in eine geeignete Anlageform fließen. Dazu gehören unter anderem Fondssparpläne und Bausparpläne. Wer in gute Fonds investiert, darf durchaus auch auf eine hohe Rendite hoffen. Um ein geeignetes Anlageprodukt zu finden, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch - hier kommt es auch darauf an, in welchem Verhältnis der Sparer Risiko und Sicherheit gewichtet und welche Sparziele er verfolgt.

VL lassen sich nach Arbeitgeberwechsel weiterführen

Darüber hinaus können vermögenswirksame Leistungen attraktiv sein, weil viele Firmen ganz oder teilweise die Beiträge übernehmen - mit Zuschüssen von bis zu 480 Euro im Jahr, abhängig vom Arbeits- und Tarifvertrag. Wer seinen Job wechselt, kann den Vertrag dennoch weiterführen, selbst dann, wenn der neue Arbeitgeber keine Zuschüsse gewährt. Der neue Chef ist verpflichtet, die Prämien aus dem Gehalt des Beschäftigten weiter an den VL-Anbieter zu überweisen. Das ist vor allem interessant, wenn man sich die staatlichen Sparzulagen sichern will. Diese würden bei vorzeitiger Kündigung verfallen.

Bei der staatlichen Sparzulage gibt es allerdings Einkommensgrenzen zu beachten. Bei Aktienfonds liegt diese Einkommensgrenze derzeit bei 20.000 Euro für Ledige und 40.000 Euro für Verheiratete. Wer darunter liegt, kann sich eine 20-prozentige Arbeitnehmersparzulage sichern. Von der Förderung ausgeschlossen sind jedoch Renten- und Immobilienfonds.

Auch beim Bausparen gibt es eine Obergrenze für die Förderung: Aktuell 17.900 Euro für Ledige und 25.800 Euro für Verheiratete. Hier schießt der Staat maximal jährlich neun Prozent von dem Höchstförderbetrag zu. Maßgeblich für die Förderung ist das zu versteuernde Jahreseinkommen des Sparers.
 
Berufsunfähigkeitsversicherung - netto ist nicht gleich brutto  ^
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, aber mitunter auch recht teuer: gerade für Risikoberufe. Damit Versicherte keine böse Überraschung erleben, sollte sie bei Neuabschluss eines Vertrages nicht nur die Nettoprämie im Blick haben, sondern auch die Bruttoprämie. Denn auf diesen Bruttobetrag können die Prämien ansteigen, wenn sich die Überschüsse der Versicherer ungünstig entwickeln.

Es gibt wohl wenige Versicherungen, bei denen sich Branche und Verbraucherschutz so einig sind: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte, wenn möglich, jeder haben. Schließlich muss jeder vierte Beschäftigte in Deutschland seinen Beruf vorzeitig aufgeben: im Schnitt mit 47 Jah-ren, wie aus Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) her-vorgeht. Dann hätte man rund ein Drittel seines Berufslebens noch vor sich, im schlimmsten Fall droht der soziale Abstieg.

Weil eine Berufsunfähigkeitsversicherung aber in der Regel zu den etwas teureren Versicherun-gen gehört, schauen viele potentielle Neukunden auch auf die Höhe der Prämie. Und das kann böse ins Auge gehen, wenn man dabei nur den aktuellen Zahlbeitrag im Blick hat, auch Netto-prämie genannt. Bei Vertragsabschluss sollten Versicherungsnehmer ebenfalls darauf schauen, welche Bruttoprämie der Versicherer für den Tarif vorsieht.

Der Hintergrund: Die Nettoprämie einer Berufsunfähigkeits-Police bezeichnet den aktuell zu zahlenden Beitrag. Hierbei nutzt der Versicherer auch die erwirtschafteten Überschüsse am Kapitalmarkt sowie einige andere Stellschrauben, um die Prämien im Sinne des Versicherten stabil zu halten. Allerdings ist der Nettobeitrag dem Kunden keineswegs garantiert. Entwickeln sich die Überschüsse ungünstig oder hat der Versicherer schlecht kalkuliert, kann der zu zah-lende Beitrag bis maximal zur Bruttoprämie anwachsen und sich der Schutz entsprechend ver-teuern.

Zwar passiert eine solche Teuerung bisher nur selten, weil die meisten Tarife solide kalkuliert sind, aber gerade im aktuellen Niedrigzins-Umfeld ist die Gefahr durchaus gegeben. Und man-che Versicherer weisen extra eine niedrige Nettoprämie aus, um Neukunden anzulocken. Laut dem Ratinghaus Franke und Bornberg können die Unterschiede zwischen netto und brutto bei 100 Prozent liegen. Also besser gleich beide Werte im Blick behalten!

Grundsätzlich gilt: Für einen BU-Schutz sollte nicht allein der Preis ausschlaggebend sein, son-dern die Qualität der zugesicherten Leistungen. So sollte der Versicherer zum Beispiel auf die "abstrakte Verweisung" verzichten - sonst kann der Verbraucher auch auf einen anderen Beruf verwiesen werden, wenn er seinen bisherigen nicht mehr ausüben kann. Wegen der Komplexi-tät der Verträge empfiehlt es sich, den Rat eines Versicherungsexperten einzuholen!
 
Wenn der Baum fällt  ^
Wenn ein Baum auf ein Haus oder ein geparktes Auto fällt, ist nicht immer sicher, welche Versicherung für den Schaden aufkommt. Es stellt sich auch die Frage, ob den Besitzer des Grundstückes eine Mitschuld trifft - etwa, weil er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

Deutschland wurde in den letzten Monaten wiederholt von orkanartigen Stürmen heimgesucht. So wie Sturmtief "Burglind", das Anfang des Jahres über Europa hinwegfegte. Mehr als eine Milliarde Euro Schaden erzeugte der Wintersturm auf dem Kontinent, so schätzen Experten. Hierzulande waren insbesondere Mittel- und Süddeutschland betroffen.

Bei solchen Stürmen werden auch immer wieder Bäume entwurzelt. Sie fallen im ungünstigsten Fall auf Häuser und Autos, wo sie großen Schaden anrichten. Eine Wohngebäudeversicherung kommt dann für diesen Schaden auf, wenn der Baum auf dem eigenen Grundstück stand und dort etwas kaputt ging. Anders sieht es hingegen aus, wenn der Baum schon geschädigt war oder auf das Haus des Nachbarn fiel. Dann droht im schlimmsten Fall ein Rechtsstreit.

Grundstückseigentümer haben Verkehrssicherungspflicht

Kompliziert wird es nämlich dann, wenn Dritte geschädigt werden - der Baum also auf das Nachbargrundstück oder ein parkendes Auto am Straßenrand fällt. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob der Besitzer des Grundstückes seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Er muss dafür Sorge tragen, dass der Baum nicht morsch ist und niemand anderen gefährdet. Diesbezüglich hat das Saarländische Oberlandesgericht bestätigt, dass Privatpersonen einerseits die Bäume auf ihrem Grundstück kontrollieren müssen, aber in Grenzen.

Eine Sichtkontrolle zweimal im Jahr (belaubt und unbelaubt) ist demnach ausreichend, um die Pflicht zur Verkehrssicherung zu erfüllen. Aber auch dringend vonnöten, wenn etwa der Baum an einer Straße oder einem Weg steht. Erst wenn der Baum Signale aufweise, dass er kaputt sei, etwa abgestorbene Blätter, verletzte Rinde oder Pilzbefall, müsse ein Sachverständiger zur Begutachtung hinzugezogen werden. Natürlich muss der Grundstückseigner auch garantieren, dass die Gefahren beseitigt werden.

Verkehrssicherung verletzt? Grundbesitzer-Haftpflicht zahlt!

Dass es schnell teuer werden kann, wenn man die Bäume nicht kontrolliert, zeigt die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes bei folgendem Urteil: Weil eine Grundstückseignerin es versäumt hatte, ihre Bäume trotz deutlich sichtbarer Schäden zu kontrollieren, löste sich vom Baum ein dicker Ast und verletzte eine Fußgängerin so schwer, dass sie einen bleibenden Schaden davontrug. Die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes: 200.000 Euro (Urteil vom 9.1.2011, Az: 1 U 177/10-46).

Hat ein Grundstückseigner seine Verkehrssicherungspflicht verletzt und wird ein Dritter geschädigt, dann leistet die Wohngebäudeversicherung natürlich nicht. Hierfür muss eine Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Und wenn den Hausbesitzer gar keinerlei Schuld trifft, wird es sogar noch ärgerlicher: dann nämlich muss der Geschädigte selbst versichert sein, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Fällt der Baum auf das eigene Auto, übernimmt dann die Kaskoversicherung des geschädigten Autofahrers die Kosten.
 
Altersvorsorge: Verbesserungen bei Riester in 2018  ^
Für 2018 hat der Gesetzgeber einige Änderungen bei der Riester-Rente beschlossen. Wer staatlich geförderte Altersvorsorge betreibt, profitiert unter anderem von einer höheren Förderung und Geringverdiener von einem neu eingeführten Schonbetrag, wenn sie auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Die Riester-Rente ist eines der beliebtesten Altersvorsorgeprodukte in Deutschland. Circa 16,5 Millionen Verträge hatten die Bundesbürger zum Ende des dritten Quartals 2017 abgeschlossen, so geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor. Damit das so bleibt und noch mehr Menschen einen Vertrag abschließen, hat der Staat Verbesserungen bei Riester beschlossen, die zum Jahresanfang 2018 in Kraft treten.

Grundzulage wird angehoben

Ein wichtiger Baustein: Erstmals seitdem Riester eingeführt wurde, wird die staatliche Förderung zum 1. Januar 2018 angehoben. Betrug die Grundzulage bisher 154 Euro im Jahr, so wird sie nun auf 175 Euro erhöht.

Das klingt zunächst nach wenig. Doch speziell für Familien kann sich das sehr lohnen: So erhalten Eltern weiterhin 300 Euro Förderung im Jahr für Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 das Licht der Welt erblickt haben. Wurde ein Kind vor diesem Stichtag geboren, sind immer noch 185 Euro drin. Damit Riester-Sparer die volle Zulage erhalten, müssen sie mindestens vier Prozent des Brutto-Jahreseinkommens in den Vertrag einzahlen.

Bezüglich der Förderung sollte auch bedacht werden, dass die Riester-Rente eine Anlage mit Blick in die Zukunft ist. Wie das Bundesfinanzministerium in einem Pressetext vorrechnet, summieren sich allein die staatlichen Zulagen für eine Person mit zwei Kindern auf bis zu 15.500 Euro.

Neues Schonpolster für Geringverdiener

Weitere Erleichterungen hat der Staat für Menschen geschaffen, die keine ganz so volle Lohntüte haben. Das gilt speziell für Rentner, die auf Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII) angewiesen sind. Ab 2018 profitieren sie von einem monatlichen Schonbetrag in Höhe von 100 Euro, der nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Über diese Summe hinaus bleiben weitere 30 Prozent anrechnungsfrei. Auf diese Weise können bis zu 202 Euro Riester-Rente im Monat zusätzlich behalten werden! Das gilt übrigens auch für Betriebsrenten aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Weitere Details zur staatlich geförderten Altersvorsorge kann ein Beratungsgespräch klären!
 
Neujahr - Und der Versicherungsschutz wird geupdatet!  ^
Ein Jahreswechsel kann Anlass sein, den aktuellen Status der Versicherungen zu überprüfen. Denn unter Umständen müssen diese angepasst werden: nicht nur, wenn eine neue Lebenssituation eingetreten ist, sondern mitunter sogar bei kleinen Änderungen.

Zum Neujahr setzen sich viele Menschen neue Ziele und ziehen Bilanz, was sich in den vergangenen zwölf Monaten so ereignet hat. Die guten Vorsätze sollten dabei ja auch das Thema Versicherung nicht aussparen. Denn Änderungsbedarf besteht unter Umständen auch beim Versicherungsschutz, wenn sich im Leben etwas ändert oder bereits geändert hat.

Beispiel private Altersvorsorge: Zum Ende des Jahres empfiehlt es sich zu überprüfen, ob man als Riester-Sparer auch tatsächlich alle Zuschläge erhält. Um voll förderfähig zu sein, müssen Sparer jedes Jahr mindestens vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen: abzüglich der Zulagen. Auch muss ein "Antrag zur Altersvorsorgezulage" beim Versicherer gestellt werden. Versicherer können die Zulagen eines Jahres bis zum Ende des übernächsten Jahres einfordern: für 2017 also bis Ende 2019. Eine Elternzeit ermöglicht es hingegen, die Einzahlung in den Vertrag auf einen Sockelbeitrag zu reduzieren. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

Doch nicht nur bei Riester lohnt es sich, die Angemessenheit des Versicherungsschutzes zu checken. Beispiel Hausratversicherung: Hat eine Familie sich neue Wertgegenstände für die Wohnung gekauft oder eine teure Einrichtung, muss unter Umständen der Schutz erhöht werden. So ist zum Beispiel für Schmuck und Uhren, die außerhalb eines Safes aufbewahrt werden, die Deckungssumme in vielen Policen beschränkt. Und wer ein Grundstück kauft oder gar selbst einen Hausbau plant, hat natürlich auch neue Risiken. Unter Umständen muss dann eine Grundstücks- oder Bauherrenhaftpflicht eingeplant werden.

Auch wenn sich die Einkommens-Situation verändert hat, der Chef etwa eine Lohnerhöhung springen ließ oder man sogar selbst auf den Chefsessel befördert wurde, lohnt ein Vertragscheck. Bei Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder Rentenversicherungen muss unter Umständen die vereinbarte Leistung erhöht werden. Das ermöglichen die sogenannten Nachversicherungsgarantien in den Verträgen: Sie erlauben es, bei bestimmten Ereignissen wie einem Häuslebau oder einer Heirat den Schutz entsprechend anzupassen. Worauf sich noch zu achten lohnt, besprechen Sie einfach mit uns!
 
Krankenkasse darf Blindenhund nicht pauschal verweigern  ^
Dass es sich lohnen kann, wenn gesetzlich Versicherte für ihre Rechte kämpfen, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG). Der fünfte Senat hat einer blinden und hochbetagten Frau ein Blindenhund zugesprochen, obwohl die Krankenkasse eine Übernahme der Kosten bis zuletzt abgelehnt hatte. Damit stärkte das Gericht die Rechte von Behinderten. Das Urteil ist rechtskräftig (Aktenzeichen: L 16/1 KR 371/15).

Wie das Landessozialgericht in einer Pressemeldung berichtet, hatte im konkreten Rechtsstreit eine 73jährige Seniorin ihre Krankenkasse verklagt. Die Frau war erblindet und nutzte deshalb bisher einen Blindenstock. Aufgrund einer fortschreitenden Autoimmunerkrankung konnte sie jedoch zunehmend schlechter laufen und war deshalb auf einen Rollator angewiesen.

Die Frau beantragte bei ihrer Krankenkasse einen Blindenhund. Sie argumentierte, dass sie aufgrund der Gehbehinderung schlecht ihren Blindenstock einsetzen könne, da sie zugleich ihren Rollator führen müsse. Deshalb habe sie Probleme, zum Beispiel Eingänge von Geschäften oder Straßenübergänge zu finden. Die Krankenkasse aber lehnte eine Übernahme der Kosten ab mit der Begründung, sie sei aufgrund ihrer Gehbehinderung ohnehin nicht in der Lage, einen Blindenhund zu führen. Deshalb sei es unwirtschaftlich, ein solches Tier zu finanzieren.

Das aber sahen die Richter des Landessozialgerichtes anders. Sehr wohl nämlich hatte die Frau mittels mehrerer Ärzte und unabhängiger Gutachter nachweisen können, dass sie noch Kraft und Fitness besitzt, um trotz ihres Rollators auch einen Blindenhund zu führen: auch, wenn hierfür ein umfangreiches Training mit dem Tier und Spezialisten notwendig wurde. So betonten die Richter auch, dass eine Krankenkasse nicht einfach pauschal die Kostenübernahme für einen Blindenhund ablehnen dürfe, wenn eine Gehbehinderung vorliege. Hier komme es immer auf den Einzelfall an.

Auch wenn ein Krankenversicherer die Bewilligung von Hilfsmitteln ablehnt, sollte man nicht aufgeben. Es lohnt sich, für seine Rechte zu kämpfen und in den Widerspruch zu gehen. Hierbei kann es nützlich sein, sich professionelle Hilfe zu holen, etwa durch eine Patientenberatung. So hoben auch die Richter im vorliegenden Rechtsstreit hervor, dass eine Krankenkasse die Pflicht zu einer humanen Krankenbehandlung habe.
 
Warum Altersvorsorge für Frauen ein wichtiges Thema ist  ^
Erneut macht eine Studie darauf aufmerksam, dass Frauen im Alter deutlich weniger Einkünfte haben als Männer. Im schlimmsten Fall droht so Altersarmut. Experten sprechen von einer sogenannten Gender Pension Gap, die sich aktuell auf stolze 53 Prozent beziffert: das bedeutet, weibliche Ruheständler haben nur halb so hohe Alterseinkünfte wie Männer.

Frauen haben im Alter oft deutlich niedrigere finanzielle Mittel als männliche Rentner. Das zeigt eine aktuelle Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Die drei beteiligten Forscherinnen und Forscher haben nicht nur Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) unter die Lupe genommen, sondern auch der größten wiederkehrenden Haushaltsbefragung in Deutschland, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP).

Mit diesem breiten Datenmaterial konnten die Wissenschaftler nicht nur Aussagen zur gesetzlichen Rente treffen, sondern auch zu den anderen beiden Säulen der Altersvorsorge: Betriebsrenten und private Altersvorsorge, speziell Riester-Renten und Lebensversicherungen. Die Ergebnisse sind für Frauen wenig erfreulich. Sie erhalten im Schnitt ein um 53 Prozent niedrigeres Netto-Alterseinkommen als Männer, wenn man alle drei Säulen zusammenrechnet.

Das liegt an der besonderen Erwerbssituation von Frauen. Zum einen unterbrechen sie ihre Erwerbsbiographie häufiger, weil es noch immer mehrheitlich Frauen sind, die schwerpunktmäßig Kinder erziehen und Angehörige pflegen. Deshalb arbeiten sie auch häufiger in Teilzeit. Hier muss noch einiges getan werden, um tatsächlich Gleichberechtigung zu sichern.

Frauen nutzen aber auch die bestehenden Optionen auf Altersvorsorge seltener. Beispiel betriebliche Alterssicherung: Laut Studie haben nur sieben Prozent der Frauen Anrecht auf eine Betriebsrente erworben, während es bei Männern immerhin 26 Prozent sind. Und während Frauen im Schnitt 240 Euro Betriebsrente erhalten, sind es bei den männlichen Beschäftigten im Schnitt 593 Euro. Das macht in diesem Bereich einen Unterschied von 60 Prozent!

Deshalb empfiehlt es sich, dass Frauen, wenn es finanziell möglich ist, das Thema betriebliche und private Altersvorsorge auf ihre Tagesordnung setzen. Schließlich geht es um finanzielle Unabhängigkeit auch im Alter - und darum, sich auch im Ruhestand weiterhin etwas leisten zu können. Hier kann ein Beratungsgespräch helfen, die passende Vorsorge zu finden.
 
Deutsche gehen im Schnitt mit 64,1 Jahren in Altersrente  ^
Wissen Sie, wann die Bundesbürger durchschnittlich in die Altersrente gehen? Dies verrät der aktuelle Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, den das Bundesarbeitsministerium vor kurzem in Berlin vorgestellt hat.

Das durchschnittliche Rentenzugangsalter in Renten wegen Alters betrug demnach 2016 genau 64,1 Jahre. Zugleich lässt sich beobachten, dass die Bundesbürger immer länger arbeiten. Im Jahr 2001 lag das Rentenzugangsalter nämlich noch niedriger: damals verabschiedeten sich die Bürger im Schnitt mit 62,4 Jahren in den Ruhestand.

Das durchschnittliche Rentenalter steigt also. Und das trotz aller Diskussionen um die "Rente mit 63", die es seit dem 1. Juli 2014 erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen abschlagsfrei zeitiger in Rente zu gehen. Experten erwarten, dass sie auch zukünftig weiter in die Höhe klettert - und die Bürger immer länger arbeiten.

Das liegt aber nicht nur an der steigenden Regelaltersgrenze, die seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird. Am Ende des Berichtszeitraums 2016 galt bereits eine Altersgrenze von 65 Jahren und 5 Monaten, bei der ein Neurentner ohne Abschläge bei der gesetzlichen Rente in den Ruhestand wechseln kann, wenn er genügend Beitragsjahre zur Rentenkasse angesammelt hat. Zugleich wollen auch mehr Arbeitnehmer länger arbeiten, weil sie sich länger fit fühlen und in ihrem Job Erfüllung finden. Das haben bereits mehrere Umfragen gezeigt.

Dennoch sollte auch die drohende Altersarmut im Blick behalten werden. Denn es gibt noch andere Zahlen, die aufhorchen lassen. Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat sich die Zahl der Senioren, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben und dennoch erwerbstätig sind, innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt! Betroffen waren davon im Vorjahr bereits 942.000 Personen. Und für mehr als jeden Dritten von ihnen war die Erwerbsarbeit wichtigste Einnahmequelle.

Hier steht auf der sicheren Seite, wer zusätzlich für das Alter vorsorgt. Auch deshalb, weil man mit Abschlägen von der Rente rechnen muss, wenn man vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand wechselt. Ein Beratungsgespräch schafft hier Aufklärung!