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 Aktuelle Urteile und Rechtsprechung

Warum Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig ist  ^
Für Frauen ist die Altersvorsorge ein besonders wichtiges Thema, weil sie auch niedrigere Renten erwarten. Dabei kann man die Wahl der richtigen Altersvorsorge natürlich gemeinsam mit dem Partner treffen - aber allein auf ihn verlassen sollte man sich nicht.

Frauen haben im Schnitt ein höheres Altersarmuts-Risiko als Männer. Das zeigen schon die durchschnittlichen Rentenbezüge von Mann und Frau. Erzielen Männer im Schnitt eine gesetzliche Rente von 1.065 Euro im Monat, so haben Frauen nur 671 Euro in der Tasche. Für ein auskömmliches Leben im Alter ist das viel zu wenig.

Die Gründe sind komplex - und haben auch damit zu tun, dass Familie und Pflege noch immer mehrheitlich auf Frauen lastet. Rund zwei Drittel aller pflegenden Angehörigen sind weiblichen Geschlechts, so verrät eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums. Und noch immer wird diese wichtige Arbeit auch finanziell nicht ausreichend gewürdigt. Der Staat spart jedes Jahr Milliarden, wenn Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden umsorgt werden und nicht stationär betreut werden müssen.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat herausgefunden, dass Frauen im erwerbsfähigen Alter noch immer den Großteil der unbezahlten Fürsorgearbeit und Hausarbeit übernehmen. 2,4mal häufiger als Männer kümmern sich Frauen demnach um Kinder und Pflegebedürftige in der eigenen Familie.

Um für Kinder und Angehörige da sein zu können, unterbrechen Frauen auch häufiger ihren Job oder arbeiten in Teilzeit, was leider oft in eine "Teilzeitrente" mündet. Erziehungszeiten werden zwar von der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt, letztendlich werden aber nur pro Kind drei Jahre mit je einem Entgeltpunkt angerechnet.

Frauen sind häufiger auf Grundsicherung angewiesen

Schaut man auf das Geschlechterverhältnis bei den Personen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, so betrifft dies zu knapp 60 Prozent Frauen. Und rechnet man die drei Säulen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge zusammen, erzielen Frauen ein um 53 Prozent niedrigeres Nettoeinkommen im Alter, so zeigen Daten des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), der größten wiederkehrenden Haushaltsbefragung in Deutschland. Vor allem bei den Betriebsrenten klafft ein riesiges Loch. Während Frauen im Schnitt 240 Euro Betriebsrente im Monat erhalten, sind es bei den männlichen Beschäftigten im Schnitt 593 Euro.

All diese Zahlen zeigen, dass das Thema Altersvorsorge für beide Geschlechter wichtig ist, aber Frauen auch hier noch indirekt benachteiligt werden. Deshalb sollten sich nicht nur Frauen zeitig Gedanken machen, wie sie ihre Altersbezüge aufbessern können, um finanziell unabhängig zu sein. 49 Prozent der Frauen nehmen laut einer YouGov-Umfrage ihre Zukunft selbst in die Hand und sorgen neben der gesetzlichen Rente auch privat vor.

Gerade Familien sollten auch klären, ob und wie die finanzielle Zukunft besser auf beide Schultern verteilt werden kann, so dass beide Partner gut für spätere Zeiten abgesichert sind. Das betrifft nicht nur die direkte Altersvorsorge, zum Beispiel mit einer Rentenversicherung. Wer Pflegevorsorge betreibt und eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, leistet auch einen Beitrag, um weibliche Familienangehörige später zu entlasten und die Arbeit gerechter auf beide Geschlechter verteilen zu können.
 
Sechs von zehn Häusern nicht gegen Elementargefahren geschützt  ^
Noch immer sind die meisten Hausbesitzer in Deutschland nicht gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Nach aktuellen Erhebungen besitzen nur 41 Prozent der Immobilieneigner einen entsprechenden Schutz. Dabei kann ein Schaden am Haus das Portemonnaie derart belasten, dass sich eine Familie dauerhaft nicht davon erholt.

Nur 41 Prozent der deutschen Hausbesitzer haben ihr Hab und Gut gegen sogenannte Elementarschäden versichert. Damit sind noch immer sechs von zehn Häusern ohne entsprechenden Schutz. Das geht aus Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kürzlich veröffentlicht hat.

Das Problem hierbei: Eine Wohngebäudeversicherung reicht nicht aus, um das Haus gegen Naturgefahren wie Überschwemmungen, Hochwasser, Erdrutsch oder Rückstau zu versichern. Hierfür ist eine Elementarschadenversicherung erforderlich. Diese Police kann als eigenständiger Vertrag und als Zusatzbaustein abgeschlossen werden. Viele Hausbesitzer wissen dies nicht, weshalb die Bundesländer gemeinsam mit den Versicherern Informationskampagnen gestartet haben, um die Bürger aufzuklären.

Starkregen tritt immer häufiger auf

Wer jetzt aber sagt: "Ich habe doch ohnehin keinen Fluss oder ein anderes Gewässer in der Nähe meines Hauses. Weshalb sollte ich mich also gegen Elementarschäden versichern?", der sollte zusätzlich gewarnt sein. Stichwort Starkregen: Laut einer Auswertung des Nachrichtenportals "Correctiv" haben heftige Niederschläge in den letzten zwei Jahrzehnten stark zugenommen.

Die Journalisten haben sich Daten von 1.000 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) angeschaut. Das Ergebnis: Starkregen tritt nicht nur immer häufiger auf, sondern mittlerweile auch in der gesamten Bundesrepublik. Dies bedeutet, fast jeder Hausbesitzer kann davon betroffen sein.

Von Starkregen spricht man ab einer Niederschlagsmenge von 17 Millimetern pro Stunde, was stündlich 17 Litern pro Quadratmeter entspricht. Das ist aber nur der niedrigste Wert. Um hier ein Extrembeispiel zu nennen: am 28. Juli 2014 fielen in Münster innerhalb weniger Stunden 292 Liter pro Quadratmeter. Das ist, als würde man auf dieser kleinen Fläche in kurzer Zeit fast dreißig volle Wischeimer mit Wasser auskippen.

Auch die Großstädte sind keineswegs sicher. Am 29. Juni 2017 regnete es in Berlin-Tegel innerhalb von 24 Stunden fast 200 Liter pro Quadratmeter. Das ist fast ein Viertel der Niederschlagsmenge, die normalerweise innerhalb eines Jahres in Berlin gemessen wird. Wenn das Wasser dann nicht kontrolliert abfließen kann, überschwemmt es schnell Keller und staut sich am Fundament der Häuser. In Ausnahmefällen setzt sich gar eine Schlammlawine in Bewegung, die Geröll, Bäume und Autos mit sich reißt. So können an den Häusern massive Schäden entstehen.

Experten des Deutschen Wetterdienstes gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit von Starkregen in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen könnte. Und folglich auch die Notwendigkeit, sich privat abzusichern.
Eine weitere Gefahr, die jede Immobilie im Winter treffen kann, sind eingedrückte Dächer als Folge von hohem Schneedruck.

Nur 0,6 Prozent in der höchsten Gefährdungsklasse

Viele Hausbesitzer könnten jetzt einwenden: Ist meine Immobilie überhaupt gegen Elementargefahren versicherbar? Immer wieder hört und liest man, dass dies recht teuer sei und einige Häuser gar keinen Schutz bekommen, speziell in Hochwasser-Risikozonen.

Hier verweist der GDV auf die neuesten ZÜRS-Zahlen aus dem Oktober 2017. ZÜRS ist das Zonierungssystem, mit dem deutschlandweit Häuser nach ihrem Hochwasserrisiko benotet werden. Demnach sind nur 129.700 Häuser in Deutschland in die höchste Gefahrenklasse 4 eingeordnet und damit statistisch mindestens einmal in zehn Jahren von Hochwasser bedroht. Das sind nur 0,6 Prozent der bundesweit 21,4 Millionen registrierten Adressen.

Es lohnt sich also, zumindest einmal nachzufragen, ob die eigene Immobilie gegen Elementarschäden versicherbar ist. Zwischen den einzelnen Anbietern bestehen teils deutliche Unterschiede, was die Preise und die Versicherbarkeit von Häusern betrifft. Der Schutz des eigenen Hauses ist keine Kleinigkeit. Bei den jüngsten Hochwässern und Überschwemmungen wurden einige Gebäude teils so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Dabei können Kosten im sechsstelligen Bereich entstehen, wenn das Haus bis auf die Grundmauern neu aufgebaut werden muss.
 
Tanzpartner haftet nicht für Sturz  ^
Wer beim Tanz stürzt und sich dabei verletzt, kann nicht seinen Partner dafür haftbar machen. Das geht aus einem Urteil hervor, über das aktuell die Deutsche Anwaltshotline berichtet. Entsprechend kann auch nicht die Haftpflichtversicherung des Tänzers haftbar gemacht werden. Hier empfiehlt es sich, zusätzlich eine Unfallversicherung abzuschließen: Sie zahlt unabhängig von der Ursache des Unfalls.

Im konkreten Rechtsstreit hatte eine Frau Pech, die tänzerisch eher unbegabt war. Sie wurde zu ihrer Geburtstagsfeier von einem erfahrenen Turnier-Tänzer zum Tanz aufgefordert. Zunächst lehnte die Frau ab. Als sie sich schließlich doch überreden ließ, stürzte sie bei einer gewagten Drehung und verletzte sich dabei schwer.

Das Oberlandesgericht Frankfurt aber sprach der Frau Schadensersatz ab, als sie den Tänzer schließlich auf Schmerzensgeld verklagte. Dabei betonten die Richter, dass sich die Frau freiwillig auf den Tanz eingelassen habe und um das Risiko einer Verletzung beim Tanzen wusste. Es reicht folglich nicht aus, dass sie sich nur widerwillig zum Tanz überreden ließ, damit der Tänzer nun haften müsse. Die Frau hätte sich nicht aufs Parkett bitten lassen dürfen (Az. 13 U 222/16).

Hier hätte eine Unfallversicherung geholfen, den finanziellen Schaden des Sturzes abzuwenden. Aber Achtung: Laut Vertragswerk sollten auch die sogenannten Eigenbewegungen mitversichert sein. Nur dann zahlt der Versicherer auch, wenn eine plötzliche und unbedachte Bewegung zu der Verletzung führt, ohne dass ein Fremdeinwirken von außen vorliegt.

 
Berufsunfähigkeitsversicherung - Drei von vier Anträgen auf BU-Rente werden bewilligt  ^
Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherer zahlen durchaus zuverlässig eine BU-Rente, wenn die Versicherten darauf angewiesen sind. Das zeigt eine aktuelle Studie, die circa 50 Prozent des deutschen Marktes abdeckt. Demnach wird in drei von vier Fällen problemlos die Leistung im Ernstfall bewilligt.

Berufsunfähigkeitsversicherer sind Nein-Sager? Einige Medienberichte über Fälle, in denen Versicherte trotz schwerer Beeinträchtigung leer ausgegangen sind, legen dies nah. Doch dass es sich bei diesen Fällen keineswegs um die Regel, sondern um Ausnahmen handelt, zeigt erneut eine Studie.

Das Analysehaus Franke und Bornberg untersucht bereits seit mehreren Jahren das Leistungsverhalten der BU-Versicherer. Auch in diesem Jahr stellten wieder sieben Anbieter ihre Daten zur Verfügung: gemeinsam stehen sie für 4,57 Millionen Berufsunfähigkeits-Policen und vereinen knapp 50 Prozent aller Leistungsfälle auf sich. Zusätzlich haben die Analysten die Versicherer vor Ort besucht, um stichprobenartig den Sachbearbeitern über die Schultern zu schauen. Das Datenmaterial bezog sich auf das Jahr 2016.

Das Ergebnis ist durchaus erfreulich. Wenn ein Versicherter eine BU-Rente beantragt, fallen drei von vier Leistungsentscheidungen (75,7 Prozent) zu Gunsten des Versicherten aus. Auf ähnliche Zahlen kommt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dieser hatte für das Jahr 2015 eine Leistungsquote von 77 Prozent ermittelt.

"Die BU-Versicherung bleibt weiterhin das wichtigste Produkt zur Absicherung der Arbeitskraft. Eine Anerkennungsquote von über 75 Prozent zeigt, dass die BU auch im Leistungsfall funktioniert", kommentiert BU-Experte Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des unabhängigen Analysehauses.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Insgesamt 589 Verbraucher zogen im Erhebungszeitraum gegen ihren Versicherer vor Gericht, weil sie der Meinung waren, dass ihnen zu Unrecht eine BU-Rente verweigert wurde. Auch hier gilt es zu relativieren: Das sind lediglich 2,39 Prozent aller ausgewerteten Anträge auf eine Versicherungsleistung, denn gezählt wurden 24.600 BU-Leistungsfall-Neuanmeldungen. Oft mussten die Verbraucher einsehen, dass der Versicherer durchaus nicht zahlen muss. Bezogen auf alle Leistungsfälle betrug die Quote der von Versicherern verlorenen Prozesse magere 0,28 Prozent.

Häufigster Ablehnungsgrund war, dass der erforderliche Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent nicht nachgewiesen werden konnte (48,7 Prozent). Weitere 30 Prozent wurden abgelehnt, weil der Versicherer den Vertrag erfolgreich angefochten oder davon zurückgetreten ist, etwa aufgrund einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Hier gilt, bereits beim Antrag auf BU-Schutz alle Fragen genau und gewissenhaft zu beantworten und sich dabei möglichst professionelle Hilfe zu holen.
 
Telematik in der Kfz-Versicherung: Tarife für junge Fahrer und Fahranfänger  ^
Etwa 15 Kfz-Versicherer haben derzeit sogenannte Telematik-Tarife im Angebot, bei denen der Fahrer Prämienrabatte erhält, wenn er eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise nachweisen kann. Die Nachfrage lässt derzeit zu wünschen übrig. Doch gerade für Fahranfänger kann eine solche Police empfehlenswert sein, denn es geht nicht nur um den Preis.

Telematik boomt? Nicht wirklich! Denn während in anderen Staaten, zum Beispiel auf dem angloamerikanischen Markt oder in Italien, die sogenannten Telematiktarife längst etabliert sind, werden sie in Deutschland noch sehr zurückhaltend nachgefragt. Selbst der deutsche Marktführer in der Autoversicherung, ein Anbieter aus Coburg mit 11,6 Millionen Verträgen, hat kaum 50.000 Telematik-Kunden, so berichtet das Branchenmagazin "Versicherungswirtschaft heute" am Montag.

Die App misst das Fahrverhalten

Verwunderlich ist das auch deshalb, weil die Branche große Hoffnungen in die Telematik gesetzt hatte und noch immer setzt. Hierbei gilt es allerdings auch zu berücksichtigen, dass solche Verträge erst seit wenigen Jahren im Angebot sind: 2013 wagte sich der erste deutsche Versicherer mit einer Telematik-Police auf den Markt. Das liegt vielleicht auch an dem Prinzip:

Der Fahrer ist dazu angehalten, seine Fahrweise mittels einer App oder Black Box messen zu lassen und die Daten an den Versicherer zu übermitteln. Dabei werden Daten wie Beschleunigungs- und Bremsverhalten, das Lenken in der Kurve sowie andere sensible Informationen aufgezeichnet. Das ist auf dem deutschen Markt nicht jedem Fahrer geheuer, zumal für Datenschutz hierzulande eine besonders hohe Sensibilität besteht. Wenn der Fahrer vorsichtig fährt, sind abhängig vom Anbieter deutliche Prämienersparnisse möglich.

Bezüglich des Datenschutzes betonen die Versicherer, dass sie nicht nur strengen Datenschutz-Gesetzen in Deutschland verpflichtet sind, sondern die Daten auch anonym aufzeichnen. Zudem ist bei den meisten Tarifen dem Kunden überlassen, ob und wann er sich mittels Datenmessung beteiligen will. Soll heißen: der Versicherte muss nicht mehr zahlen, wenn er mal für einen Monat die Daten nicht weitergibt. Er bekommt aber auch keinen Rabatt für den Zeitraum.

Junge Zielgruppe: Vorsichtiges Fahren wird gefördert

Dabei ist bei Telematikversicherungen nicht nur der Preis ein Argument, sich für eine solche Police zu entscheiden. Studien haben nämlich gezeigt, dass gerade Fahranfänger und junge AutofahrerInnen deutlich vorsichtiger fahren, wenn sie mittels Telematik ihr eigenes Fahrverhalten vor Augen geführt bekommen. Deshalb haben viele Versicherer junge Versicherungsnehmer als Hauptzielgruppe ausfindig gemacht. Sie bieten Programme, bei denen die Fahranfänger teils spielerisch ihre eigene Fahrweise analysieren und auswerten können. Die Telematik funktioniert auch als eine Art digitaler Fahrtrainer, der Tipps gibt.

Gerade Eltern sollten deshalb überlegen, ob sie für den Nachwuchs nicht einen Telematik-Tarif in der Autoversicherung abschließen wollen. Denn er hat auch eine disziplinierende Funktion, ohne dass Druck auf den jungen Fahrer oder die Fahrerin ausgeübt wird. Und das ist doch eigentlich eine gute Sache.

 
Gesetzliche Unfallversicherung - Schon eine Raucherpause kostet Arbeitsschutz  ^
Wer sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin befindet, der ist in der Regel auch durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Was aber viele Arbeitnehmer nicht wissen: Schon in der Raucherpause oder auf dem Weg dorthin erlischt der Schutz. Denn die Zigarette zwischendurch hat mit der eigentlichen Arbeit nichts zu tun.

Mehr als eine Million meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle ereignen sich jedes Jahr laut Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gut also, dass man am Arbeitsplatz gegen derartige Unfälle abgesichert ist. Knapp 19.000 dieser Zwischenfälle endeten im Jahr 2016 derart tragisch, dass die Versicherten erstmals eine Rente erhielten.

Was viele Beschäftigte aber nicht wissen: der gesetzliche Schutz hat gefährliche Lücken. Schon der Gang zur Zigarettenpause führt dazu, dass der Rentenversicherungsträger nicht zahlen muss, wenn sich in der Pause oder auf dem Weg dorthin ein Unfall ereignet. Dies haben mehrere Urteile gezeigt - unter anderem ein Richterspruch des Sozialgerichts in Karlsruhe aus dem Jahr 2015 (Aktenzeichen S 4 U 1189/15).

Raucherpause "rein private Angelegenheit"

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Facharbeiterin 15 Minuten vor der regulären Pause ihren Arbeitsplatz in einer Lagerhalle verlassen, als ihr ein Gabelstapler über den Fuß fuhr. Ein komplizierter Bruch war die Folge. Die Frau wollte das Missgeschick als Arbeitsunfall geltend machen - dabei machte die Frau widersprüchliche Angaben. Zunächst sagte sie, sie habe sich nach draußen begeben wollen, um eine Zigarette zu rauchen. So stand es letztendlich auch in der Unfallmeldung ihres Arbeitgebers. Später korrigierte sie sich und behauptete, sie habe zur Toilette gehen wollen.

Die Karlsruher Richter kamen in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluss, dass der Weg zur Toilette sehr wohl einen Arbeitsunfall bedingt hätte, eine Raucherpause hingegen nicht. Denn das Rauchen habe streng genommen nichts mit der Arbeit zu tun und sei eine rein private Angelegenheit. Folglich muss die Berufsgenossenschaft nicht für die Verletzung einstehen.

Auch Umweg von Arbeit kostet Unfallschutz

Ähnliche Urteile liegen auch vor, wenn ein Beschäftigter von der Arbeit nicht den direkten Weg nach Hause wählt, sondern einen Umweg einschlägt - etwa, um noch schnell einzukaufen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wer sein Kind auf einem Umweg zur Arbeit in den Kindergarten bringt, ist im Falle eines Unfalls durch die Berufsgenossenschaft abgesichert. Wird das Kind jedoch zur Oma gebracht, besteht bei einem Unfall kein Leistungsanspruch gegen die Berufsgenossenschaft.

Deshalb ist es ratsam, zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen, um auch in solchen Situationen geschützt zu sein. Sie zahlt in der Regel unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet hat. Zusätzlich kann der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

 
Geräteversicherungen für Smartphones, Tablets und Co. erneut in der Kritik  ^
Wer beim Electrodiscounter oder auch im Internet ein teures Elektrogerät kauft, kann häufig auch gleich eine passende Geräteversicherung dazu abschließen. Doch erneut sind diese Policen in die Kritik geraten. Sie beinhalten strenge Ausschlüsse, die den Verbraucher im Zweifel benachteiligen können. Deshalb sollte man solch einen Vertrag sehr genau lesen.

Technische Produkte wie Smartphones oder Flachbildschirme werden immer teurer. Kein Wunder also, dass man diese Geräte auch versichern möchte. Das machen sich Elektro-Discounter und auch Online-Händler zunehmend zu Nutze. Wer ein solches Gerät kauft, bekommt oft auch eine Versicherung angeboten, die man gleich an der Kasse oder per Mausklick abschließen kann.

Der Preis für diese Geräteversicherungen ist durchaus beachtlich. Oft orientieren sich die Kosten am Wert des gekauften Produktes und hohe dreistellige Beträge sind nicht selten. Doch diese Versicherungen sind nun erneut in die Kritik geraten. Diesmal ist es die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die in einer Pressemeldung vor Fallstricken bei diesen Verträgen warnt.

Der Grund: die Anbieter machen es sich durchaus zu Nutze, dass die Geräte-Policen quasi direkt an der Supermarkt-Kasse abgeschlossen werden. Der Kunde hat da wenig Zeit, die Vertragsbedingungen zu lesen. Nachteilige Vertragsklauseln können die Folge sein.

Handtasche mit Schloss gesichert?

Ein Beispiel: Normalerweise sollen Versicherungen für das Smartphone auch Schutz bieten, wenn das Gerät gestohlen wird. Dieser Schutz kann aber stark eingeschränkt sein. So sehen einige Verträge nur dann Ersatz für gestohlene Geräte aus der Handtasche oder dem Koffer vor, wenn zum Zeitpunkt des Diebstahls die Tasche mit einem separaten Schloss gesichert war. Oder der Schutz besteht nur tagsüber zwischen 06:00 und 22:00 Uhr - nicht aber, wenn der Dieb nachts zuschlug.

Ebenfalls problematisch sind hohe Selbstbeteiligungen, die viele Verträge vorschreiben. So wird mitunter für die Reparatur eines Smartphones nur der Betrag gezahlt, der über einer Grenze von 100 Euro liegt. Jeder kann sich selbst ausrechnen, ob es dann nicht besser wäre, die Werkstattkosten gleich selbst zu zahlen. Abhängig vom Vertrag können auch Bedienfehler, kaputte Kleinteile oder Beschädigung durch Virenbefall komplett ausgeschlossen sein.

Auch orientiert sich der Ersatz oft am Zeitwert des Gerätes, nicht am Neuwert. Bei elektrischen Geräten ist der Wertverfall aber sehr hoch. Schon nach einem Jahr kann das Smartphone nur noch 60 bis 80 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises wert sein. Entsprechend gering fällt dann der Ersatz aus - erst recht, wenn ein Selbstbehalt vereinbart ist. Viele Verträge sehen auch vor, dass der Versicherte ein Ersatzgerät erhält statt den Preis ersetzt zu bekommen. Heimtückisch: Dieses muss nur über ähnliche Funktionen verfügen, kann aber ein deutlich preisgünstigeres Modell sein.

Grundsätzlich gilt: Versicherungen sollten nicht zwischen Tür und Angel abgeschlossen werden, folglich auch nicht an der Discounter-Kasse. Sondern nur, nachdem man sich mit den Verträgen intensiv beschäftigt hat. Wer eine Geräteversicherung abschließen will, kann dies in der Regel auch 30 Tage nach dem Kauf tun. Deshalb sollten sich Verbraucher nicht unter Druck setzen lassen, die Vertragsbedingungen lesen und notfalls auch Tarife vergleichen.
 
Waisenrente - Auch Erwachsene haben Anrecht  ^
Unter Umständen haben auch erwachsene Menschen Anrecht auf Waisenrente: nämlich dann, wenn sie sich in einem Studium oder einer Ausbildung befinden. Geld, das die Betroffenen nicht verschenken sollten.

Wer in Deutschland ein erziehungspflichtiges Elternteil verliert oder sogar beide Eltern, der hat Anrecht auf Waisenrente aus der Deutschen Rentenversicherung. Das gilt zumindest dann, wenn der oder die Verstorbene mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. In der Regel endet die Rentenzahlung, sobald die berechtigte Person ihren 18. Geburtstag feiert. Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) aktuell informiert, haben aber mitunter auch Erwachsene einen Anspruch.

Wenn sich die betroffene Person in einer Ausbildung oder in einem Studium befindet, wird die Waisenrente nämlich sogar bis zu dem 27. Lebensjahr gezahlt. Und selbst der Wechsel einer Ausbildungsstätte bedeutet nicht das Ende der Zahlungen. Wer seinen Ausbildungsplatz wechselt, kann maximal vier Monate weiter Waisenrente beziehen, um die Zeit zu überbrücken.

Wie hoch die Rente ausfällt, ist abhängig davon, wie viel und wie lange das Elternteil rentenversichert war. Die Halbwaisenrente, wenn ein Elternteil verstarb, beträgt zehn Prozent der Rente, auf welche der Verstorbene Anrecht gehabt hätte. Die Vollwaisenrente beziffert sich auf zwanzig Prozent des erworbenen Rentenanspruchs. Hinzu kommt ein Aufschlag, der sich an den zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten des Elternteils orientiert.

Anspruchsberechtigt sind nicht nur leibliche Kinder. Auch Stief- und Pflegekinder, Enkel und sogar Geschwister können unter Umständen Waisenrente beziehen: nämlich dann, wenn sie im Haushalt des Verstorbenen lebten und dieser erziehungsberechtigt war bzw. den Unterhalt finanzierte.

Laut Statistik der DRV beziehen aktuell rund 320.000 Menschen in Deutschland eine Waisenrente. Die Waisenrente muss beim Rentenversicherungsträger beantragt werden. Auch ein Nachweis ist erforderlich, dass man noch immer bezugsberechtigt ist, z. B. eine Immatrikulationsbescheinigung oder ein Ausbildungsvertrag.

 
Vermögenswirksame Leistungen - Viele Bürger verschenken Geld!  ^
Viele Deutsche nutzen sogenannte vermögenswirksame Leistungen (VL) nicht, obwohl sie Anspruch darauf hätten. Das zeigt erneut eine Studie. Damit lassen sich die Bürger insgesamt 1,6 Milliarden Euro Extrageld vom Arbeitgeber entgehen, die sie in die private oder betriebliche Altersvorsorge stecken könnten.

Nur rund 65 Prozent der Anspruchsberechtigten nutzen vermögenswirksame Leistungen. Damit gehen in Summe 1,6 Milliarden Euro Extrageld vom Chef verloren, auf die Arbeitnehmer eigentlich einen Anspruch hätten. Das hat Finanzwissenschaftler Jens Kleine, Forscher am privaten Research Center for Financial Services (CFin), für eine Privatbank errechnet.

Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige Zahlungen vom Arbeitgeber laut dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG). Das heißt, nicht jeder hat darauf einen Anspruch. Ob und in welchem Umfang Beschäftigte dieses Geld in Anspruch nehmen können, ist im Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung geregelt. Das Problem: Viele Beschäftigte wissen nicht, dass sie diese Leistungen nutzen können. Hier empfiehlt es sich, beim Arbeitgeber oder der Personalabteilung nachzufragen.

Zuschuss für die Altersvorsorge

Wie der Name schon sagt, dienen VL dazu, Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge und Vermögensbildung zu unterstützen. Auf den ersten Blick wirken die Zuschüsse vom Arbeitgeber recht klein: sie schwanken zwischen 6,65 Euro im öffentlichen Dienst und 40 Euro im Bankensektor. Aber hier sei daran erinnert, dass Vermögen auf lange Sicht gebildet wird. Und wenn der Arbeitnehmer über Jahrzehnte diese Zuschüsse nutzt, kommt schnell ein fünfstelliger Betrag zusammen, der zusätzlich zum Lohn gezahlt wird!

Das Geld kann dann vielfältig genutzt werden, etwa für einen Bank- und Fondssparplan, eine Rieser-Rente, einen Bausparvertrag oder um eine Immobilie abzuzahlen. Auch die Umwandlung in eine Betriebsrente ist möglich. Ein Nachteil der VL ist allerdings, dass sie den Bruttolohn erhöhen, so dass auch Steuern und Sozialabgaben darauf fällig werden. Allerdings lässt sich im Falle einer Betriebsrente auch die Entgeltumwandlung nutzen. Allein bei der Elektro- und Metallbranche gibt es einen eng gesteckten Rahmen. Hier muss das Geld in eine betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente eingezahlt werden. Nach Ablauf einer meist siebenjährigen Sperrfrist bekommt der Arbeitnehmer den Wert seiner VL-Anlage ausgezahlt.

Auch der Staat beteiligt sich

Geringverdiener erhalten sogar eine Förderung vom Staat, wenn sie einen Bausparvertrag haben, eine Immobilie abzahlen oder in Aktienfonds investieren. Und das Gute ist: Wer den Arbeitgeber wechselt, kann den Vertrag fortführen, auch wenn man dann unter Umständen den Beitrag selbst zahlen muss. So geht der Anspruch auf Förderung nicht verloren. Beschäftigte mit geringem Lohn können die sogenannte Arbeitnehmersparzulage beantragen, wenn das Jahreseinkommen einen bestimmten Betrag nicht überschreitet.

Es lohnt sich also beim Arbeitgeber nachzufragen, ob man Anrecht auf vermögenswirksame Leistungen hat. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!
 
Privathaftpflicht - noch immer Absicherungslücken  ^
Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss: Sonst gerät man schnell in die Schuldenfalle, wenn dritte Personen einen Schaden erleiden. Dennoch haben gerade Arbeitslose und Geringverdiener eine gefährliche Absicherungslücke. Ärgerlich, denn Schutz ist schon für wenige Euro im Monat zu haben.

Fragt man nach jenen freiwilligen Versicherungen, die jeder Haushalt unbedingt besitzen sollte, so antworten Verbraucherschutz und Versicherer in seltener Eintracht: Auf eine Privathaftpflicht sollte keiner verzichten. Das mit gutem Grund! Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 823) sieht vor, dass Personen zu Schadensersatz verpflichtet sind, wenn sie Dritte schädigen. Und zwar mit ihrem gesamten Privatvermögen und zeitlich unbeschränkt.

Eine fehlende Privathaftpflicht kann sich als Schuldenfalle entpuppen. Schon wer eine fremde Person versehentlich anrempelt, so dass sie unglücklich stürzt und eine schwere Beeinträchtigung erleidet, sieht sich schnell mit Forderungen konfrontiert, die sogar in die Millionen gehen können. Im Zweifel muss der Verdienstausfall ersetzt werden, wenn die Person nicht mehr arbeiten gehen kann, zusätzlich die Kosten für Reha, Medikamente, Pflege und so weiter. Und das ein Leben lang.

Gerade Geringverdiener haben keinen Schutz

Positiv: In Deutschland ist der Absicherungsgrad mit Privathaftpflicht-Policen schon sehr hoch. Rund 45 Millionen Verträge besitzen die Bundesbürger laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) d. h. in 85 Prozent aller Haushalte ist eine solche Police vorhanden.

Doch gerade in Haushalten mit einem geringen Einkommen bestehen gefährliche Lücken. Ist der Haupteinkommensbezieher arbeitslos, so sind nur 61 Prozent der Haushalte abgesichert. Und in Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.100 Euro besitzen nur 65 Prozent der Haushalte eine Haftpflicht. Das zeigt eine Auswertung der Versicherungswirtschaft zur Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes.

Einerseits ist es verständlich, dass gerade Menschen mit geringem finanziellen Spielraum auf Versicherungen verzichten. Aber: Auch sie haften mit ihrem Privatvermögen! Nicht nur mit dem, was sie aktuell haben. Sie müssen auch zukünftig verdientes und erworbenes Vermögen einrechnen, wenn sie Dritte entschädigen müssen.

Deshalb sollten auch Geringverdiener eine Privathaftpflicht besitzen. Schon mit wenigen Euro im Monat lassen sich Deckungssummen in Millionenhöhe absichern. Wer arbeitslos gemeldet ist, erhält vom Jobcenter zudem einen Pauschalbetrag für Versicherungen.

Doch auch für den Geschädigten bedeutet es ein Risiko, wenn ein Schadenverursacher keine Haftpflicht hat. Er bleibt dann unter Umständen auf seinen Kosten sitzen, wenn bei dem Verursacher nichts zu holen ist. Hier bietet die Leistung "Forderungsausfalldeckung" Schutz, die einige Haftpflichtversicherer anbieten. Sie übernimmt im Fall eines zahlungsunfähigen Verursachers die entstandenen Kosten.

Lassen Sie sich zum Thema Haftpflicht beraten!
 
Versicherungskunden mögen es gern individuell  ^
Viele Bundesbürger befürworten es, ihre Versicherung aus individuellen Bausteinen auf die eigene Situation zuschneiden zu können: Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Aber dabei drohen auch Risiken.

Die Deutschen mögen beim Versicherungsschutz das Baukastensystem! So lässt sich vielleicht am besten eine Studie von YouGov zusammenfassen. Demnach befürworten 58 Prozent der Bürger die Möglichkeit, Versicherungstarife auf ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden zu können.

Das kann entweder mittels besagtem Baukastensystem erfolgen, bei dem Kunden einzelne Module dazu- oder abwählen können. Oder mittels sogenannter Fitness- und Telematik-Tarife. Zum Beispiel müssen dann die Versicherten in der Krankenversicherung einen gesunden Lebenswandel nachweisen und erhalten dafür Prämien. Oder ein Kfz-Versicherer misst die individuelle Fahrweise des Versicherten und belohnt vorausschauendes und vorsichtiges Fahren mit Rabatten.

Module - Beratungsbedarf steigt!

Immer mehr Versicherer bieten tatsächlich Tarife an, die es erlauben, individuelle Leistungen für den Versicherungsschutz hinzu- oder abzuwählen. Und diese Tarife werden auch gut nachgefragt. Schließlich erlauben sie, im Zweifel Leistungen abzuwählen, die man gar nicht braucht.

Traditionell war es so, dass die Versicherer verschiedene Tarifvarianten anboten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten waren: In der Regel einen Tarif mit Grundschutz und teurere Tarife mit Zusatz- und Assistanceleistungen. Andere Sparten waren wiederum so komplex, dass sie einen hohen Beratungsbedarf erforderten, etwa die private Krankenversicherung oder die Gewerbeversicherung. Doch mit den neuen Baukasten- und Modulsystemen erhöht sich der Beratungsbedarf - selbst für vermeintlich standardisierte Produkte.

Für die Kunden kann sich das als heimtückisch entpuppen. Zum Beispiel dann, wenn sich eine wichtige Leistung in einem Baustein versteckt, den man abgewählt hat. Dann nämlich steht man plötzlich ohne Schutz da. Beispiel Hausratversicherung: Manche Tarife sehen für den Schlüsseldienst nur dann eine Leistung vor, wenn man ein bestimmtes Modul hinzuwählte. Auch andere wichtige Leistungen wie etwa Sanitär-Reparaturarbeiten, die Entfernung von Schädlingen oder ähnliches kann sich in einem Modul verstecken. Hier sollte man sich nicht scheuen, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, damit der Schutz tatsächlich auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Telematik-Tarife: Auf dem deutschen Markt noch wenig etabliert

Wer hingegen einen sogenannten Telematik- oder Pay-as-you-live-Tarif abschließen will, hat es aktuell noch schwer. Immerhin haben sich Telematiktarife mittlerweile in der Kfz-Versicherung weitestgehend etabliert: Hier misst eine App in der Regel das individuelle Fahrverhalten, also wie der Fahrer bremst, ob er schnell fährt, wie er sich in die Kurven begibt. Wer vorsichtig fährt, darf auf Rabatte hoffen. Aber bei vielen Anbietern sind diese Policen Fahranfängern vorbehalten.

In der privaten Krankenversicherung hingegen zeigen sich die Versicherer weit zurückhaltender. Im angloamerikanischen Raum und sogar in Afrika gibt es mittlerweile Tarife, bei denen der Verbraucher sein Gesundheitsverhalten fast permanent überwachen lässt: Ob er regelmäßig Sport treibt und sich gesund ernährt, teils wird sogar der Schlafrhythmus gemessen. In Deutschland gibt es dagegen viele Vorbehalte, etwa mit Blick auf den Datenschutz. Dennoch bieten die privaten Krankenversicherer auch heute schon sehr individualisierte Tarife an: ohne permanent die Gesundheitsdaten zu messen. Etwa sehen einige Tarifvarianten eine Prämienrückerstattung vor, wenn man im Kalenderjahr keinen Arzt in Anspruch nehmen musste. Hier lohnt ebenfalls ein Beratungsgespräch!


 
Hundehalter-Haftpflicht: Wer vor dem Hund warnt, haftet trotzdem  ^
Wie wichtig es ist als Hundehalter eine entsprechende Hundehalterhaftpflicht abzuschließen, zeigt ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg. Wenn ein freilaufender Hund dritten Personen eine Bisswunde zufügt, haftet der Halter selbst dann, wenn er die betroffene Person vor dem Hund gewarnt hat und sie sich dennoch unachtsam dem Tier näherte.

Mit einem aktuell veröffentlichten Urteil hat das Oberlandesgericht Oldenburg festgestellt, dass ein Hundehalter zu Schadenersatz verpflichtet ist, wenn eine dritte Person ins Gesicht gebissen wird. Das gilt selbst dann, wenn der oder die Geschädigte zuvor aufgefordert wurde, das Tier nicht anzufassen, und sich dennoch zu ihm hinunterbeugt (Urteil vom 08.11.2017, Az.: 9 U 48/17).

Freilaufender Hund beißt Geburtstagsgast

Im konkreten Rechtsstreit feierte ein Mann seinen 75. Geburtstag. In der Wohnung hielt sich auch ein freilaufender Hund auf, den er wenige Woche zuvor aus einem Tierheim in Rumänien mitgebracht hatte. Der Mann ermahnte die Gäste, den Hund nicht anzufassen und ihm keine Leckerli zu geben, da das Tier noch scheu sei.

Dennoch beugte sich eine Bekannte des Mannes zu dem Tier hinunter und wollte es begrüßen. Das war keine gute Idee. Der scheue Hund biss die Frau ins Gesicht, so dass sie mehrere Biss- und Risswunden erlitt. Sie verletzte sich so schwer, dass der Notarzt kommen musste und sie mehrere Operationen durchzustehen hatte.

Daraufhin verklagte die Frau ihren Gastgeber auf Schadenersatz. Dieser lehnte jedoch ab: Da sie sich trotz Warnung zu dem Hund hinuntergebeugt habe, treffe sie wenigstens eine Mitschuld, argumentierte der Tierfreund. Er wollte folglich für die Bisswunde nicht zahlen.

Gebissene Frau trifft keine Mitschuld

Doch das sahen die Richter des Oberlandesgerichtes anders. Wie bereits die Vorinstanz bestätigten sie, dass der Hundehalter vollumfänglich zu Schadenersatz verpflichtet ist und der gebissenen Frau kein Mitverschulden angelastet werden kann.

Nach Auffassung der Richter stellt der Biss ins Gesicht eine "typische Tiergefahr" dar, für die Halter haften müssen. Eine Ausnahme würde es lediglich darstellen, wenn sich jemand ohne triftigen Grund bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begebe. Dies sei hier nicht gegeben, da die verletzte Person den Hund weder gefüttert noch gestreichelt, sondern sich lediglich zu ihm hinuntergebeugt hätte.

Im Gegenteil: Wenn ein Hund frei auf einer Geburtstagsparty herumlaufe, könnten die Gäste nicht damit rechnen, dass das Tier zubeißen werde, betonte das Gericht. Ein Gast dürfe bei einem freilaufenden Haustier nach Treu und Glauben damit rechnen, dass bei einem normalen Herunterbeugen zu einem Haustier dieses nicht bereits zu einem Angriff gereizt werde. Mehrere andere Gerichte hatten in ähnlichen Fällen auch betont, dass der Halter haftet.

Hier sei Hundehaltern dringend dazu geraten, eine Hundehalterhaftpflicht abzuschließen. Sie springt ein, wenn der Hund Passanten beißt. Nicht jedoch, wenn Mitglieder der eigenen Familie eine Bisswunde erleiden, denn Familienmitglieder werden wie Halter bewertet. Hierfür muss zusätzlich eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden. Und es ist gar nicht so selten, dass eine Hundehalter-Haftpflicht einspringen muss. Pro Jahr ereignen sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 100.000 Fälle, in denen die Haftpflicht zahlt: das sind pro Tag 274!


 
Hausratversicherung - Neutarif prüfen!  ^
Bei manchen Versicherungsarten kann es sich lohnen, hin und wieder zu schauen, ob der Vertrag noch zeitgemäß ist - oder neuere Verträge nicht bessere Leistungen und eine höhere Absicherung bieten. Eine solche Versicherung ist die Hausratversicherung. Hier haben viele Anbieter in den letzten Jahren ihr Bedingungswerk verbessert.

Bei vielen Versicherungsarten ist es sinnvoll, einen Vertrag langfristig zu halten - etwa bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, bei dem sich der Beitrag am Alter und am Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss orientiert. Es gibt aber auch Versicherungen, bei denen es sinnvoll sein kann, seinen Altvertrag gegen einen neuen Tarif einzutauschen. Ein solches Beispiel ist die Hausratversicherung.

Hier haben die Versicherer, auch angetrieben durch einen harten Preis- und Wettbewerbsdruck, in den letzten Jahren ihre Tarife "aufgepäppelt" und teils neue Leistungen integriert. Das wurde auch deshalb notwendig, weil es in der Zwischenzeit rasante technische Entwicklungen gab. Wer beispielsweise in den 90er Jahren seinen Vertrag abgeschlossen hat, wird verständlicherweise kaum Extrabausteine für das Internet vorfinden. Neuere Verträge beinhalten mitunter schon einen Grundschutz bei sogenannten Phishing-Schäden - wenn also Geld beim Online-Banking verloren geht, weil jemand Passwörter klaut.

Ein weiteres Beispiel ist die Innovationsgarantie. Diese Leistung bewirkt, dass der Hausratvertrag auch dann mit der Zeit geht, wenn man den Tarif nicht wechselt. Überarbeitet der Versicherer sein Bedingungswerk, werden Leistungsverbesserungen automatisch Vertragsbestandteil auch bei Altverträgen, wenn eine Innovationsgarantie vereinbart wurde.

Grundsätzlich führt der harte Marktkampf dazu, dass die Hausratversicherer vermehrt Leistungen in ihre Tarife nehmen, die früher kostenpflichtig per Zusatzbaustein dazu gewählt werden mussten. Das bestätigt auch die Zeitschrift "Finanztest", die vor kurzem 144 Angebote untersucht hat. "Neue Tarife bieten mehr", so das Fazit der Studie. Hier sollte man aber genauestens die Leistungen mit dem Altvertrag abgleichen, ob ein Wechsel des Vertrages tatsächlich lohnt. Fragen Sie Ihren Versicherungsmakler!

 
Unfallschutz für Radfahrer  ^
Endlich ist Frühling! Und damit auch wieder Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Nun locken wieder milde Temperaturen zum Ausflug. Dabei sollte aber bedacht werden, dass Radfahren durchaus Gefahren birgt.

Keine Frage: Radfahren ist gesund, macht Spaß und leistet zudem einen Beitrag zu sauberer Luft in den Städten. Doch Radfahrer sind leider auch einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt. Knapp 65.000 Unfälle mit Fahrradbeteiligung ereigneten sich zum Beispiel im Jahr 2016. Und weil Radfahrer nahezu ungeschützt sind, gehen viele Unfälle mit Verletzungen einher. Allein in der Hauptstadt Berlin erlitten im selben Jahr 631 Fahrer schwere Verletzungen.

Das Problem: Die gesetzliche Unfallversicherung sichert Radfahren nur in sehr eingeschränkter Art und Weise ab. Nämlich dann, wenn sich der Radler auf dem Arbeitsweg oder Schulweg befindet. Für das Freizeitvergnügen aber muss eine private Unfall-Police abgeschlossen werden, damit man Schutz genießt. Einen solchen Vertrag besitzt aber weniger als jeder dritte Radfahrer.

Der Vorteil der Unfallversicherung: sie zahlt unabhängig davon, ob, wann und wie der Unfall zustande kam. Vorsicht ist jedoch bei Alkohol geboten. Hier sehen viele Verträge laut Klausel einen Höchstpegel vor, der nicht überschritten werden darf. Ohnehin sollte man sich alkoholisiert nicht auf sein Rad setzen. Schon wer eine auffällige Fahrweise zeigt, riskiert -abhängig vom Einzelfall- den Verlust des Führerscheins auch für das Auto. Darüber hinaus bietet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung an, falls der Sturz so schwer ist, dass es im Job nicht mehr weitergeht.

Für Radfahrer empfiehlt sich zudem eine private Haftpflichtversicherung. Sie springt ein, wenn Dritten durch unachtsame oder fehlerhafte Fahrweise ein Schaden entsteht. Zum Beispiel, wenn man verkehrswidrig auf dem Bürgersteig fährt und eine andere Person dabei zu Fall bringt, so dass sie stationär behandelt werden muss. Aber auch, wenn man versehentlich einen Kratzer am benachbarten Auto hinterlässt, weil die Lücke zum Einparken doch zu eng war, springt die Haftpflicht ein.

Vorsicht ist darüber hinaus bei E-Bikes und Pedelecs geboten. Sie brauchen eine spezielle Mofaversicherung, wenn sie mit Tretunterstützung mehr als 25 km/h erreichen. Bei einem tretunabhängigen Motor wird eine solche Police schon ab 6 km/h benötigt. Auch Nummernschild und Helm sind hier Pflicht!

Aber natürlich ist es besser, es passiert erst gar nichts. Deshalb sollten Radfans immer einen Helm tragen, der schwere Kopfverletzungen verhindern hilft. Auch ausreichend Licht, helle Kleidung und Reflektoren an den Rädern erhöhen die Sicherheit. Vorsicht gilt zudem an unübersichtlichen Kreuzungen. Speziell im innerstädtischen Verkehr werden hier Radfahrer leider oft von abbiegenden LKW übersehen, weil sie sich im toten Winkel befinden. Hier empfiehlt sogar die Polizei, im Zweifel besser auf das Vorfahrtsrecht zu verzichten!


 
Kälte in Deutschland - Wasserrohrbruch nicht ausgeschlossen!  ^
Frostige Temperaturen weit unter Null ziehen auch Pflichten für Hausbesitzer nach sich. Sie müssen Vorsorge tragen, dass Häuser und Wohnungen ordentlich beheizt sind - sonst steht der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel. Denn geplatzte Leitungsrohre kosten die Versicherungswirtschaft jedes Jahr Milliarden.

Deutschland fröstelt unter eisigen Temperaturen. Zwar ist es nicht überall so kalt wie auf der Zugspitze, wo letzte Woche -30,4 Grad gemessen wurden. Doch auch in vielen anderen Regionen wurden Temperaturen von -15 Grad und kälter gemessen. Schuld war Hoch "Hartmut".

Bei eisigen Temperaturen haben Hausbesitzer besondere Pflichten. Wenn sie diese nicht erfüllen, steht unter Umständen der Schutz durch die Wohngebäudeversicherung auf dem Spiel, warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aktuell auf seiner Webseite. Wichtigste Regel: Das Haus muss ausreichend beheizt sein, damit Heizungs- und Wasserrohre keinen Frostschaden erleiden. Entsprechende Regeln befinden sich oft in den Allgemeinen Wohngebäude-Bedingungen der Versicherer. Und auch der Hausratversicherer kann - abhängig von den Vertragsbedingungen - seine Leistung kürzen, wenn es aufgrund allzu sorglosen Umgangs mit der Kälte zu Schäden am Hausrat und an Möbeln kam.

Die Pflicht zu heizen besteht übrigens nicht nur für das Hauptgebäude, sondern auch für mitversicherte Nebengebäude, Ferien- oder Zweitwohnungen. Oft wird hier der Kälteschutz vergessen, wenn die Gebäude unbewohnt sind. Hier reicht es mitunter nicht, das Heizungsventil auf die Frostschutz-Einstellung zu drehen (in der Regel gekennzeichnet durch ein Schneeflocken-Symbol). Laut GDV verhindert die Frostschutzstellung zwar, dass der Heizkörper einfriert, aber Rohre, die entfernt vom Heizkörper verlegt sind, würden eben nicht ausreichend beheizt und können folglich zufrieren. Also besser etwas mehr heizen!

Darüber hinaus sollten Wasserrohre im Freien oder in selten benutzten Räumen geleert und die Wasserzufuhr abgestellt werden. Auch so verhindert man, dass sie Schaden nehmen.

Dass ein Wasserrohrbruch kein unwahrscheinlicher Fall ist, zeigt die hohe Zahl an Schäden. Die Versicherungswirtschaft zahlte laut GDV im Jahr 2016 mehr als 2,8 Milliarden Euro für 1,3 Millionen geplatzte Leitungsrohre. Die Wohngebäudeversicherung zahlt, wenn Schäden direkt am Gebäude entstehen, etwa die Wände, Heizungsanlage oder auch fest verbaute Teppiche Schaden nehmen. Für Schäden an Möbeln, Gardinen oder Elektrogeräten kommt die Hausratversicherung auf.
 
Grippewelle - Müssen Kassenpatienten 4fach-Imfpung selber zahlen?  ^
Eine Grippewelle hat Deutschland im Griff. Einige Experten raten dazu, sich immer noch impfen zu lassen - allerdings mit dem sogenannten Vierfachimpfstoff, der besser gegen den weit verbreiteten Influenza-B-Virus schützt. Das Problem: Die Kosten dieses Impfstoffes werden derzeit nur von den privaten Krankenversicherern übernommen, nicht aber den gesetzlichen Krankenkassen.

Mit einer Grippe ist nicht etwa eine einfache Erkältung gemeint oder ein sogenannter grippaler Infekt, der oft nur kurz anhält und vergleichsweise harmlos ist. Sondern eine "richtige" Influenza, die oft stationär behandelt werden muss. Seit Beginn der Grippe-Saison sind bereits 23.000 Menschen erkrankt, so berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Und 136 Menschen verloren sogar aufgrund der Krankheit ihr Leben.

Lohnt sich eine Impfung jetzt noch? Normalerweise wird empfohlen sich im Oktober oder November gegen Influenzaviren impfen zu lassen, wenn die Grippe noch nicht wütet. Schließlich braucht der Schutz vierzehn Tage, bis er voll wirkt.

Aber auch jetzt könne eine Impfung noch sinnvoll sein, empfiehlt beispielsweise RKI-Expertin Susanne Glasmacher in einem Interview mit "Stern Online". Das gelte vor allem für Risikogruppen, etwa ältere Menschen ab 60 Jahre. Denn eine Grippewelle könne drei bis vier Monate dauern.

Das Problem: Aktuell greift vor allem der Influenza-Typ B "Yamagata" um sich und ist ursächlich für rund drei Viertel der Neuinfektionen. Dieser Typ ist sehr heimtückisch, weil er direkt das Herz angreift, wodurch sich das Infarktrisiko erhöht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen allerdings nur den sogenannten Dreifach-Impfstoff, der weit schlechter gegen diesen Typus schützt, aber billiger ist. Der weit besser wirkende Vierfachschutz wird nur von den privaten Krankenversicherern übernommen.

Wer sich noch impfen lassen will, sollte dennoch den Vierfachimpfstoff bevorzugen, raten die Experten. Und nachfragen, ob die Krankenkasse vielleicht dennoch einspringt, denn diese geraten unter Druck. So setzt sich z. B. die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach (CDU), dafür ein, dass die Kassen den teureren Schutz übernehmen müssen.

Ob und wann die Impfempfehlung geändert wird, so dass auch die gesetzlichen Kassen für die Vierfachimpfung zahlen, entscheidet der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Spätestens zum kommenden Jahr könnte dann der Vierfachschutz Pflichtleistung auch für die gesetzlichen Krankenkassen sein. Wer sich in diesem Jahr nicht impfen lassen will, sollte im kommenden den Rat seines Hausarztes einholen, ob und wie man sich impfen lassen kann.
 
Immer mehr pflegebedürftige Sozialfälle  ^
Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass es zunehmend ein Armutsrisiko bedeutet, wenn ein Mensch zum Pflegefall wird. Demnach war im Jahr 2016 schon jeder sechste Pflegebedürftige auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen. Die Zahl der Bedürftigen steigt seit Jahren.

Armutsrisiko Pflege? Das ist leider für immer mehr Menschen bittere Realität. Wie die Saarbrücker Zeitung im Dezember 2017 berichtete, waren im Jahr 2016 bereits 440.000 Patienten auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen, weil ihr Einkommen sowie die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, alle Pflegekosten zu decken. Die Tendenz ist steigend, denn vor zehn Jahren waren es noch rund 22 Prozent weniger. Die Zeitung beruft sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Konkret geht es um eine Sozialleistung, die sich "Hilfe zur Pflege" nennt. Der Anspruch darauf ist im Zwölften Sozialgesetzbuch geregelt. Und hier muss an ein grundsätzliches Manko der gesetzlichen Pflegeversicherung erinnert werden. Sie ist nur eine Art Teilkasko-Versicherung, was bedeutet, dass sie nicht alle drohenden Pflegekosten abdeckt. Die Pflegebedürftigen müssen einen Eigenanteil aufbringen. In dem höchsten Pflegegrad Fünf kann sich die Pflegelücke schnell auf mehr als 1.500 Euro im Monat summieren, wenn eine Person vollstationär betreut werden muss.

Wenn das eigene Einkommen hierfür nicht reicht, erhalten die Pflegebedürftigen jedoch nicht automatisch die Sozialhilfe. Denn die Ämter ermitteln erst die unterhaltspflichtigen Angehörigen. In der Regel sind das die Angehörigen ersten Grades: zum Beispiel der Ehepartner oder die leiblichen Kinder. Von ihnen kann sich das Sozialamt die ausgezahlte Hilfe später zurückholen, wenn das Einkommen der Verwandten entsprechend hoch ist.

Doch jeder kann selbst etwas tun, damit er im Pflegefall nicht zum Sozialfall wird. Zum Beispiel durch den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung. Diese ist immer noch ein Nischenprodukt: Knapp 2,7 Millionen Bundesbürger haben laut Branchenzahlen einen entsprechenden Schutz abgeschlossen. Und diese Verträge können doch sehr wertvoll sein. So empfiehlt auch der Verbraucherschutz den Abschluss einer entsprechenden Vorsorge für den Pflegefall. Um die komplexen Verträge besser zu verstehen, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!
 
Kfz-Versicherung: Rückstufung  ^
Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, ohne auf die Rückstufungstabellen zu achten, zahlt schnell mehr, wenn er einen Unfall hat. Das zeigt eine aktuelle Studie unter 163 Tarifen. Über die Jahre gerechnet können sich die Mehrkosten auf mehrere tausend Euro summieren.

Wer beim Abschluss einer Versicherung nur auf die Höhe des aktuellen Beitrags achtet und nicht auch auf die zugesicherten Leistungen, für den kann es schnell teurer werden. Was Versicherungsexperten ohnehin wissen, zeigt auch eine aktuelle Studie der Zeitschrift "Finanztest" mit 163 Kfz-Versicherungstarifen.

Augen auf bei Schadensfreiheitsrabatten!

Anhand eines Modellkunden haben die Tester geschaut, wie sich die Tarife bei einer Rückstufung verhalten. Um das kurz zu erklären: Fahren Fahrzeughalter lange unfallfrei, werden sie mit einer günstigeren Versicherungsprämie belohnt. Ausschlaggebend sind die Schadenfreiheitsklassen (SF). Wer 15 Jahre unfallfrei fährt, landet in der Regel in SF 15. Die günstigste Schadenfreiheitsklasse ist bei fast allen Kfz-Versicherern SF 35.

Jeder Stufe der Schadenfreiheitsklasse ist ein bestimmter Prozentsatz zugeordnet, den der Versicherte für unfallfreies Fahren erhält. Ein Beispiel: Ein Satz von 50 Prozent wird oft nach zwei bis drei Jahren ohne Schaden erreicht und bedeutet, dass der Versicherte die Hälfte des Grundbeitrags zahlt.

Verschuldet der Fahrzeughalter hingegen einen Unfall, wird er herabgestuft und muss dann mehr zahlen. Und hierbei zeigen sich bei den Versicherern gewaltige Unterschiede. Wer nach 15 unfallfreien Jahren zum Beispiel in Schadenfreiheitsklasse 15 eingeordnet wird, kann -abhängig vom Versicherer - mit Schadenfreiheitsklasse 6 oder 7 "bestraft" werden.

Das mag zunächst nach keinem großen Unterschied klingen. Allerdings wird die ungünstigere Schadenfreiheitsklasse über mehrere Jahre mitgetragen - so lange bis die günstigste SF 35 erreicht ist. Hier kommt schnell das Sechs- bis Siebenfache des Jahresbeitrages auf den Versicherten zu!

Gefahr von hohen Mehrbeiträgen

Letztendlich kann sich eine ungünstige Rückstufungstabelle derart negativ auswirken, dass ein Versicherter über die Jahre summiert schnell tausende Euro auf seine ursprünglich vereinbarte Prämie "draufpacken" muss, berichten die Tester.

Deshalb sollte man bei Abschluss eines Kfz-Haftpflicht- oder Vollkaskovertrages auch die Schadenfreiheitsrabatte und Rückstufungstabellen des jeweiligen Tarifes im Auge behalten. Speziell die etwas günstigeren Basistarife beinhalten oft sehr ungünstige Rückstufungen. Hier kann es lohnen, gleich einen etwas teureren Komfort- oder Premiumtarif abzuschließen.

Darüber hinaus gibt es in den Verträgen Optionen, gegen Aufpreis eine Rückstufung zu verhindern. Zum Beispiel durch einen Rabattschutz, der es in der Regel erlaubt, einen Unfall im Jahr zu verursachen, ohne dass man zurückgestuft wird. Hier sollte man gut rechnen, denn ein Rabattschutz kostet bei den meisten Anbietern 15 bis 25 Prozent Aufschlag zur Jahresprämie. Und unter Umständen kann es auch empfehlenswert sein, einen kleinen Blechschaden selbst zu zahlen und nicht den Versicherer in Anspruch zu nehmen.

 
Fasching - es lockt der närrische Kurzzeit-Schutz!  ^
Die Versicherer nutzen spezielle Ereignisse wie die Fastnacht, um über Apps Kurzzeit-Versicherungen anzubieten. Diese gelten allerdings oft nur wenige Tage und bieten Schutz bei Unfällen oder anderen Schäden. Das Problem: Eine vollwertige Unfallversicherung können diese Policen keineswegs ersetzen. Und auf das ganze Jahr hochgerechnet sind sie zudem exorbitant teuer.

Helau und Alaaf! Wieder steht die Faschingszeit vor der Tür, und damit auch so manch närrisches Treiben. Im närrischen Trubel ist das Unfallrisiko durchaus erhöht. Das haben auch die Versicherer erkannt und bieten deshalb sogenannte Kurzzeit-Versicherungen an. Diese Unfallversicherungen können auch für weitere Feste und Ereignisse abgeschlossen werden: neben dem Fasching etwa für das Oktoberfest, den Ski-Ausflug mit der Familie oder andere Anlässe. Oft wenden sich diese Policen an eine junge Zielgruppe und tragen originelle Namen, etwa "Jeckenschutz". Bequem können sie per App innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden.

Eingeschränkter Schutz

Doch wer eine solche Kurzzeit-Versicherung abschließt, sollte bedenken, dass der Schutz sehr eingeschränkt ist. In der Regel gilt sie nur wenige Tage. Mitunter greifen die Verträge nur bei Unfällen, die sich tatsächlich beim Fasching oder auf dem Weg zur Veranstaltung ereignen. Wenn jemand in den eigenen vier Wänden verunglückt statt beim Tanzen auf der Bierbank, ist er dann nicht unfallversichert.

Auch bieten die Verträge oft nur eine sehr niedrige Invaliditätssumme: üblich sind 50.000 Euro. Das reicht nicht, um schlimme Folgen eines Unfalls finanziell abzusichern. Hierbei gilt es zu bedenken, dass die volle Invaliditätssumme oft nicht ausgezahlt wird, sondern - abhängig von der Schwere der Verletzung - nur eine Teilsumme. Das hängt in der Regel von der sogenannten Gliedertaxe ab. Das ist eine Tabelle, in der festgehalten wird, wie hoch die Teilleistung bei der Funktionsunfähigkeit einzelner Gliedmaßen und Sinnesorgane ausfällt. Ist dann das Bein unterhalb des Knies bleibend geschädigt, gibt es unter Umständen nur 50 Prozent der vollen Summe.

Deshalb raten Verbraucherschutz und Versicherungsexperten dazu, lieber gleich eine vollwertige Unfallversicherung abzuschließen. Üblich ist eine Grundsumme von 100.000 Euro und die Vereinbarung einer sogenannten Progression. Dann steigt die ausgezahlte Versicherungssumme nach einem Unfall überproportional an, wenn eine bestimmte Schwere der Beeinträchtigung erreicht ist. Zudem ist der Kurzzeitschutz oft sehr teuer. Kostet eine 24-Stunden-Versicherung beispielsweise 5,99 Euro, sind das auf das Jahr hochgerechnet schon mehr als 2.186 Euro Jahresbeitrag! Das können Jecken wirklich billiger haben.

 
Betriebsunterbrechung - ein unterschätztes Risiko  ^
Die Betriebsunterbrechung ist eine Gefahr, die von vielen Firmen noch immer unterschätzt wird. Dabei gehen die Schäden für die deutsche Wirtschaft in die Milliarden. Mit den richtigen Versicherungen kann man sich schützen.

Eine aktuelle Umfrage unter den Risikomanagern deutscher Firmen zeigt: Die Betriebsunterbrechung ist jenes Risiko, welches die deutsche Wirtschaft am meisten fürchtet. Demnach nennt mehr als jeder zweite deutsche Manager (55 Prozent) auf die Frage, was die wichtigsten Geschäftsrisiken in Deutschland seien, die Betriebsunterbrechung. Schon an zweiter Stelle folgen Cyber-Risiken, die ebenfalls von mehr als jedem zweiten Manager (51 Prozent) genannt werden.

Wer jetzt fragt: "Betriebsunterbrechung? Was genau verbirgt sich dahinter?", steht möglicherweise nicht alleine da. Denn noch immer ist dies ein Risiko, dem gerade kleine Firmen wenig Beachtung schenken. Gemeint ist hiermit, dass die Produktion oder der Verkauf eines Produktes auf unbestimmte Zeit stillsteht. Ursache können etwa Unterbrechungen der Lieferkette sein, aber auch andere Ursachen wie schwere Unwetter, Feuer, technische Defekte - oder eben Cyber-Angriffe.

Hohe Folgekosten

Die Kosten einer Betriebsunterbrechung können immens sein. Denn nicht nur die direkten Folgen müssen eingeplant werden, d. h. die Produktion gestoppt bzw. der Betrieb eingestellt ist. Auch die Folgekosten sind immens. Wenn Waren nicht rechtzeitig geliefert werden, geht das oft mit Schadensersatz-Forderungen der Kunden einher.

Auch muss unter Umständen eine Art Krisenkommando eingerichtet werden, welches die Kommunikation mit den Kunden übernimmt und verhindert, dass der Ruf der Firma leidet. Zu bedenken ist darüber hinaus, dass die Mitarbeiter weiter bezahlt werden müssen - und auch die laufenden Kosten weiter zu bedienen sind. Wenn technische Mängel die Ursache für den Stopp sind, kann es auch teuer werden, sollten Experten überhaupt erst einmal mit der Suche nach der Ursache und Reparatur beauftragt werden müssen.

In Zeiten der Digitalisierung drohen aber sogar hohe Schadenssummen, ohne dass etwas kaputt gehen muss. Fällt zum Beispiel eine Cloud aus und die Firmenserver stürzen ab, kann das den Geschäftsbetrieb auf lange Zeit lahmlegen. Experten des Risikomodellierers Cyence schätzen, dass die durchschnittlichen Kosten eines zwölfstündigen Cloudausfalls im Schnitt den Firmen aus der Finanz- und Einzelhandelsbranche einen Schaden von 600 Millionen erzeugen.

Betriebsunterbrechungsversicherung - Für den Ernstfall, wenn nichts mehr geht

Schützen können sich Firmen mit einer sogenannten Betriebsunterbrechungsversicherung. Je nach Ausgestaltung des Vertrages kommt eine solche Police für den Schaden auf, wenn aufgrund von Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel oder Elementargefahren die Produktion unterbrochen werden muss.

Die Verträge sind jedoch recht komplex und sollten genau auf die Ansprüche des Unternehmens abgestimmt sein, weshalb sich ein Beratungsgespräch empfiehlt. So sind zum Beispiel nicht in jedem Vertrag die Folgekosten für den entgangenen Betriebsgewinn enthalten. Auch Miete und Mitarbeiter-Löhne müssen oft gesondert vereinbart werden. Für kleine Firmen haben sich auf dem Markt Kombi-Lösungen etabliert, die verschiedene Versicherungssparten für Gewerbetreibende miteinander koppeln. Hier sollten Unternehmer sich informieren, ob auch Leistungen für die Betriebsunterbrechung enthalten sind.
 
Jahresmeldungen zur Sozialversicherung überprüfen!  ^
Bis zum April erhalten Arbeitnehmer die Jahresmeldungen der Sozialversicherungen aus dem Vorjahr. Hier wird unter anderem aufgeführt, welche Rentenbeiträge man in die Rentenkasse eingezahlt hat. Es ist wichtig, diese Dokumente auf Fehler zu prüfen - sonst drohen Einbußen bei der Rente.

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Bundesbürger noch immer die wichtigste Stütze der Altersvorsorge. Knapp 54 Millionen Menschen zahlen hier Beiträge ein, um später abgesichert zu sein (sogenannte Versicherte ohne Rentenbezug). Kein Wunder, sind doch grundsätzlich alle Arbeitnehmer, Azubis und Eltern während der Kindererziehung pflichtversichert.

Damit Versicherte die Rente später in voller Höhe erhalten, sollten sie jedoch auch regelmäßig kontrollieren, ob alle Daten korrekt gemeldet wurden. Und hierfür bieten sich die jährlich versendeten Jahresmeldungen zur Sozialversicherung an. Diese Jahresmeldungen müssen bis spätestens Ende April an die Arbeitnehmer versendet werden. Und definitiv ist es ein Fehler, die Dokumente einfach wegzulegen oder abzuheften, ohne vorher einen Blick darauf geworfen zu haben.

Denn fehlerhafte Angaben können sich später negativ auf die Rentenhöhe auswirken, wie aktuell die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite informiert. Deshalb sollten mindestens folgende Angaben geprüft werden: Name, Versicherungsnummer, Beschäftigungsdauer und Bruttoverdienst. Wer Fehler entdeckt, sollte sich mit seinem Arbeitgeber in Verbindung setzen und diese Angaben berichtigen lassen.

Auch sollten die Jahresmeldungen gut aufgehoben werden: Sie dienen später als Nachweis für die gezahlten Rentenbeiträge. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zusätzlich eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge abzuschließen. Selbst wer ein mittleres Bruttoeinkommen hat, muss später eine Rentenlücke und Altersarmut fürchten - dies haben mehrere Studien gezeigt.

Der Gesetzgeber hat in diesem Jahr Reformen in Kraft gesetzt, damit sich zusätzliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener mehr rentiert. Unter anderem wurde ein neuer Freibetrag eingeführt, wenn Ruheständler später auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung!
 
Probleme mit der Krankenversicherung?  ^
Der PKV-Ombudsmann ist eine Schlichtungsstelle, an die sich Verbraucher wenden können, wenn sie Ärger mit ihrem privaten Krankenversicherer haben. Vor wenigen Tagen haben die Streitschlichter ihren Jahresbericht für 2017 vorgelegt. Das Fazit: Die Zahl der Beschwerden ist zwar gestiegen, aber noch immer verschwindend gering.

Wer Ärger mit seinem privaten Kranken- oder Pflegeversicherer hat, der kann sich an den PKV-Ombudsmann wenden. Dieser heißt Heinz Lanfermann und leitet eine unabhängige Schlichtungsstelle, die auch von der Bundesregierung anerkannt ist. Reicht ein Verbraucher eine Beschwerde ein, prüft die Schlichtungsstelle schnell und kostenlos die Ansprüche. Wer mit dem Schlichtungsspruch unzufrieden ist, kann hinterher immer noch klagen, denn die Ansprüche verjähren nicht.

Vor kurzem hat der PKV-Ombudsmann seinen Tätigkeitsbericht 2017 vorgestellt. Leider ist die Zahl der Beschwerden um ca. 10 Prozent angestiegen. Es wurden in Summe 6.708 Anträge eingereicht.

Die gute Nachricht dabei ist, dass die Mehrheit der privat Krankenversicherten mit ihrem Versicherer zufrieden ist. Mehr als 43 Millionen Verträgen in der Krankenvoll-, Pflege- und Zusatzversicherung haben die Bundesbürger abgeschlossen. Im Verhältnis zur Anzahl der Anträge, die en Ombudsmann erreicht haben, macht das eine magere Beschwerdequote von 0,015 Prozent!

Die Beschwerden werden in der Regel relativ schnell bearbeitet. Ganze 19,5 Wochen dauert es im Schnitt, bis ein Schlichtungsspruch ergeht. Dies ist im Verhältnis zu einem "richtigen" Rechtsstreit zu sehen. Oft nimmt ein Rechtsstreit mehrere Jahre in Anspruch. Wird dieser über mehrere Gerichtsinstanzen durchgefochten, verschlingt er viel Zeit, Energie und in der Regel auch Geld.

Es lohnt sich also, wenn unzufriedene PKV-Versicherte zunächst den Ombudsmann anschreiben. Etwas mehr als jeden vierten Streit konnte er zur Zufriedenheit beider Parteien beilegen. Und wie gesagt: Wer später dennoch klagen will, geht kein Risiko ein, weil die Verjährung während des Schlichtungsverfahrens gehemmt ist. Eine Beschwerde kann schriftlich eingereicht werden oder auch per Online-Formular. Mehr Details gibt es auf www.pkv-ombudsmann.de.
 
Lebensversicherung - kühler Kopf ist angebracht!  ^
Bei Frank Plasbergs Talkshow "Hart aber fair" wurde vor kurzem darüber diskutiert, ob den Lebensversicherern ein Crash droht. Dabei wacht die deutsche Finanzaufsicht BaFin sehr streng darüber, dass die Lebensversicherer alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden bedienen können. Das gilt auch langfristig: Stolze eine Billion Euro haben die Versicherer als zusätzliche Reserve angespart.

Frank Plasberg debattierte zur besten Sendezeit über das Thema "Crash der Lebensversicherungen - Panikmache oder echte Gefahr?". Anlass ist ein Buch des früheren Versicherungsmanagers Sven Enger. Er argumentiert, dass aufgrund des Nullzinses an den Kapitalmärkten und der Alterung der Gesellschaft die Lebensversicherer Schiffbruch erleiden könnten. Die Sendung lieferte nicht unbedingt mehr Klarheit im Sinne des Kunden. Mitunter wurden Fachbegriffe und vermeintliche Fakten wild durcheinander geworfen, so dass auch einige Medien im Rückblick bescheinigten, die Verbraucher seien nachher "verwirrter als zuvor" gewesen. So zumindest urteilte die Rheinische Post.

Versicherungsaufsicht wacht strenger als je zuvor

Fakt ist: Das aktuelle Niedrigzins-Umfeld bedeutet auch für die Lebensversicherer eine Herausforderung. Gerade bei Altverträgen mit Garantiezins sind sie verpflichtet, große Teile der Beiträge in festverzinsliche Anleihen zu stecken. Doch diese werfen aktuell nur noch wenig ab. Das haben sich die Versicherer nicht ausgesucht. Sie müssen auf die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagieren.

Fakt ist auch: Noch nie wurde die Stabilität der Versicherer so streng beaufsichtigt wie derzeit. Hier hat die Finanzaufsicht auch aus den Erfahrungen der letzten Finanzkrisen gelernt und die Anforderungen an die Gesellschaften verschärft. So ist im Januar 2016 das neue europäische Aufsichtssystem Solvency II in Kraft getreten, das erweiterte Pflichten für die Versicherer vorsieht. Über die Einhaltung wacht unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Strenge Prüf- und Dokumentationspflichten

Unter anderem müssen die Versicherer einen jährlichen Prüfbericht vorlegen, in dem sie nachweisen, dass sie genug Eigenkapital haben, um auch langfristig alle Garantien und Zusagen an ihre Kunden zu erfüllen. Hier müssen sie auch verschiedene Krisen-Szenarien in Modellrechnungen durchrechnen, z. B. auch extreme Szenarien, etwa, wenn Natur-katastrophen mit plötzlich fallenden Aktienkurse und einer Inflation zusammentreffen. Die entsprechenden Prüfberichte müssen die Versicherer auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wenn die BaFin Zweifel an der Stabilität eines Versicherers hat, kann sie Maßnahmen verlangen, um dies zu korrigieren.

Darüber hinaus müssen die Versicherer weitere Regeln beachten und deren Einhaltung an die BaFin melden, unter anderem dass sie Prinzipien des "Good Governance" befolgen, also zum Beispiel die Vorstände geeignet sind, ein solches Unternehmen auch führen zu können. Die Versicherer müssen auch nachweisen, dass sie ein gutes Risikomanagement betreiben, sprich keine unnötigen Risiken eingehen.

"Aktuell sehe ich keinen Grund zur Sorge", hat folglich auch BaFin-Chefaufseher Frank Grund im Januar dem Deutschlandfunk gesagt. Derzeit könnten alle Lebensversicherer ihre Zusagen erfüllen. Die Finanzaufsicht sei auch bereit, die regulatorischen Maßnahmen zu verschärfen, wenn sie den Eindruck hat, das sei erforderlich. Hier gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Versicherer ein stolzes Polster für schlechtere Zeiten angespart haben: das sogenannte Solvenzkapital. Dieses summiert sich mittlerweile auf fast eine Billion Euro!

Kein Anlass zur Panik!

In Plasbergs Talkshow wurde immerhin noch einmal herausgestellt, dass kein Lebensversicherungs-Vertrag voreilig gekündigt werden sollte. Gerade Altverträge versprechen oft einen Zins, der mit ähnlichen Sicherheiten heute nicht mehr zu erzielen ist. Nicht umsonst haben die Deutschen 90 Millionen Verträge abgeschlossen: Das sind mehr, als es Einwohner gibt. Und eines sollte man bei der aktuellen Debatte auch nicht vergessen: Lebensversicherungen sind mehr als ein Anlageprodukt. Sie bieten zusätzlich einen Risikoschutz, der wegfallen würde, wenn man sich vom Vertrag trennt. Auch dieser Risikoschutz will finanziert sein!

Kein Finanzprodukt ist ganz ohne Risiko. Aber dass die Lebensversicherung noch immer ein relativ sicheres Produkt ist, zeigt ein anderer Fakt: Kunden, die bei einem deutschen Lebensversicherer ihren Vertrag durchgehalten haben, haben bisher auch immer die garantierte Summe erhalten. Das gilt durch alle Krisen hinweg, wie auch Kritiker der Branche zugeben müssen.
 
Vermögenswirksame Leistungen - Viele Arbeitnehmer verschenken Potential  ^
Millionen Deutsche nutzen vermögenswirksame Leistungen nicht, obwohl sie eigentlich Anspruch darauf hätten. In der Summe lassen sie sich so 1,6 Milliarden an staatlicher Förderung entgehen. Oft werden Verträge gar nicht oder falsch abgeschlossen.

Wer in Deutschland eine zusätzliche Vorsorge aufbauen will, kann dies auch mit Hilfe sogenannter vermögenswirksamer Leistungen nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz tun. Ein entsprechender Anspruch ist oft im Tarifvertrag, dem Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung geregelt. Und das kann durchaus attraktiv sein, weil der Staat den Vermögensaufbau fördert.

Pro Jahr 1,6 Milliarden Euro nicht abgerufen

Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass rund ein Drittel aller Arbeitnehmer die vermögenswirksamen Leistungen nicht in Anspruch nimmt, obwohl diese Beschäftigten eigentlich Anspruch darauf hätten. Aktuell sorgen demnach 13 Millionen Menschen mit einem entsprechenden Vertrag vor, während 7 Millionen Anspruchsberechtigte darauf verzichten. Darauf macht in einer aktuellen Pressemeldung die Zeitschrift "Finanztest" aufmerksam. Pro Jahr gehen den Abstinenzlern damit 1,6 Milliarden Euro an Förderung verloren.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer einen solchen Vertrag abschließen und somit von der staatlichen Förderung profitieren. Bedingung ist allerdings, dass sie in eine geeignete Anlageform fließen. Dazu gehören unter anderem Fondssparpläne und Bausparpläne. Wer in gute Fonds investiert, darf durchaus auch auf eine hohe Rendite hoffen. Um ein geeignetes Anlageprodukt zu finden, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch - hier kommt es auch darauf an, in welchem Verhältnis der Sparer Risiko und Sicherheit gewichtet und welche Sparziele er verfolgt.

VL lassen sich nach Arbeitgeberwechsel weiterführen

Darüber hinaus können vermögenswirksame Leistungen attraktiv sein, weil viele Firmen ganz oder teilweise die Beiträge übernehmen - mit Zuschüssen von bis zu 480 Euro im Jahr, abhängig vom Arbeits- und Tarifvertrag. Wer seinen Job wechselt, kann den Vertrag dennoch weiterführen, selbst dann, wenn der neue Arbeitgeber keine Zuschüsse gewährt. Der neue Chef ist verpflichtet, die Prämien aus dem Gehalt des Beschäftigten weiter an den VL-Anbieter zu überweisen. Das ist vor allem interessant, wenn man sich die staatlichen Sparzulagen sichern will. Diese würden bei vorzeitiger Kündigung verfallen.

Bei der staatlichen Sparzulage gibt es allerdings Einkommensgrenzen zu beachten. Bei Aktienfonds liegt diese Einkommensgrenze derzeit bei 20.000 Euro für Ledige und 40.000 Euro für Verheiratete. Wer darunter liegt, kann sich eine 20-prozentige Arbeitnehmersparzulage sichern. Von der Förderung ausgeschlossen sind jedoch Renten- und Immobilienfonds.

Auch beim Bausparen gibt es eine Obergrenze für die Förderung: Aktuell 17.900 Euro für Ledige und 25.800 Euro für Verheiratete. Hier schießt der Staat maximal jährlich neun Prozent von dem Höchstförderbetrag zu. Maßgeblich für die Förderung ist das zu versteuernde Jahreseinkommen des Sparers.
 
Berufsunfähigkeitsversicherung - netto ist nicht gleich brutto  ^
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, aber mitunter auch recht teuer: gerade für Risikoberufe. Damit Versicherte keine böse Überraschung erleben, sollte sie bei Neuabschluss eines Vertrages nicht nur die Nettoprämie im Blick haben, sondern auch die Bruttoprämie. Denn auf diesen Bruttobetrag können die Prämien ansteigen, wenn sich die Überschüsse der Versicherer ungünstig entwickeln.

Es gibt wohl wenige Versicherungen, bei denen sich Branche und Verbraucherschutz so einig sind: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte, wenn möglich, jeder haben. Schließlich muss jeder vierte Beschäftigte in Deutschland seinen Beruf vorzeitig aufgeben: im Schnitt mit 47 Jah-ren, wie aus Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) her-vorgeht. Dann hätte man rund ein Drittel seines Berufslebens noch vor sich, im schlimmsten Fall droht der soziale Abstieg.

Weil eine Berufsunfähigkeitsversicherung aber in der Regel zu den etwas teureren Versicherun-gen gehört, schauen viele potentielle Neukunden auch auf die Höhe der Prämie. Und das kann böse ins Auge gehen, wenn man dabei nur den aktuellen Zahlbeitrag im Blick hat, auch Netto-prämie genannt. Bei Vertragsabschluss sollten Versicherungsnehmer ebenfalls darauf schauen, welche Bruttoprämie der Versicherer für den Tarif vorsieht.

Der Hintergrund: Die Nettoprämie einer Berufsunfähigkeits-Police bezeichnet den aktuell zu zahlenden Beitrag. Hierbei nutzt der Versicherer auch die erwirtschafteten Überschüsse am Kapitalmarkt sowie einige andere Stellschrauben, um die Prämien im Sinne des Versicherten stabil zu halten. Allerdings ist der Nettobeitrag dem Kunden keineswegs garantiert. Entwickeln sich die Überschüsse ungünstig oder hat der Versicherer schlecht kalkuliert, kann der zu zah-lende Beitrag bis maximal zur Bruttoprämie anwachsen und sich der Schutz entsprechend ver-teuern.

Zwar passiert eine solche Teuerung bisher nur selten, weil die meisten Tarife solide kalkuliert sind, aber gerade im aktuellen Niedrigzins-Umfeld ist die Gefahr durchaus gegeben. Und man-che Versicherer weisen extra eine niedrige Nettoprämie aus, um Neukunden anzulocken. Laut dem Ratinghaus Franke und Bornberg können die Unterschiede zwischen netto und brutto bei 100 Prozent liegen. Also besser gleich beide Werte im Blick behalten!

Grundsätzlich gilt: Für einen BU-Schutz sollte nicht allein der Preis ausschlaggebend sein, son-dern die Qualität der zugesicherten Leistungen. So sollte der Versicherer zum Beispiel auf die "abstrakte Verweisung" verzichten - sonst kann der Verbraucher auch auf einen anderen Beruf verwiesen werden, wenn er seinen bisherigen nicht mehr ausüben kann. Wegen der Komplexi-tät der Verträge empfiehlt es sich, den Rat eines Versicherungsexperten einzuholen!
 
Wenn der Baum fällt  ^
Wenn ein Baum auf ein Haus oder ein geparktes Auto fällt, ist nicht immer sicher, welche Versicherung für den Schaden aufkommt. Es stellt sich auch die Frage, ob den Besitzer des Grundstückes eine Mitschuld trifft - etwa, weil er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

Deutschland wurde in den letzten Monaten wiederholt von orkanartigen Stürmen heimgesucht. So wie Sturmtief "Burglind", das Anfang des Jahres über Europa hinwegfegte. Mehr als eine Milliarde Euro Schaden erzeugte der Wintersturm auf dem Kontinent, so schätzen Experten. Hierzulande waren insbesondere Mittel- und Süddeutschland betroffen.

Bei solchen Stürmen werden auch immer wieder Bäume entwurzelt. Sie fallen im ungünstigsten Fall auf Häuser und Autos, wo sie großen Schaden anrichten. Eine Wohngebäudeversicherung kommt dann für diesen Schaden auf, wenn der Baum auf dem eigenen Grundstück stand und dort etwas kaputt ging. Anders sieht es hingegen aus, wenn der Baum schon geschädigt war oder auf das Haus des Nachbarn fiel. Dann droht im schlimmsten Fall ein Rechtsstreit.

Grundstückseigentümer haben Verkehrssicherungspflicht

Kompliziert wird es nämlich dann, wenn Dritte geschädigt werden - der Baum also auf das Nachbargrundstück oder ein parkendes Auto am Straßenrand fällt. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob der Besitzer des Grundstückes seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Er muss dafür Sorge tragen, dass der Baum nicht morsch ist und niemand anderen gefährdet. Diesbezüglich hat das Saarländische Oberlandesgericht bestätigt, dass Privatpersonen einerseits die Bäume auf ihrem Grundstück kontrollieren müssen, aber in Grenzen.

Eine Sichtkontrolle zweimal im Jahr (belaubt und unbelaubt) ist demnach ausreichend, um die Pflicht zur Verkehrssicherung zu erfüllen. Aber auch dringend vonnöten, wenn etwa der Baum an einer Straße oder einem Weg steht. Erst wenn der Baum Signale aufweise, dass er kaputt sei, etwa abgestorbene Blätter, verletzte Rinde oder Pilzbefall, müsse ein Sachverständiger zur Begutachtung hinzugezogen werden. Natürlich muss der Grundstückseigner auch garantieren, dass die Gefahren beseitigt werden.

Verkehrssicherung verletzt? Grundbesitzer-Haftpflicht zahlt!

Dass es schnell teuer werden kann, wenn man die Bäume nicht kontrolliert, zeigt die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes bei folgendem Urteil: Weil eine Grundstückseignerin es versäumt hatte, ihre Bäume trotz deutlich sichtbarer Schäden zu kontrollieren, löste sich vom Baum ein dicker Ast und verletzte eine Fußgängerin so schwer, dass sie einen bleibenden Schaden davontrug. Die Höhe des ausgesprochenen Schmerzensgeldes: 200.000 Euro (Urteil vom 9.1.2011, Az: 1 U 177/10-46).

Hat ein Grundstückseigner seine Verkehrssicherungspflicht verletzt und wird ein Dritter geschädigt, dann leistet die Wohngebäudeversicherung natürlich nicht. Hierfür muss eine Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Und wenn den Hausbesitzer gar keinerlei Schuld trifft, wird es sogar noch ärgerlicher: dann nämlich muss der Geschädigte selbst versichert sein, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Fällt der Baum auf das eigene Auto, übernimmt dann die Kaskoversicherung des geschädigten Autofahrers die Kosten.
 
Altersvorsorge: Verbesserungen bei Riester in 2018  ^
Für 2018 hat der Gesetzgeber einige Änderungen bei der Riester-Rente beschlossen. Wer staatlich geförderte Altersvorsorge betreibt, profitiert unter anderem von einer höheren Förderung und Geringverdiener von einem neu eingeführten Schonbetrag, wenn sie auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Die Riester-Rente ist eines der beliebtesten Altersvorsorgeprodukte in Deutschland. Circa 16,5 Millionen Verträge hatten die Bundesbürger zum Ende des dritten Quartals 2017 abgeschlossen, so geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor. Damit das so bleibt und noch mehr Menschen einen Vertrag abschließen, hat der Staat Verbesserungen bei Riester beschlossen, die zum Jahresanfang 2018 in Kraft treten.

Grundzulage wird angehoben

Ein wichtiger Baustein: Erstmals seitdem Riester eingeführt wurde, wird die staatliche Förderung zum 1. Januar 2018 angehoben. Betrug die Grundzulage bisher 154 Euro im Jahr, so wird sie nun auf 175 Euro erhöht.

Das klingt zunächst nach wenig. Doch speziell für Familien kann sich das sehr lohnen: So erhalten Eltern weiterhin 300 Euro Förderung im Jahr für Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 das Licht der Welt erblickt haben. Wurde ein Kind vor diesem Stichtag geboren, sind immer noch 185 Euro drin. Damit Riester-Sparer die volle Zulage erhalten, müssen sie mindestens vier Prozent des Brutto-Jahreseinkommens in den Vertrag einzahlen.

Bezüglich der Förderung sollte auch bedacht werden, dass die Riester-Rente eine Anlage mit Blick in die Zukunft ist. Wie das Bundesfinanzministerium in einem Pressetext vorrechnet, summieren sich allein die staatlichen Zulagen für eine Person mit zwei Kindern auf bis zu 15.500 Euro.

Neues Schonpolster für Geringverdiener

Weitere Erleichterungen hat der Staat für Menschen geschaffen, die keine ganz so volle Lohntüte haben. Das gilt speziell für Rentner, die auf Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII) angewiesen sind. Ab 2018 profitieren sie von einem monatlichen Schonbetrag in Höhe von 100 Euro, der nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Über diese Summe hinaus bleiben weitere 30 Prozent anrechnungsfrei. Auf diese Weise können bis zu 202 Euro Riester-Rente im Monat zusätzlich behalten werden! Das gilt übrigens auch für Betriebsrenten aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Weitere Details zur staatlich geförderten Altersvorsorge kann ein Beratungsgespräch klären!
 
Neujahr - Und der Versicherungsschutz wird geupdatet!  ^
Ein Jahreswechsel kann Anlass sein, den aktuellen Status der Versicherungen zu überprüfen. Denn unter Umständen müssen diese angepasst werden: nicht nur, wenn eine neue Lebenssituation eingetreten ist, sondern mitunter sogar bei kleinen Änderungen.

Zum Neujahr setzen sich viele Menschen neue Ziele und ziehen Bilanz, was sich in den vergangenen zwölf Monaten so ereignet hat. Die guten Vorsätze sollten dabei ja auch das Thema Versicherung nicht aussparen. Denn Änderungsbedarf besteht unter Umständen auch beim Versicherungsschutz, wenn sich im Leben etwas ändert oder bereits geändert hat.

Beispiel private Altersvorsorge: Zum Ende des Jahres empfiehlt es sich zu überprüfen, ob man als Riester-Sparer auch tatsächlich alle Zuschläge erhält. Um voll förderfähig zu sein, müssen Sparer jedes Jahr mindestens vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen: abzüglich der Zulagen. Auch muss ein "Antrag zur Altersvorsorgezulage" beim Versicherer gestellt werden. Versicherer können die Zulagen eines Jahres bis zum Ende des übernächsten Jahres einfordern: für 2017 also bis Ende 2019. Eine Elternzeit ermöglicht es hingegen, die Einzahlung in den Vertrag auf einen Sockelbeitrag zu reduzieren. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

Doch nicht nur bei Riester lohnt es sich, die Angemessenheit des Versicherungsschutzes zu checken. Beispiel Hausratversicherung: Hat eine Familie sich neue Wertgegenstände für die Wohnung gekauft oder eine teure Einrichtung, muss unter Umständen der Schutz erhöht werden. So ist zum Beispiel für Schmuck und Uhren, die außerhalb eines Safes aufbewahrt werden, die Deckungssumme in vielen Policen beschränkt. Und wer ein Grundstück kauft oder gar selbst einen Hausbau plant, hat natürlich auch neue Risiken. Unter Umständen muss dann eine Grundstücks- oder Bauherrenhaftpflicht eingeplant werden.

Auch wenn sich die Einkommens-Situation verändert hat, der Chef etwa eine Lohnerhöhung springen ließ oder man sogar selbst auf den Chefsessel befördert wurde, lohnt ein Vertragscheck. Bei Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder Rentenversicherungen muss unter Umständen die vereinbarte Leistung erhöht werden. Das ermöglichen die sogenannten Nachversicherungsgarantien in den Verträgen: Sie erlauben es, bei bestimmten Ereignissen wie einem Häuslebau oder einer Heirat den Schutz entsprechend anzupassen. Worauf sich noch zu achten lohnt, besprechen Sie einfach mit uns!
 
Krankenkasse darf Blindenhund nicht pauschal verweigern  ^
Dass es sich lohnen kann, wenn gesetzlich Versicherte für ihre Rechte kämpfen, zeigt ein aktueller Rechtsstreit vor dem Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG). Der fünfte Senat hat einer blinden und hochbetagten Frau ein Blindenhund zugesprochen, obwohl die Krankenkasse eine Übernahme der Kosten bis zuletzt abgelehnt hatte. Damit stärkte das Gericht die Rechte von Behinderten. Das Urteil ist rechtskräftig (Aktenzeichen: L 16/1 KR 371/15).

Wie das Landessozialgericht in einer Pressemeldung berichtet, hatte im konkreten Rechtsstreit eine 73jährige Seniorin ihre Krankenkasse verklagt. Die Frau war erblindet und nutzte deshalb bisher einen Blindenstock. Aufgrund einer fortschreitenden Autoimmunerkrankung konnte sie jedoch zunehmend schlechter laufen und war deshalb auf einen Rollator angewiesen.

Die Frau beantragte bei ihrer Krankenkasse einen Blindenhund. Sie argumentierte, dass sie aufgrund der Gehbehinderung schlecht ihren Blindenstock einsetzen könne, da sie zugleich ihren Rollator führen müsse. Deshalb habe sie Probleme, zum Beispiel Eingänge von Geschäften oder Straßenübergänge zu finden. Die Krankenkasse aber lehnte eine Übernahme der Kosten ab mit der Begründung, sie sei aufgrund ihrer Gehbehinderung ohnehin nicht in der Lage, einen Blindenhund zu führen. Deshalb sei es unwirtschaftlich, ein solches Tier zu finanzieren.

Das aber sahen die Richter des Landessozialgerichtes anders. Sehr wohl nämlich hatte die Frau mittels mehrerer Ärzte und unabhängiger Gutachter nachweisen können, dass sie noch Kraft und Fitness besitzt, um trotz ihres Rollators auch einen Blindenhund zu führen: auch, wenn hierfür ein umfangreiches Training mit dem Tier und Spezialisten notwendig wurde. So betonten die Richter auch, dass eine Krankenkasse nicht einfach pauschal die Kostenübernahme für einen Blindenhund ablehnen dürfe, wenn eine Gehbehinderung vorliege. Hier komme es immer auf den Einzelfall an.

Auch wenn ein Krankenversicherer die Bewilligung von Hilfsmitteln ablehnt, sollte man nicht aufgeben. Es lohnt sich, für seine Rechte zu kämpfen und in den Widerspruch zu gehen. Hierbei kann es nützlich sein, sich professionelle Hilfe zu holen, etwa durch eine Patientenberatung. So hoben auch die Richter im vorliegenden Rechtsstreit hervor, dass eine Krankenkasse die Pflicht zu einer humanen Krankenbehandlung habe.
 
Warum Altersvorsorge für Frauen ein wichtiges Thema ist  ^
Erneut macht eine Studie darauf aufmerksam, dass Frauen im Alter deutlich weniger Einkünfte haben als Männer. Im schlimmsten Fall droht so Altersarmut. Experten sprechen von einer sogenannten Gender Pension Gap, die sich aktuell auf stolze 53 Prozent beziffert: das bedeutet, weibliche Ruheständler haben nur halb so hohe Alterseinkünfte wie Männer.

Frauen haben im Alter oft deutlich niedrigere finanzielle Mittel als männliche Rentner. Das zeigt eine aktuelle Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Die drei beteiligten Forscherinnen und Forscher haben nicht nur Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) unter die Lupe genommen, sondern auch der größten wiederkehrenden Haushaltsbefragung in Deutschland, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP).

Mit diesem breiten Datenmaterial konnten die Wissenschaftler nicht nur Aussagen zur gesetzlichen Rente treffen, sondern auch zu den anderen beiden Säulen der Altersvorsorge: Betriebsrenten und private Altersvorsorge, speziell Riester-Renten und Lebensversicherungen. Die Ergebnisse sind für Frauen wenig erfreulich. Sie erhalten im Schnitt ein um 53 Prozent niedrigeres Netto-Alterseinkommen als Männer, wenn man alle drei Säulen zusammenrechnet.

Das liegt an der besonderen Erwerbssituation von Frauen. Zum einen unterbrechen sie ihre Erwerbsbiographie häufiger, weil es noch immer mehrheitlich Frauen sind, die schwerpunktmäßig Kinder erziehen und Angehörige pflegen. Deshalb arbeiten sie auch häufiger in Teilzeit. Hier muss noch einiges getan werden, um tatsächlich Gleichberechtigung zu sichern.

Frauen nutzen aber auch die bestehenden Optionen auf Altersvorsorge seltener. Beispiel betriebliche Alterssicherung: Laut Studie haben nur sieben Prozent der Frauen Anrecht auf eine Betriebsrente erworben, während es bei Männern immerhin 26 Prozent sind. Und während Frauen im Schnitt 240 Euro Betriebsrente erhalten, sind es bei den männlichen Beschäftigten im Schnitt 593 Euro. Das macht in diesem Bereich einen Unterschied von 60 Prozent!

Deshalb empfiehlt es sich, dass Frauen, wenn es finanziell möglich ist, das Thema betriebliche und private Altersvorsorge auf ihre Tagesordnung setzen. Schließlich geht es um finanzielle Unabhängigkeit auch im Alter - und darum, sich auch im Ruhestand weiterhin etwas leisten zu können. Hier kann ein Beratungsgespräch helfen, die passende Vorsorge zu finden.
 
Deutsche gehen im Schnitt mit 64,1 Jahren in Altersrente  ^
Wissen Sie, wann die Bundesbürger durchschnittlich in die Altersrente gehen? Dies verrät der aktuelle Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, den das Bundesarbeitsministerium vor kurzem in Berlin vorgestellt hat.

Das durchschnittliche Rentenzugangsalter in Renten wegen Alters betrug demnach 2016 genau 64,1 Jahre. Zugleich lässt sich beobachten, dass die Bundesbürger immer länger arbeiten. Im Jahr 2001 lag das Rentenzugangsalter nämlich noch niedriger: damals verabschiedeten sich die Bürger im Schnitt mit 62,4 Jahren in den Ruhestand.

Das durchschnittliche Rentenalter steigt also. Und das trotz aller Diskussionen um die "Rente mit 63", die es seit dem 1. Juli 2014 erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen abschlagsfrei zeitiger in Rente zu gehen. Experten erwarten, dass sie auch zukünftig weiter in die Höhe klettert - und die Bürger immer länger arbeiten.

Das liegt aber nicht nur an der steigenden Regelaltersgrenze, die seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird. Am Ende des Berichtszeitraums 2016 galt bereits eine Altersgrenze von 65 Jahren und 5 Monaten, bei der ein Neurentner ohne Abschläge bei der gesetzlichen Rente in den Ruhestand wechseln kann, wenn er genügend Beitragsjahre zur Rentenkasse angesammelt hat. Zugleich wollen auch mehr Arbeitnehmer länger arbeiten, weil sie sich länger fit fühlen und in ihrem Job Erfüllung finden. Das haben bereits mehrere Umfragen gezeigt.

Dennoch sollte auch die drohende Altersarmut im Blick behalten werden. Denn es gibt noch andere Zahlen, die aufhorchen lassen. Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat sich die Zahl der Senioren, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben und dennoch erwerbstätig sind, innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt! Betroffen waren davon im Vorjahr bereits 942.000 Personen. Und für mehr als jeden Dritten von ihnen war die Erwerbsarbeit wichtigste Einnahmequelle.

Hier steht auf der sicheren Seite, wer zusätzlich für das Alter vorsorgt. Auch deshalb, weil man mit Abschlägen von der Rente rechnen muss, wenn man vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand wechselt. Ein Beratungsgespräch schafft hier Aufklärung!